Böse Überraschung

18. Dezember 2012 22:40; Akt: 18.12.2012 22:40 Print

Facebook macht mit Instagram Kasse

Aufstand im Netz: Der von Facebook geschluckte Fotodienst Instagram will Nutzerbilder zu Werbezwecken verwenden - ohne die Betroffenen dafür zu entschädigen. Das sei so üblich, heisst es.

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Facebook will sich enger mit Instagram verzahnen. (Bild: Colourbox / Keystone)

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Instagram steht vor einer ungewissen Zukunft. Schuld sind die neuen Nutzungsbedingungen, die am 16. Januar 2013 in Kraft treten und auf der Website auf Englisch verfügbar sind.

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Demnach beansprucht Instagram neu das Recht, die von den Nutzern veröffentlichten Bilder und Daten für Werbezwecke zu verwenden und anderen Firmen zur Verfügung zu stellen. Die Betroffenen erhalten dafür keinen Rappen Entschädigung.

Die im Firmenblog angekündigten Änderungen sollen den Datenaustausch mit Facebook vereinfachen, heisst es. Das weltgrösste Online-Netzwerk hatte den Fotodienst im Frühjahr übernommen.

Nun sehen sich die Betreiber mit einem veritablen Shitstorm konfrontiert. Eine deutsche Facebook-Sprecherin versuchte umgehend zu beschwichtigen (siehe Box). Glaubt man den erzürnten Reaktionen im Netz, dann werden die vom US-Unternehmen diktierten neuen «Spielregeln» zu einem beträchtlichen Mitgliederschwund führen. Einen ähnlichen Aufschrei hatte es bei der Übernahme durch Facebook gegeben.

«Gratis-Service»

Der Erfolg des Internet-Fotodienstes basiert auf dem Engagement einer weltweiten Community. Tag für Tag werden unzählige Fotos auf die Plattform hochgeladen.

Doch auch wenn ein Internet-Service gratis angeboten wird, stecken dahinter handfeste wirtschaftliche Interessen. Das wird den Instagram-Nutzern nun gnadenlos vor Augen geführt. Facebook hatte rund eine Milliarde US-Dollar für Instagram geboten, wegen des gesunkenen Börsenwerts aber etwas weniger bezahlt. Schon damals machten die Verantwortlichen laut dem Nachrichtenmagazin «Focus» keinen Hehl daraus, dass sich die Übernahme rechnen müsse.

Der Fairness halber ist anzumerken, dass auch bei anderen Fotodiensten, wie zum Beispiel Flickr, ähnliche Nutzungsbedingungen gelten. Ob und in welcher Form die neuen Regeln umgesetzt werden, wird sich zeigen. Wie bei Facebook könnte es auf personalisierte Werbung innerhalb des Netzwerks hinauslaufen, kommentiert das deutsche Tech-Portal Chip Online.

Den Account löschen

Wer mit den neuen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden ist und deshalb den Instagram-Account löschen will, sollte vorgängig die eigenen Bilder sichern. Dies ist mit Instaport.me in wenigen Minuten möglich, wie Chip Online berichtet. So könne man die komplette Bildersammlung als Zip-Datei herunterladen. Allerdings war der Service am Dienstag vorübergehend nicht verfügbar - wohl wegen des grossen Ansturms erboster Nutzer.

Um den Instagram-Account zu kündigen, gilt es einen Löschungs-Antrag zu stellen. Bevor man auf der Kündigungs-Seite landet, müssen Benutzername und Passwort eingegeben werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan O. am 18.12.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss schon...

    ...warum ich mir nie Instagramm installiert hab :)

  • Michael S. am 19.12.2012 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    Wer Facebook nutzt , macht sich schon beim anmelden zum gläsernen Menschen und gibt praktisch alle Rechte ab. Bin nicht dort angemeldet und habe trotzdem keine soziale Nachteile.

    einklappen einklappen
  • Anonymous am 19.12.2012 02:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    Zuckerberg findet schon eine Weg um an Geld und private Daten zu kommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 19.12.2012 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die wollten einfach...

    mal testen, wie weit sie gehen können. Jetzt wars halt ein wenig zu weit. Solche Spässe sind genau der Grund, warum ich keine privaten Daten auf solche Seiten speichere...

  • D.M. am 19.12.2012 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook halt

    Wird ja eh gemacht, au ohne mitteilung!

  • Michael S. am 19.12.2012 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    Wer Facebook nutzt , macht sich schon beim anmelden zum gläsernen Menschen und gibt praktisch alle Rechte ab. Bin nicht dort angemeldet und habe trotzdem keine soziale Nachteile.

    • nicht du am 19.12.2012 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Selber schuld

      Facebook zwingt ja niemanden alle Infos anzugeben. Man merkt, dass du noch nie Facebook benutzt hast.

    einklappen einklappen
  • loool am 19.12.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    alter hut

    überascht das echt wenn?? ist das noch ne neuigkeit wert?? DAS WAR KLAR ALS ES VON FB GEKAUFT WURDE... manchmal frage ich mich ab der menschliche fähigkeit logisch zu denken...

  • User am 19.12.2012 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook-Krake

    Was für ein Mist. Ich bin auf Facebook angewiesen zum Zwecke des schnellen Austausches mit dutzenden Personen gleichzeitig. Es ist eine Informationsplattform. Aber diese Krake ist einfach zu gierig. Wenn WhatsApp auch noch geschluckt wird dann verwende ich es eben auch nicht mehr aus Prinzip.