Porno-Abzocke

20. Dezember 2013 16:45; Akt: 21.12.2013 11:32 Print

Wende bei Redtube-Abmahnungen

Erst hatte das Landgericht Köln Massenabmahnungen gegen Porno-Streaming ermöglicht, nun rudert es zurück. Auch die Betreiber von Redtube melden sich zu Wort.

storybild

Es ist unklar, ob gestreamte Videoclips als Downloads gelten können. (Bild: Screenshot Redtube)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der Abmahnwelle gegen über 10'000 deutsche User, die auf der Pornoseite Redtube.com angeblich urheberrechtlich geschützte Filme angeschaut hatten, deutet sich eine Wende an. Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt wegen Verdacht auf eidesstaatliche Falschaussage gegen unbekannt.

Es bestehe der begründete Verdacht, dass das Landgericht Köln mit falschen Angaben hinters Licht geführt worden sei, um an die Personendaten von Redtube-Nutzern zu kommen. Das Landgericht hatte allen Anträgen stattgegeben. Es sei dabei jedoch nicht klar gewesen, ob es um illegale Tauschbörsen oder um Internet-Streaming gehe.

Umstrittene Punkte

Diese Ermittlungen richten sich jedoch nicht gegen die Kanzlei Urmann + Collegen, welche die Abmahnungen verschickt hatte, wie die Staatsanwaltschaft laut Taz.de betonte. Urmann + Collegen wurden von der im zürcherischen Bassersdorf ansässigen Firma The Archive AG mit den Abmahnungen beauftragt.

Ebenso prüft das Gericht über 50 Beschwerden, die von Betroffenen eingereicht worden waren. Sie richten sich gegen die Beschlüsse des Landgerichts, die Nutzerdaten weiterzugeben. Unter anderem geht es laut dem Medienblog Meedia.de darum, ob Streaming dem in Deutschland illegalen Download gleichzusetzen sei sowie um die nicht erkennbare Illegalität der Videoclips.

Betreiber melden sich zu Wort

Auch die Betreiber des Porno-Portals Redtube meldeten sich zu Wort, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Sie bestreiten, irgendwelche Nutzerdaten an die Kanzlei U+C weitergegeben zu haben. Sie vermuten hinter der Abmahnwelle einen Versuch, der Firma zu schaden und Geld aus ihren Nutzern zu erpressen.

(lmm)