Gehackte Webcams

14. März 2013 15:54; Akt: 14.03.2013 16:08 Print

Cyber-Spanner beglotzen Frauen via Webcam

Sie hacken fremde Computer und spionieren ihre Opfer über deren Webcam aus: Die so genannten Ratter. Die wenigsten dieser Cyber-Spanner wurden je gefasst – und es werden immer mehr.

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Ein Bericht über die so genannten Ratter fördert Schockierendes zutage: Die Hacker loggen sich in fremde Computer ein und können so intimste Momente ihrer Opfer mitverfolgen, wie artechnica.com schreibt. In Foren spotten und höhnen sie über ihre «Sklaven» – oder beklagen sich, wenn ihnen jemand auf die Schliche kommt. Im Unrecht scheinen sie sich nicht zu fühlen.

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Die Cyber-Spanner gelangen über das so genannte Remote Administration Tool (RAT) in die Rechner ihrer Opfer. Diese Fernwartungssoftware wird eigentlich für Reparaturarbeiten an Computern verwendet – und kann wie vieles andere auch missbraucht werden. Dafür braucht es keine fundierten Kentnisse in Sachen Software: In einschlägigen Foren und auch auf Youtube werden Anleitungen herumgereicht. Ratter prahlen damit, besonders hübsche Mädchen ausspioniert zu haben und bieten sich ihre Opfer gegenseitig zum Tausch an - manche Zugänge werden sogar für Geld feilgeboten.

«Ich denke, jemand hat unseren Computer gehackt»

Konkret kann ein Angriff auf einen Rechner so aussehen: «Schau mal, dieser Mist erscheint ständig auf meinem Compi», sagt eine blonde Frau, die auf einer Couch sitzt und mit einer Flasche ein Baby füttert. Tausende von Kilometern entfernt wird die Frau von einem Hacker beobachtet. Nachdem die Frau einen Link zuviel angeklickt hatte, konnte der Hacker ihre Maschine mit einem RAT infizieren. So hat er Zugang zu ihrem Bildschirm, ihren Dateien und ihrer Webcam mitsamt dem Mikrofon.

Der Hacker beginnt, auf dem Bildschirm des anderen Computers Porno-Seiten zu öffnen. Die Frau ist verblüfft. Ein Bild von alten, nackten Männern erscheint in ihrem Webbrowser. Im Webcam-Sichtfeld tritt neben der Frau mit dem Baby nun ein junger Mann in Erscheinung. Auch er guckt zunächst ungläubig. Dann sagt er: «Ich glaube, jemand hat unseren Computer gehackt.»
Der Hacker öffnet alsdann seinen «Fun Manager», eine Reihe von Tools, mit denen er seine Opfer narren kann. Er kann ihren Windows «Start»-Knopf verschwinden lassen, die Taskleiste, Uhr oder den Desktop verändern.

Er kann sogar bewirken, dass das CD-Laufwerk sich öffnet. «Wow! Das DVD-Ding hat sich gerade geöffnet», sagt der junge Mann. Der Hacker sendet dem Paar eine Nachricht, der junge Mann lacht ungläubig und sagt: «Trenne die Verbindung mit dem Internet, der Laptop wird in Kürze explodieren.» Das Video friert ein, die Verbindung bricht ab.

Schutz vor potenziellen Angreifern

Vor den Spannern kann man sich aber relativ einfach schützen: Arstechnica.com rät eindringlich zu mehr Vorsicht an den Rechenmaschinen. So seien etwa ein Anti-Virus-Programm sowie regelmässige Updates wichtig. Zudem solle man keine fragwürdigen Anhänge in E-Mails öffnen, sich nicht in zweifelhaften Foren herumtreiben oder Heikles herunterladen. Viel zu befürchten haben die RAT-Angreifer nämlich nicht: Kaum einer wurde je gefasst.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas Kaelin am 14.03.2013 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    richtiges Anti-Viren-Programm

    Das wichtigste ist ein RICHTIGES Anti-Virus-Programm und zwar eins das Geld kostet und nicht eins von dieser gratis Anti-Viren-Programme, denn die sind nicht sicher genug. Es ist leider so das sich immer noch viele Leute auf diesen gratis Plunder verlassen und das öffnet Kriminellen Tür und Tor. Liebe Leute, denkt euch das so: wen ihr euch gegen Grippe impfen lassen wollt, dann geht ihr ja auch zum Arzt und bezahlt für eine saubere Impfung, ihr geht nicht auf der Strasse zu einem unbekannten Typen der aus einer Kartonschachtel gratis Impfungen an die Leute verteilt..

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  • müller hans am 14.03.2013 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und das Handy

    nun und beim Handy wird es nicht anders sein eine cam vorne und eine hinten

  • Frau am 14.03.2013 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Spanner hier Spanner da

    und Spanner dort. Und was sind sie ohne Frauen, waseliwas? Arbeitslose Spanner...............

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 15.03.2013 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mache es so:

    Systemeigenschaften/ Remote: Kästen kein Häkchen, Webcam im Gerätemanager ausschalten, da ich sie nie brauche, Kleber über die Webcam. So sollte der Computer relativ gut geschützt sein, vor solchen Attacken.

  • ITUserohneCam am 15.03.2013 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    DAU's... ;-)

    ich hab keine Cam, na also, ich weiss schon wieso. Allerdings werden nur Dummies überwacht. Man muss sich halt zu schützen wissen...

  • LKWPETER am 15.03.2013 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    mcafee wollte nicht mitmachen!

    gibt es eigentlich gewollte hintertürchen bei apple, facebook und co? antivieren programme durchsuchen den pc, der idealste staatstrojaner!

    • Skeptiker am 15.03.2013 18:42 Report Diesen Beitrag melden

      Staatstrojaner

      Das hab ich mir auch schon oft gedacht, wenn ich ein update gemacht habe...

    • Martin am 17.03.2013 19:43 Report Diesen Beitrag melden

      Glaube kaum

      Dafür gibt es Cookies. Die zeigen sehr genau, was du für ein Surfverhalten hast.

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  • Tom Grassu am 15.03.2013 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die gute alte Karteikarte

    hilft auch bei diesem Problem. Einfach zurechtschneiden, vor der Kamera mit einem Klebestreifen befestigen und nur bei Bedarf hochklappen und schon sehen die Ratten nur schwarz. Die Ratschläge von Arstechnica sind sowieso Pflicht.

  • frida am 15.03.2013 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    webcam

    Wenn sich jmd. "einhackt" und mich durch die Webcam beobachten kann, leuchtet dann nicht auch das kleine Lämpchen beim Rahmen des Laptop's neben der Linse, wie wenn ich bewusst z.b. mit andere Skype (Ton und Bild) ?

    • Silvio B. am 15.03.2013 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Jap genau. Das Lämpchen fängt dann auch an zu blinken.

    • DG am 15.03.2013 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein...

      ...da das grüne Lämpchen Hardwaregesteuert agiert und nicht fest mit der Spannungsversorgung verbunden ist, kann man wenn man es will einfach durch eine Treibermodifikation abschalten.

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