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10. August 2017 11:15; Akt: 10.08.2017 11:23 Print

Foto-Filter können deine Depression verraten

Studien belegen, dass Depressive oft dunkle Filter auf Instagram benutzen. Eine Software soll nun der Früherkennung von gemütskranken Menschen dienen.

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Die Wahl eines Foto-Filters auf Instagram kann so einiges über die psychische Verfassung von Nutzern verraten. Das zumindest berichten die amerikanischen Wissenschaftler Andrew Reece und Chris Danforth im Fachjournal «EPJ Data Science».

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So würden Depressive, wenn überhaupt, Instagram-Filter mit dunklem Farbton oder Schwarz-Weiss-Aufnahmen bevorzugen, schreiben die Forscher der Harvard Universität. User, deren Seele im Gleichgewicht ist, bevorzugen wiederum hellere Farbfilter.

Nicht nur die Wahl der Filter, sondern auch die Anzahl der abgelichteten Personen gebe Aufschluss darüber, ob
jemand an Depressionen leide oder zumindest die Veranlagung dazu in sich trage.

Auf Fotos von Depressiven sind demnach weniger Gesichter beziehungsweise Personen zu sehen. Gemütskranke User veröffentlichen häufiger Einzelaufnahmen. Deren Beiträge würden im Gegenzug häufiger kommentiert als andere, so Reece und Danforth.

Bildanalyse-Software

44'000 Instagram-Posts von insgesamt 166 Probanden haben die US-Wissenschaftler genauer unter die Lupe genommen, wobei die Hälfte der Probanden in den drei Jahren vor Studienbeginn an einer klinisch diagnostizierten Depression gelitten hatte oder noch litt. Die eingesetzte Bildanalyse-Software war hierbei in der Lage, die Beiträge der Nutzer anhand besonders auffälliger Merkmale zu erkennen.

Die Anzahl der Probanden ist mit 166 Profilen eher gering, wie die Forscher in der Diskussion ihrer Ergebnisse bemerken. Nützliche Erkenntnisse habe die Untersuchung dennoch geliefert.

Hilfe bei Früherkennung

«Die Software kann unter Umständen Anzeichen einer Depression entdecken. Und zwar noch bevor es eine klinische Diagnose gibt», schreiben Danforth und Reece. Aus der Studie geht hervor, dass die besagte Software in 70 Prozent der Fälle in der Lage war, Nutzer mit Hang zu depressivem Verhalten zu erkennen.

Das Analyse-Tool sei zwar kein Diagnose-Test, soll laut den Forschern aber in Zukunft Ärzten helfen, depressive Patienten in einem Frühstadium zu erkennen. Denn die Fachleute hätten nicht immer nötigen Zugang zu dem, was ihre Patienten tatsächlich umtreibe.

(hau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zynikus Sarkasstovic am 10.08.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Raster gerutscht

    Ich benutze gar nie Filter, habe leichte depressionen. System versagt...

    einklappen einklappen
  • Lukas am 10.08.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch

    Ja am besten überlassen wir es zukünftig dem Computer, wie unsere Stimmung gerade ist. Wozu braucht es noch menschlichen Kontakt?

  • Büezer am 10.08.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    welche Erkenntnisse

    Mann, und was ist wenn man mit den Filter rumspielt? Was wenn man Sepia Funktion benützt? ist man dann ein Hoffnungsloser alt gebliebener? Und dann will man Früherkennung mit einer Software betreiben? Was hätte man aus Picasso's blaue Phase alles Ableiten können?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ladyinred am 11.08.2017 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit Instagram

    Würden die Menschen weniger im Instagram abhängen. Wären sie weniger depressiv. Facebook etc. ist Gift für das seelische Gleichgewicht.

  • lalala am 11.08.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    ich kriege

    Depressionen bei diesen Statistiken...es gibt Menschen die werden für solche Studien bezahlt

  • Andreas Dietrich am 11.08.2017 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    K. K.

    Wenn ich mir freiwillig ein Bild der Dame K. K. ansehe, soll mich mein Hausarzt dringlich in eine therapeuthische Einrichtung einweisen wegen akuter intellektueller Selbstgefährdung! - Der Nutzen von Bildern für die psychische Gesundheit kann deshalb gar nicht genug betont werden.

  • Kritiker am 11.08.2017 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt?

    Nächster Schritt: du postest ein Bild auf Instagramm und zack steht der Psychiater vor der Tür. So kann sich ein Berufsstand auch am Leben halten...

  • Herz am 11.08.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Künstlerin

    So ein "Habakuk" ich bin selber Künstlerin Fotos, Videos, Bilder etc. und verwende seit eh und je immer ganz starke Farben... und kenne Depressionen gut...auch Verzweiflung wegen körperlichen Problemen und etc. Immer diese Verallgemeinerungen auch bei ganz anderen Themen dieser Welt sind eine Katastrophe ...man muss immer den einzelnen Menschen genauer betrachten...