Erpresser-Software

15. Mai 2017 10:49; Akt: 15.05.2017 12:11 Print

«Wanna Cry» infizierte in der Schweiz 200 Rechner

Die jüngste Cyber-Attacke betrifft auch Nutzer in der Schweiz. Ein Chaos wie etwa in Grossbritannien blieb bisher aber aus.

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Die Schweiz ist von der jüngsten Cyber-Attacke vorerst kaum betroffen. Bis am Montagmorgen hat die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) nur rund 200 Infizierte registriert. Trotzdem war vorgesehen, eine Warnung zu verbreiten.

Bisher seien Melani etwa 200 IP-Adressen bekannt, die vom Hackerangriff betroffen sind, sagte Melani-Leiter Pascal Lamia der Nachrichtenagentur sda. Es gebe verschiedene Varianten der Ransomware, sagte Lamia weiter. Sie habe die Fähigkeit, sich selber zu verteilen, also nicht unbedingt nur über E-Mail, erklärte er weiter. Die erpresserische Schadsoftware mit dem Namen «Wanna Cry» hatte sich über das Wochenende auf mehr als 200'000 Ziele in über 150 Ländern verbreitet.

Firmen sind wachsam

Die Schweizer Firmen sind wachsam. «Vor dem Hintergrund der Cyberattacke haben wir vorbeugende Vorkehrungen ergriffen», teilte beispielsweise Swisscom auf Anfrage mit. Der Konzern stehe laufend im Austausch mit den Behörden und anderen Partnern und sperre die bekannten IP-Adressen und Domains der Angreifer. Zudem würden weitere Schutzmechanismen auf die aktuelle Bedrohung angepasst. «Wir überwachen die Situation weiterhin laufend.»

Der Spitalverband H hatte keine Kenntnis von allenfalls betroffenen Spitälern oder Kliniken. «Die Problematik, dass so etwas passieren kann, ist den Spitälern und Klinken bewusst. Deshalb haben wir ohnehin ein erhöhtes Schutzniveau», sagte H -Sprecher Conrad Engler auf Anfrage. Eine spezielle Warnung sei deshalb auch nicht notwendig.

Grossbanken treffen Gegenmassnahmen

Auch die SBB war vorerst nicht betroffen. Eine SBB-Sprecherin wies darauf hin, dass die IT-Security ein laufender Prozess sei. Entsprechend würden sich die IT-Spezialisten mit aktuellen Bedrohungen auseinandersetzen und auch Massnahmen treffen. Ganz wichtig sei aber auch, dass das Risikobewusstsein der Mitarbeitenden geschult werde.

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Pharmakonzern Novartis waren und sind bis jetzt nicht von der Cyber-Attacke betroffen, wie sie auf Anfrage bekannt gaben. Die Grossbanken haben nach den ersten Meldungen Gegenmassnahmen getroffen. So hat die Credit Suisse die Betriebssysteme sämtlicher Rechner auf den neuesten Stand gebracht und zusätzliche Sicherheitssoftware installiert.

(jdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg Metz am 15.05.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sammelklage gegen NSA

    Der wirklich Schuldige ist eigentlich der NSA. Wie wäre es, wenn die Betroffenen in den USA eine Sammelklage über X Millionen $ anstrengen würden?

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  • Am am 15.05.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sperren von IP und Domain

    Warum werden die IP's und Domains die zum Beispiel Swisscom kennt nicht bekannt gegeben?

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  • Herr Max Bünzlig am 17.05.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    den Quellen Code nach einer Web Adresse zu durchsuchen und die zu registrieren um zu schauen was passiert ist vermutlich noch keine Meisterleistung

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 17.05.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    den Quellen Code nach einer Web Adresse zu durchsuchen und die zu registrieren um zu schauen was passiert ist vermutlich noch keine Meisterleistung

  • Fire Red am 16.05.2017 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    200 Rechner

    Sicher alle bei meinem Ex Arbeitgeber, sind bestimmt immernoch alles auf xp service pack1.

  • <--- what else? am 15.05.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht es...

    ...so wie ich, ich hab keinen PC, Laptop oder Notebook zu Hause, also keine Viren ganz einfach. Ein gutes Handy reicht heut zu Tage aus.

    • homer Simpson am 15.05.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @<--- what else

      Auch Handys sind vor Viren nicht geschützt.

    • <--- what else? am 15.05.2017 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @homer Simpson

      Klar gibt es da auch Viren aber seit ich ein Smartphone mit Internet habe, hatte ich noch nie einen drauf. Meist kommt ein Virus mit dem öffnen eines Links oder einer Mail. Vielleicht sollten viele mal ein wenig mehr nachdenken ob sie diesen Ljnk oder Mail anklicken.

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  • Paul Trend am 15.05.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzmassnahme

    Es ist ganz einfach: Sensible Infrastruktur gehört einfach nicht ins Internet gehängt. So etwas sollte zwingend nur an Inselnetzen betrieben werden!

    • herr ich am 15.05.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      funktioniert nicht

      und dann werden sie mit verseuchten usb sticks infiziert. toll

    • Paul Trend am 15.05.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      @herr ich

      Du kannst an der Hardware die Schnittstellen abschalten. Dann geht auch kein USB Stick o.ä. mehr.

    • Gott vergibt, Django nie am 15.05.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Trend

      Wozu dann noch einen Computer haben? Als Schreibmaschine?

    • Deathclock am 15.05.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Trend

      Eine Insellösung ohne In- und Output, oder brennen Sie alles auf CD? Wie schliessen Sie Maus und Tastatur an? PCs an sich sind nicht ein Problem, es sind immer die Benutzer, diese lassen sich manipulieren und klicken gerne mal etwas blinkendes an.

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  • Katja Wohmann am 15.05.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Staatliche Organisationen werden zum..

    echten Risiko, wenn die Meldungen alle stimmen. Der NSA ist es problemlos zuzutrauen, da sie bisher wenig Skrupel gzeigt hat. Davon abgesehen druck auch die EZB beliebig Geldscheine ohne Gegewert und setzt mit dieser Attake die Regeln unseres ganzen Wirtschaftssystems ausser Kraft. Ein Kollaps ist bereits vorhersehbar...