Android-Deal

04. September 2013 23:20; Akt: 04.09.2013 23:20 Print

«Kitkat wird davon mehr profitieren als Google»

von Tobias Bolzern - Markenexperten finden den Zusammenschluss von Kitkat und Android «innovativ» - ein solches Co-Branding berge aber auch gewisse Risiken.

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Google vertreibt ab Oktober die Version 4.4 seines mobilen Betriebssystems Android unter dem Namen Kitkat.
Markenexperten sind erstaunt über den Zusammenschluss, finden die Idee aber innovativ.

Solche sogenannten Co-Brandings hätten in den letzten Jahren extrem zugenommen, sagt René Allemann, Markenexperte und Chief Executive Officer von Branders. «Eine solche branchenfremde Partnerschaft zwischen einem Technologie-Unternehmen und einem Lebensmittelkonzern ist aber etwas sehr aussergewöhnliches», so der Experte.

Kitkat ähnelt der Handyform

Die Kollaboration mache aber durchaus Sinn. Denn: Kitkat und Android würden gut zusammen passen. Einerseits erinnere die Form von Kitkat an ein Smartphone und andererseits seien die Werte der Marken sehr ähnlich. «Beide Marken stehen für Innovationskraft, Leichtigkeit und Freude», sagt Allemann.

Markenexperte Stefan Vogler sieht das ähnlich: «Die Idee ist hervorragend und ein cleverer Marketingschachzug. Denn: Trotz unterschiedlichen Branchen haben die beiden Unternehmen schon eine ähnlich Zielgruppe». Nun könne sich Kitkat zusätzlich bei einer sehr modernen Zielgruppe positionieren.

Floppt die eine Marke, dann färbt es ab

Erfolg und Misserfolg einer Zusammenarbeit hängt aber davon ab, wie gut der Konsument die beiden Produkte zusammenbringt. Denn das klappt nicht immer: «Nur etwa rund die Hälfte aller Co-Brandings entwickeln sich mit Erfolg», sagt Vogler.

Zudem birgt das Projekt auch gewisse Risiken: «Im Frühjahr 2010 wollte Nestlé einen Greenpeace-Spot im Netz verbieten lassen: die Umweltschützer kritisierten Nestlé darin scharf, weil für die Herstellung von Kitkat Palmöl verwendet wurde – wofür Lebensraum in den Tropen zerstört würde.» Nestlé wurde dafür mit einem veritablen Shitstorm abgestraft. «Würde Kitkat nochmals derart in die Kritik geraten, hätte dies auch für Google negative Folgen», sagt Allemann.

Kitkat ist der Gewinner

Dass bei dem Werbedeal kein Geld geflossen ist, wie das Google verlauten liess, ist für Allemann durchaus realistisch. Das mache Sinn, wenn beide Marken von der Kollaboration profitieren. «Weil die Marke Google aber viel wervoller ist als die von Kitkat, wird das Nestlé Produkt von dem Deal sicher mehr profitieren», sagt Allemann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julia am 05.09.2013 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hol' mir jetzt ein KitKat!

    Jetzt hab' ich doch gleich Lust auf ein KitKat bekommen! =)

  • VN am 05.09.2013 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kombination

    Android und Kitkat?... hmm wie die nächste Version wohl aussieht? Android Salzstängli?? :D

  • Markus Kraft am 05.09.2013 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Passt perfekt

    Da kann man nichts hinzufügen. Was zusammen gehört findet sich. Ich freue mich für dieses Paar.

Die neusten Leser-Kommentare

  • David am 06.09.2013 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Da haben sich ja ...

    die richtigen Firmen gefunden. Nestle beutet die Natur aus (Abholzung von Regenwald für den Palmölanbau für Kitkat), Google alle Daten von den Nutzern, die sie nur kriegen können. Ich frage mich, wann Google das neue Motto präsentiert: Don't be evil - because we already are!

  • Julia am 05.09.2013 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hol' mir jetzt ein KitKat!

    Jetzt hab' ich doch gleich Lust auf ein KitKat bekommen! =)

  • Overrice am 05.09.2013 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "OH NEIN, ES IST EINE SÜSSIGKEIT"

    Was habt ihr alle mit "Darum werde ich kein KitKat mehr essen!!einself"... Falls ihr es noch nicht wusstet, Android Versionen hießen schon immer so wie Süßigkeiten. Nun sagt mir mal eine Süßigkeit, die keine Marke ist, die mit K anfängt und in allen Ländern bekannt ist. " Key lime pie" musste ich googlen. Wenn ihr KitKat nicht mögt, nennt es doch einfach Android 4.4. Die meisten haben sowieso die ganze zeit von "4.x" geredet, und nicht von ice cream sandwich oder jelly bean. Das kam fast nur in Werbungen vor.

    • Draicwing am 05.09.2013 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Key LimePie

      Ursprünglich sollte 4.4 Key LimePie heißen.

    • Alex F. am 05.09.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      @ Draicwing

      Ursprünglich sollte 5.0 Key Lime Pie heissen.

    einklappen einklappen
  • Hans am 05.09.2013 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Green Apple lässt grüssen.

    Ich mag keine Äpfel die nach Waschpulfer schmeken.

  • M. Boesch am 05.09.2013 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Ich finde das eine recht fragwürdige Aktion. Da werden die Android User unfreiwillig als Werbeplattform missbraucht.