Mega-Deal

19. Februar 2014 23:13; Akt: 20.02.2014 09:00 Print

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

Facebook und der SMS-Dienst WhatsApp haben sich auf eine Übernahme verständigt. Der Kauf ist dem Konzern von Mark Zuckerberg insgesamt 19 Milliarden Dollar wert.

Der SMS-Dienst kostet das Online-Netzwerk rund 19 Milliarden US-Dollar. (Video: Reuters)
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Der Deal ist der grösste in der Geschichte von Facebook. Zunächst bezahlt Facebook vier Milliarden Dollar in bar sowie Facebook-Aktien im Wert von zwölf Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer, wie Facebook am Mittwoch mitteilte. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Handel allerdings noch zustimmen.

Nach Abschluss der Übernahme sollen über vier Jahre weitere Aktien im Wert von derzeit drei Milliarden Dollar an die Gründer und Mitarbeiter von WhatsApp fliessen. Der Gesamtwert der Übernahme beträgt damit insgesamt rund 19 Milliarden Dollar – und dürfte der höchste Preis für ein fünfjähriges Start-up sein.

450 Millionen Nutzer nach fünf Jahren

Über WhatsApp können Smartphone-Nutzer miteinander Textnachrichten oder Fotos austauschen. WhatsApp hat sich fest als Alternative zu den herkömmlichen, über das Telefonnetz versandten SMS etabliert. Der Dienst hat mehr als 450 Millionen Nutzer im Monat, 70 Prozent davon verschicken täglich Nachrichten über WhatsApp.

«WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden», erklärte Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Zum Vergleich: Der Kurzmitteilungsdienst Twitter hatte Ende 2013 nur 241 Millionen Nutzer. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer. «WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen.»

Als weiteres Plus dürfte Facebook den Umstand werten, dass WhatsApp vor allem bei Teenagern und jungen Erwachsenen beliebt ist. Diese Zielgruppe kehrt dem weltgrössten sozialen Netzwerk zunehmend den Rücken, während sich dort inzwischen immer mehr Eltern, Grosseltern, Lehrer und Chefs tummeln. Der hohe Kaufpreis gab unter Investoren dennoch zu reden. Die Facebook-Aktien gaben im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent nach.

Wie sich der hohe Kaufpreis letztlich rechnen soll, liess Zuckerberg offen. Zunächst einmal gehe es darum, dass der Dienst weiter wachse auf «eins, zwei oder drei Milliarden Mitglieder», sagte Zuckerberg. «Es gibt es mehrere Wege, wie wir damit Geld verdienen können.» Werbung zähle in seinen Augen nicht dazu.

Analysten loben Schachzug

Facebook scheine verstanden zu haben, dass die Leute eine Menge an verschiedenen Apps zur Kommunikation benutzen, sagte die Analystin Debra Aho Williamson vom Dienstleister eMarketer. «Um ein Publikum zu erreichen, vor allem ein jüngeres, muss es eine breitere Strategie haben ... und nicht alles auf nur eine Karte setzen.» Ihr Kollege Brian Blau vom Forschungsinstitut Gartner zeigte sich denn auch wenig überrascht über Facebooks Interesse an WhatsApp. «Aber die Kaufsumme ist schon erstaunlich», sagte er.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst zeigte sich zufrieden mit dem jüngsten Schachzug. WhatsApp sei auf dem Weg, eine Milliarde Nutzer zu erreichen. «Dienste, die diesen Meilenstein schaffen, sind alle unglaublich wertvoll», erklärte Zuckerberg weiter.

WhatsApp verspricht: Keine Änderung

Für die Nutzer werde sich nach der Übernahme nichts ändern, schrieb WhatsApp in einem Blogeintrag. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen.WhatsApp finanzierte sich anfangs über den Kaufpreis für die App und zuletzt über eine jährliche Abo-Gebühr von einem Dollar.

«WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren», hiess es. «Für Sie, unsere Nutzer wird sich folgendes ändern: Nichts.» Auch Zuckerberg versicherte, das WhatsApp-Team werde seine Unabhängigkeit behalten.

Pro Tag wurden weltweit rund 18 Milliarden Nachrichten verschickt. WhatsApp schlug diese Lawine mit einem schmalen Budget und nur 50 Mitarbeitern um. Gemessen daran sind die 16 Milliarden Dollar ein sehr stolzer Preis.

Fühler nach Snapchat ausgestreckt

Facebook hat bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen. Allerdings kaufte Mark Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten.

Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von allein verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor kurzem kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab.

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler Rakuten für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber kaufte. Viber hat 300 Millionen Nutzer.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike A. am 19.02.2014 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Seeeeehr schade!

    Nein! Das ist das schlimmste das passieren konnte, der Datenschutz und Stabilität wird jetz definitiv nicht besser.... Alternativen? Beste Alternative die ich nutze ist Hangouts, ist sogar Plattform übergreifend!

    einklappen einklappen
  • Souichi Sugano am 19.02.2014 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pandoras Box ist geoeffnet!

    Datenschutz? WhatsApp war schon offen und unsicher, jetzt kommt dazu das usere Daten verkauft werden, alle Verbindungen (Kontakte) etc. Und natuerlich unterliegt Facebook US Recht, also auch der NSA...

    einklappen einklappen
  • Nik Isarno am 19.02.2014 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ende von Whatsapp ??

    Was wird sich in Whatsapp ändern ? Eine Facebook Integration oder mehr Werbung im App ?? Was denkt Ihr was wird sich für uns Whatsapp User ändern alles ?? Das ende von Whatsapp ??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Secret am 22.02.2014 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht normal

    Omg O.o Einfach nur krass

  • Heike Latzel am 22.02.2014 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whatsap

    Es wäre ja schön wenn whatsap ginge nach dem Kauf läuft nichts mehr. Dabei wurde gesagt es bleibt alles beim alten . Super

  • silv am 22.02.2014 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wozu eigendlich watsap

    habe eh nie verstanden wozu man diese app bei den heutigen mobileabos braucht, ist ja eh alles inklusive. und das teater wegen der handynummer ist mir noch schleierhafter, meine steht im telefonbuch wo jeder sie sehen kann und wisst ihr was, nix passiert...!

  • mike am 22.02.2014 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf telegram umsteigem

    wer jetzt sein account unter einstellungen löscht (wichtig!) und danach die app löscht, hat eine Chance, seine Privatsphäre zu sichern. telegram ist die beste und massentaugliche Lösung, finde ich. ich und fast alle meine kontakte sind schon umgestiegen.

  • thomas hofer am 22.02.2014 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp

    Viele sagen sie haben die App "Whatsapp" gelöscht. Das ist ja gut, aber löscht und kündigt das Whatsapp Abo nicht. Sie können auch nicht einfach die Facebook App löschen auf dem Handy. Besuchen Sie am besten die FAQ von Whatsapp auf der Webseite im Internet mit einem PC und nicht mit dem Handy.