Der erste Test

24. Mai 2012 17:41; Akt: 08.07.2012 15:32 Print

Das taugt Nokias Megapixel-Maschine

von Oliver Wietlisbach - Sind 41 Megapixel für ein Handy sinnvoll? Die Skepsis unter Foto-Fans ist gross. Wir haben den Pixel-Protz exklusiv getestet und zeigen, was das Nokia 808 wirklich drauf hat.

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Die gigantische Auflösung des Nokia 808 dient nicht zum Knipsen übergrosser Fotos. Die 41 Megapixel werden gebraucht, um Bildausschnitte verlustfrei zu vergrössern und das typische Rauschen bei Handy-Bildern herauszurechnen. Nokia empfiehlt Aufnahmen mit drei bis acht Megapixeln. Die 41 Megapixel werden genutzt, um aus einer grossen Aufnahme automatisch ein kleineres, aber bessers Foto zu erstellen. Das kleinere Foto ist quasi verdichtet und somit schöner. Das verlustfreie Reinzoomen in die Aufnahme ist beeindruckend ... ... und bisher ohne Konkurrenz. Dieses Foto wurde mit dem Nokia 808 beim Foto-Shooting bei Carl Zeiss in Deutschland geschossen. Als einziges Schweizer Medium konnten wir uns bereits ein paar Wochen vor dem Marktstart der ersten 41-Megapixel-Handykamera von der Qualität der neuen PureView-Technologie überzeugen. Die Original-Bilder aus der PureView-Kamera sind selbst dann noch scharf, wenn man an einem PC in das Foto hineinzoomt. Die Bilder in der Diashow sind verkleinert und komprimiert. Dieses Vergleichsbild wurde mit dem Xperia Arc von Sony Ericsson geschossen. Das Android-Smartphone der Oberklasse hat eine 8-Megapixel-Kamera. Die Unterschiede zeigen sich vor allem auf einem grossen PC-Bildschirm. Herkömmliche Handy-Bilder wirken auf einem grossen Bildschirm verwaschen oder körnig. Das Nokia 808 PureView kombiniert laut Nokia eine grössere Brennweite (8,02 mm) mit einer grossen Blende (F/2.4), sodass bei Nahaufnahmen professionelle Schärfe-/Unschärfe-Bereiche entstehen. Der Vordergrund ist scharf, der Hintergrund verschwommen. Das Nokia 808 bietet mehrere Kreativ-Filter. Nokia hat bereits vor einigen Wochen Original-Aufnahmen des Nokia 808 veröffentlicht. Die Fotos der 41-Megapixel-Kamera übertreffen herkömmliche Handy-Bilder deutlich ... ... und liegen im Bereich von Kompaktkameras. An die Qualität einer digitalen Spiegelreflexkamera ... ... reichen die Fotos erwartungsgemäss nicht heran. Das Symbian-Handy ist relativ dick an der Stelle, wo die Kamera verbaut ist, liegt aber gut in der Hand. Das Nokia 808 PureView soll ab Juni erhältlich sein. Da Nokia voll auf Windows Phone setzt, werden wohl bald Lumia-Geräte mit hochauflösenden Kameras zu erwarten sein. Der Akku ist austauschbar. Die Konzernzentrale von Carl Zeiss in Deutschland. Die Firma ist bekannt für Präzisions-Objektive und hat die PureView-Kamera fünf Jahre lang zusammen mit Nokia entwickelt.

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Vor zehn Jahren tauchten die ersten Handys mit Kameras auf. Digitale Kompaktkameras vollständig ersetzen können aber auch die Smartphones der neusten Generation nicht. Bei schlechten Lichtbedingungen, etwa in dunklen Räumen, versagen sie auf ganzer Linie. Auch auf einen optischen Zoom, bei dem mehrere Linsen vor- und zurückbewegt werden, müssen Handy-Knipser verzichten. In den immer dünneren Smartphones ist für eine anständige Kamera-Technik schlicht kein Platz vorhanden.

Nokia und der deutsche Partner Carl Zeiss - bekannt für Präzisions-Objektive - stellen die Welt der Smartphone-Kameras nun aber mit dem neuen Nokia 808 PureView auf den Kopf. Kurz gesagt ist die PureView-Kamera die Kombination eines grossen Bildsensors mit einer extrem hohen Auflösung von 41 Megapixeln und einer Hightech-Optik von Carl Zeiss. Fünf Jahre haben die beiden Unternehmen im Geheimen an der Kamera-Technik der Zukunft getüftelt.

Als erstes Schweizer Medium konnte 20 Minuten Online der ersten 41-Megapixel-Handykamera bereits Wochen vor dem Verkaufsstart auf den Zahn fühlen. Das «Revolutionäre» am Nokia 808 sind indes nicht die gigantischen Megapixel-Zahlen, sondern die neuartige PureView-Technologie (Datenblatt), die im Nokia 808 steckt.

Auf Kompaktkamera-Niveau

Der neu entwickelte Bildsensor von Carl Zeiss liefert zwar 41 Megapixel, die gigantische Auflösung dient aber nicht primär zum Knipsen übergrosser Fotos. Die 41 Megapixel werden genutzt, um aus einer grossen Aufnahme automatisch ein kleineres, aber besseres Foto zu erstellen. Nokia empfiehlt Aufnahmen mit drei bis acht Megapixeln. Die kleineren Fotos werden quasi verdichtet und sind somit deutlich schärfer als herkömmliche Handy-Fotos. Wir konnten uns bei einem Foto-Shooting bei Carl Zeiss in Deutschland selbst von der Qualität der PureView-Kamera überzeugen (siehe Diashow). Die Aufnahmen können bei Flickr in höherer Qualität angeschaut werden.

Sind 41 Megapixel sinnvoll?

Mit den bislang in Smartphones verbauten Kameras machen gewaltige Auflösungen keinen Sinn. Digitale Spiegelreflexkameras haben grosse Bildsensoren, die viel Licht einfangen. In Smartphones fehlt jedoch der Platz für genügend grosse Sensoren. Handy-Fotos leiden daher alle am gleichen Übel: Ist die Auflösung hoch, aber der Sensor aus Platzgründen zu klein, entstehen Bildfehler und das Foto wirkt körnig.

«Details, die die Linse nicht aufnehmen kann, können später nicht wieder hergestellt werden, egal, wie viele Megapixel die Kamera hat», sagt Juha Alakarhu von Nokia. Er hat mit einem Team von fast 400 Angestellten die PureView-Technologie entwickelt (siehe Video).

Quelle: YouTube/Nokia

So funktioniert das Pixel-Wunder

Um mit einem Handy Fotos in Kompaktkamera-Qualität zu erzielen, braucht es einen neuen Ansatz: Die PureView-Kamera ist 50 bis 70 Prozent kleiner als eine konventionelle Kamera mit optischem Zoom. Nokia kann daher einen deutlich grösseren Sensor im Nokia 808 verbauen, der mehr Licht und somit auch mehr Details einfängt.

Nebst der Hardware spielt die Software eine entscheidende Rolle für die so noch nicht gesehene Qualität von Handy-Bildern: Die Entwickler bei Nokia verwenden für die PureView-Kamera das sogenannte Pixel-Oversampling: Hierbei werden sieben einzelne Pixel zu einem einzigen Super-Pixel zusammengefasst, der mehr Bildinformationen enthält. Das Resultat: Dank der 41 Megapixel lässt sich in einem Fünf-Megapixel-Bild das typische Rauschen von Handy-Bildern herausfiltern und es kann bis zu 3-fach in das Foto hineingezoomt werden, ohne die sonst üblichen Qualitätsverluste beim Digitalzoom. Das Nokia 808 ist somit das erste Smartphone, das verlustfreies Zoomen erlaubt, wie man es von einem optischen Zoom gewohnt ist.

Die hohe Fotoqualität erkauft sich Nokia mit dem etwas klobigen Gehäuse. Das relativ schwere Smartphone ist an der Stelle, wo die Kamera verbaut ist, mit knapp 18 Millimetern ein eher dicker Brocken. Dennoch passt das 4 Zoll grosse Display problemlos in die Hosentasche.

Die Zukunft heisst Windows

Als Betriebssystem kommt Nokias Auslauf-Betriebssystem Symbian zum Zug. Die Entwicklung von PureView begann vor fünf Jahren und war von Anfang an auf die damals dominante Symbian-Plattform ausgerichtet. Mittlerweile spielt Nokias Betriebssystem nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Finnen haben daher Anfang 2011 bekanntgegeben, künftig auf Windows Phone von Microsoft zu setzen. Die Zeit hat anscheinend nicht gereicht, die PureView-Kamera in die neuen Windows-Phones zu integrieren.

Symbian ist zwar mit dem neusten Update auf die Version Belle auf dem Niveau von Android und iOS angekommen, viele hätten sich aber wohl ein Windows-Smartphone mit PureView-Kamera gewünscht. «Mehr Geräte mit PureView werden kommen», lautet die vage Aussage von Nokia diesbezüglich. Die Vermutung liegt auf der Hand, dass es sich um Smartphones mit Windows Phone 8 handeln wird.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Schade, Nokia macht wirklich seit zu langer Zeit schon alles falsch, wegen Symbian wird dieses sicherlich sehr tolles Gerät schlicht ein Ladenhüter... So ein Gerät nicht mit mit dem neuen Windows herauszubringen ist Marketingtechnisch ein Schuss ins eigene Knie.... Wieder stattet Nokia geniale Hardware mit Software aus die einfach niemand will.... Sehr sehr schade, ich war und bin eigentlich immer noch ein grosser Nokia Fan. – Roland

@Marco. Nicht ganz. In der Regel kann man die Bildqualität mit der Auflösung nicht erhöhen, dies weil die Pixel einfach "gebraucht" werden und das Bildrauschen höchstens durch die höhere Pixeldichte noch verschlimmert wird. Rechnet man aber ein 38MP- Bild auf 8 runter, kann man am ende durch die redundanz der Pixel das Bildrauschen besser wegrechnen, wodurch hier eben, neben der Sensorgrösse und der Lichtstärkeren Linse, genau durch die höhere Auflösung die Bildqualität positiv beeinflusst wird. – Paul Schmied

Iphone samsung nokia ist doch egal jeder soll kaufen was er gut findet! Also seit doch erwachsen und lasst die dummen diskusionen uber wer besser ist oder nicht! Ist doch egal, dem einen gefällt das und dem andern dies also einfach LEBEN UND LEBEN LASSEN!! Kindergarten! – Lotti Meier

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 24.05.2012 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher Akku

    Ja super jz sone bombenkamera aber der akku hält immer nur noch 1-2 tage... Die sollten mal n handy mit super akku erfinden...

  • Momus am 25.05.2012 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera verbessern

    Da meine Handy Kamera eine abgeschliffene Plastik Scheibe davor hatte hab ich die Plastikscheibe einfach rausgebrochen - die Qualität ist jetzt auch wieder viel besser :-) Hoffentlich ist die Linse aus Glas.

  • Mage am 24.05.2012 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist was drann am artikel?

    Ich kann mir auch wenn es der artikelschreiber nicht so sieht nicht vorstellen das bei annähern gleicher sensor grösse mit 41 mp bessere bilder gemacht werden sollen. Bei so viel pixel bleibt nicht mehr viel licht für ein pixel und die iso-werte müssen relativ hoch sein was normal zu einem warmen sensor und einem starken rauschen führt. Nimmt mich wunder wie die bilder bei eingeschränkten licht verhältnissen sind... Also nicht unter scheinwerfern...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolando am 27.05.2012 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pixel

    Ich finde 100 Megapixel sollte man schon haben! Je mehr Pixel desto beser ist das Bild!

  • mrleslol am 26.05.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kamera oder handy??

    das ist ehner eine Kamera mit Handyfuktion

  • Michael Meiser am 25.05.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Warum 41MP?

    Wahrscheinlich würde in diesem Gerät ein grosser und guter 12MP-Sensor sogar bessere Resultate liefern. Hätte das Gerät aber einen 12MP-Sensor würde niemand darüber schreiben....

    • Oliver Hochenwarter am 26.05.2012 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wer lesen kann ist im Vorteil!

      Bitte lesen Sie den Artikel.... Meine Güte!

    • Michael Meiser am 27.05.2012 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      ich habe gelesen

      Trotzdem darf man sich die Frage stellen, ob ein 41MP-Sensor in "Standardqualität" in Verbindung mit dem Oversamplingverfahren wirklich besser ist als ein erstklassiger 12MP-Sensor wie er teureren Fotokameras verwendet wird.

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  • Michael Meiser am 25.05.2012 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Pixel oversampling

    Das Pixel Oversamling ist an sich nichts neues. In Sachen PureView würde ich meinen, dass es durchaus etwas bringen kann, sofern es softwareseitig gut umgesetzt wird. Die Pixelgrösse (Dichte) ist hier etwa gleich wie bei 8MP-(Handy)-Kameras. Der 41MP-Sensor dürfte deshalb auch etwa vergleichbar rauschen (bez. % der Pixel). Beim PureView werden aus mehreren Pixeln ein neuer errechnet (Durchschnitt). "Auffällige" bzw. stark rauschende Pixel können dabei einfach ignoriert werden. Ob das gut funktioniert ist eine Frage der Software. Die Technik ist eigentlich egal, es zählt das Resultat.

  • Momus am 25.05.2012 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera verbessern

    Da meine Handy Kamera eine abgeschliffene Plastik Scheibe davor hatte hab ich die Plastikscheibe einfach rausgebrochen - die Qualität ist jetzt auch wieder viel besser :-) Hoffentlich ist die Linse aus Glas.