Versteckte Gefahr

22. August 2017 16:30; Akt: 22.08.2017 16:30 Print

Reparaturen können Ihr Handy unsicher machen

Eine Studie zeigt, dass bei der Smartphone-Reparatur Vorsicht geboten ist: Durch versteckte Chips in Ersatzteilen können Hacker auf Handys zugreifen.

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Forscher der israelischen Ben-Gurion-Universität haben in einer Studie herausgefunden, dass Smartphone-Reparaturen, die nicht beim Hersteller erfolgen, gefährlich sein können. So können anschliessend Daten gestohlen oder gar das ganze Gerät kompromittiert werden.

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Denn wenn eine Handy-Werkstatt das Display austauschen muss, benötigt sie dafür ein Ersatzteil. Beispielsweise beim iPhone können Original-Bildschirme jedoch gar nicht auf offiziellem Weg gekauft werden. Stattdessen werden solche von Drittanbietern verbaut – woher diese stammen, erfahren die Kunden meist nicht.

Sicherheitsrisiko

Wie die Studie zeigt, werden die Ersatzteile manchmal von den Lieferanten präpariert und mit versteckten Chips versehen. Der Reparaturbetrieb kann nicht erkennen, dass sich etwas darin befindet, was nicht hinein gehört, weil die Ersatzteile identisch aussehen. Genau dort können Angreifer jedoch – wie mit einem trojanischen Pferd – ins Smartphone eindringen.

Die Forscher testeten dieses Vorgehen mit verschiedenen Geräten. Dabei konnten sie ziemlich viel Schabernack anstellen. Unter anderem war es möglich, Tastatureingaben aufzuzeichnen, Fotos des Nutzers zu machen und diese per Mail zu verschicken, Apps zu installieren oder auf schadhafte Websites zu verlinken.

iOS- und Android-Geräte sind offenbar gleichermassen von dieser Art Attacke betroffen. Nach Angabe der Forscher gibt es bislang keinen Schutz dagegen. Deshalb hilft nur, gut auf den Bildschirm aufzupassen und im Falle einer Reparatur originale Ersatzteile einbauen zu lassen.


In den Videos ist zu sehen, was Angreifer auf einem kompromittierten Gerät anstellen können. (Video: Youtube/CyberHSx)

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ausspionierter am 22.08.2017 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Rezept

    Keine persönlichen Daten in elektronischen Geräten. Adressbuch in Papierform. Keine Mails, keine SMS, keine What'sApps, etc. Briefe per Post. Kein Smartphone, sondern altes Nokia. Oder noch besser: Telefonieren nur in öffentlichen Telefonzellen. Oder mit analogem Festnetzanschluss. Kein Navi, sondern Karte und ortskundige Leute fragen. Keine Cumulus-Karte, dafür auch keine Coupons sortieren. Weniger Stress, entschleunigtes Leben. Keine Sorgen wegen Datenklau. Hach, war das noch schön!

  • Neukki am 22.08.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlte Forscher

    Mit solchen Resultaten können die Hersteller die Kunden beeinflussen und diese bei Originalreparatur erneut abzocken. Danke für den Artikel.

  • Flicke meine Phones selber am 22.08.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warnung

    Also, wer sein Phone von der iKlinik reparieren lässt, hat nachher ein noch kaputteres Gerät. Mit Reparaturen wird leider der grosse Reibach gemacht, aber das Resultat stimmt in vielen Fällen überhaupt nicht. Sind alles Dilettanten am Werk. Das kann praktisch jeder selber genau so gut. Und manch einer kann es selbst gar besser.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Mann am 23.08.2017 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hä? Wie jetzt?

    " Deshalb hilft nur, gut auf den Bildschirm aufzupassen und im Falle einer Reparatur originale Ersatzteile einbauen zu lassen." Weiter oben steht, dass man als Kunde keine Chance hat zu erfahren woher die Teile kommen. Wie soll der letzte Satz dann einem helfen?

  • Jak am 23.08.2017 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tha

    Zuerst steht, Apple verkauft keine Ersatzteile, dann steht, man soll nur Originale Ersatzteile kaufen.....cooles Dilemma...

  • N. Ever am 22.08.2017 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldzuweisung

    Mein Samsungtablet musste während der Garantiezeit repariert werden. Beim Verkäufer Fust abgegeben und dann von einem angeblich authorisierten Reparaturcenter repariert. Nach der Reparatur, war mein Tablet in einem desolateren Zustand wie vorher. Rahmen zerkratzt, Lack ab, Home-Button funktieniert teilweise nicht mehr, Bildschirm schaltet sich gelegentlich ohne Vorwarnung aus. Obwohl ich umgehend reklamierte will niemand die Verantwortung übernehmen. Jeder schiebt den Fehler einem anderen zu und das bei einem ursprünglichen Gerätepreis von 900 Fr. Fazit: Kein Samsung und kein Fust mehr.

  • Herr Max Bünzlig am 22.08.2017 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    im Apollo Shop bei Apple, mit ich doch noch sicher

  • Neukki am 22.08.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlte Forscher

    Mit solchen Resultaten können die Hersteller die Kunden beeinflussen und diese bei Originalreparatur erneut abzocken. Danke für den Artikel.