Neues Zentrum

09. Januar 2013 15:59; Akt: 09.01.2013 16:28 Print

EU verschärft Kampf gegen Internet-Kriminelle

Die Kriminalität per Mausklick steigt rasant. Der verursachte Schaden beläuft sich auf über 350 Milliarden Franken pro Jahr. Ein neu gegründetes Team von EU-Fahndern nimmt den Kampf dagegen auf.

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Der neue Leiter des Zentrums, Troels Oerting, warnte: «Man braucht keine Pistole und keinen Banküberfall mehr, sondern kann mit einem guten Computer sehr viel mehr Beute machen». (Bild: Keystone)

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Die EU verschärft ihren Kampf gegen Internetkriminelle. In einem neuen Europäischen Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität bündeln die 27 Staaten ihre Kräfte. Das Zentrum beim Europäischen Polizeiamt Europol in Den Haag wird am Freitag eröffnet. Dann werde die EU «genauso clever und schnell» wie die Kriminellen sein, sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch bei der Präsentation in Brüssel.

Das neue Zentrum mit rund 35 Mitarbeitern wird sich auf illegale Online-Aktivitäten organisierter Banden konzentrieren, vor allem grossangelegte Betrugsfälle und Kindesmissbrauch.

Es soll Fahnder und Staatsanwälte schulen und vor neuen kriminellen Maschen warnen. Zudem solle es die EU-Staaten unter anderem mit Fachwissen unterstützen. Finanziert werde das Zentrum aus dem Europol-Budget.

Täglich eine Million Betrogene

Die Kriminalität per Mausklick steigt nach EU-Angaben rasant. Weltweit werden demnach jeden Tag eine Million Menschen Opfer von Internetkriminalität. Der Schaden belaufe sich pro Jahr auf rund 290 Milliarden Euro.

Die Delikte reichen von gehackten Banküberweisungen bis zu Kinderporno-Ringen. «Internet-Kriminalität kennt keine Grenzen, deshalb müssen wir grenzüberschreitend arbeiten», mahnte Malmström. Die nationale Polizei sei mit den Fällen oft überfordert.

Der neue Leiter des Zentrums, Troels Oerting, warnte: «Man braucht keine Pistole und keinen Banküberfall mehr, sondern kann mit einem guten Computer sehr viel mehr Beute machen.»

Die Aussicht für Online-Betrüger, gefasst zu werden, sei bislang «sehr, sehr gering». Das müsse sich ändern: «Wir müssen auch in der Welt des Internets dafür sorgen, dass wir die Straftäter packen können.»

(sda)