Cybererattacke

31. Januar 2013 23:40; Akt: 01.02.2013 00:58 Print

Auch das «Wall Street Journal» wird gehackt

Chinesische Hacker scheinen es auf US-Medien abgesehen zu haben: Nach der «New York Times» berichtet jetzt auch das «Wall Street Journal» von Angriffen aus China auf ihr Computersystem.

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Ebenfalls Ziel von Hackerangriffen aus China: Das «Wall Street Journal».

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Es sei den chinesischen Hackern offenbar darum gegangen, die Berichterstattung der Zeitung über China zu überwachen, schrieb das Wirtschaftsblatt am Donnerstag.

Verlagssprecherin Paula Keve erklärte, das Eindringen in die Computersysteme der Zeitung sei ein «bestehendes Problem». Der Verlag arbeite mit den Behörden sowie externen Sicherheitsfirmen zusammen, um Leser, Mitarbeiter und Quellen zu schützen.

FBI ermittelt seit über einem Jahr


Das Computer-Netzwerk sei punkto Sicherheit aufgerüstet worden. Auf Kundendaten hätten es die Eindringlinge nach ersten Erkenntnissen nicht abgesehen, sagte Keve.

Die Zeitung, die zur News Corp. von Rupert Murdoch gehört, sieht in den Angriffen aus China ein weit verbreitetes Phänomen. Neben dem «Wall Street Journal» und der «New York Times» seien auch andere US-Medien davon betroffen.

Die Bundespolizei FBI ermittle in der Sache seit mehr als einem Jahr, hiess es unter Berufung auf eingeweihte Personen. Das FBI erwäge sogar, den Fall als Bedrohung für die nationale Sicherheit einzustufen.

Interesse an Bericht über Wen Jiabao

Bei der «New York Times» waren eigenen Angaben zufolge die Passwörter aller Beschäftigten gestohlen worden. Die Angreifer hätten sich danach Zugang zu den Computern von 53 «Times«-Mitarbeitern verschafft.

Zur Zeit der Attacke im Herbst arbeitete die renommierte Zeitung an einem Bericht über das Vermögen der Familie des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao. Die Angreifer seien offenbar nur an Informationen in diesem Zusammenhang interessiert gewesen, schrieb das Blatt. Kundendaten seien nicht entwendet worden. Mittlerweile sei das Computer-Netzwerk wieder sicher.

Andere Angriffe scheiterten

Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte im vergangenen Jahr ebenfalls von einem Hackerangriff aus China berichtet - während der Arbeit an einem Bericht über das Vermögen der Familie des heutigen Parteichefs Xi Jinping. Bloomberg zufolge seien sie aber nicht in das Computersystem reingekommen.

Auch Google und andere US-Konzerne hatten bereits mehrfach geklagt, aus China heraus über das Internet attackiert worden zu sein. Offizielle Stellen in China stritten die Vorwürfe stets vehement ab.

(sda)