Chat-Analyse

04. Juli 2014 11:03; Akt: 04.07.2014 11:27 Print

So nutzen die Schweizer WhatsApp

Der Chat-Dienst WhatsApp steht im Fokus von Schweizer Forschern. Sprachwissenschaftler untersuchen die Sprache der User und vergleichen sie mit SMS. Erste Ergebnisse liegen vor.

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Schweizer Sprachwissenschaftler an den Universitäten Zürich, Bern und Neuchâtel wollen den Einfluss der neuen Kommunikationsmöglichkeiten auf die Sprache untersuchen. In einer grossangelegten Sammelaktion rufen sie deshalb WhatsApp-User dazu auf, Chats an die Forschung zu spenden.

Das Projekt «What's up, Switzerland» möchte anhand der eingesandten Nachrichten herausfinden, wo die sprachlichen Unterschiede zwischen SMS-Texten und WhatsApp-Chats liegen. Dabei werden Eigenheiten wie beispielsweise bestimmte Subjekt- oder Artikelauslassungen, Rechtschreibung und die Verwendung von Anglizismen untersucht. Erste Ergebnisse liegen bereits vor.

Politische Diskussionen und Familienchats

Am 1. Juni ist die Aktion angelaufen. Die Analyse der Datensammlung der ersten zwei Wochen zeigt Erstaunliches: So nutzen User beispielsweise die App nicht nur, um sich in einer Gruppe mit Freunden auszutauschen. Viele kommunizieren auch in einem Familienchat.

Ebenfalls spannend und eine Neuerung gegenüber SMS-Kommunikation: Auf WhatsApp wird laut den Forschern rege und ausführlich über Politik diskutiert, beispielsweise Abstimmungen. Ein aktueller Dauerbrenner sei die Fussball-WM, schreiben die Wissenschaftler in einer Mitteilung. Zum Teil werden ganze Spiele per WhatsApp kommentiert.

«Kommunikation auf WhatsApp ist wie ein Dialog»

Auf sprachlicher Ebene fällt auf, dass rund 90 Prozent aller deutschsprachigen Chats in Mundart und häufig im Telegrammstil abgefasst sind. «Die Kommunikation mit WhatsApp ist einem Gespräch viel ähnlicher als der Austausch via SMS», sagt Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid. Das Ping-Pong-Schreiben sei klar erkennbar. Die Nachrichten seien trotz fehlender Zeichenbeschränkung sehr kurz, meist folge auf eine Frage direkt eine Antwort.

Neu sei auch, dass die meisten Wörter orthographisch korrekt geschrieben seien. «Das hat mich erstaunt, denn in SMS-Sammlungen haben wir vergleichsweise viel mehr Fehler gefunden.» Dies habe wohl auch mit der Autokorrektur zu tun, die zumindest im Schriftdeutschen eine Hilfe sei. Ein weiterer Unterschied zum SMS-Verhalten seien die wenigen Abkürzungen. «Die WhatsApp-Nachrichten sind einfacher zu verstehen als SMS, Codes oder Kurzwörter tauchen kaum auf.»

Die beliebteste Phrase in den eingeschickten WhatsApp-Nachrichten ist: «Er esch so toll». Darauf folgen «nicht in die schule» und «wann kommst du heim». An 19. Stelle erst folgt erst «wie gahts dir so».

Kuss-Emoji ist am beliebtesten

Neben sprachlichen Unterschieden haben die Forscher auch die Verwendung von bildlichen Symbolen untersucht. Emojis werden demnach wie Smileys auf früheren Mobiltelefonen meist als Kommentare und selten als Ersatz für ein Wort verwendet.

Das beliebteste Emoji ist das Gesicht, das einen Kuss schickt. Darauf folgt der lachende Smiley mit Tränen in den Augen und der mit geöffnetem Mund lachende Smiley. An vierter Stelle steht das Gesicht mit zwinkerndem Auge.

Wer der Forschung ebenfalls helfen will, spendet seine WhatsApp-Chats unter www.whatsup-switzerland.ch Einsendeschluss ist der 13. Juli. «Ich hoffe, es melden sich noch mehr Personen aus dem romanischen Teil der Schweiz.» Das Ziel des Projekts sei es, alle Sprachen, alle Altersgruppen und alle Gesellschaftsschichten in der Schweiz abzudecken. Dürscheid: «Je breiter gestreut, desto besser und aussagekräftiger.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gutso am 04.07.2014 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    R/Wichtig

    Diese Analyse hat meinen Freitag entscheidend weitergebracht!

  • Joel A. am 04.07.2014 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant...

    Und was bringt das jetzt?

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  • Mary Grundi am 04.07.2014 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Emoticon ist nicht vorhanden....

    Mir fehlt eindeutig der *kotz* smilie :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • WA out am 07.07.2014 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    No Whatsapp - like Hike

    Whatspp ist doch langweilig. Ich benutze lieber Hike. Das ist witziger aufgemacht, hat Chat Geheimfunktion, mehr Smilies, coole Sticker und Wlan ist 128 bit verschlüsselt.

  • mimi am 07.07.2014 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    schön

    Nei den Deutschen top 20 sieht man sofort dass es sich vermutlich um schreiber von 10 bis 25 Jahren hält. Bei den westschweizern sieht es wesentlich erwachsener aus. Und schön ist dass bei denen "Je t'aime" in der rangliste steht

  • Ch. Gerber am 06.07.2014 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Post Geheimnis???

    Wie war das nochmals mit dem Post Geheimnis? Oh moment, es ist ja in den AGBs und wie bei FaceBook und Co. Tja, viel spass beim weiter benutzen von WhatsApp und Co. Der Staat liest mit und auch alle andern...

    • Leser am 07.07.2014 07:23 Report Diesen Beitrag melden

      Post-Geheimnis

      Tja, wenn man den Artikel richtig liest, weiss man, dass die Dialoge freiwillig zur Verfügung gestellt wurden! Dürfen Sie auch, der Link ist im Artikel.....

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  • Hirn am 06.07.2014 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wertvolle Forschung...

    ... auf Kosten des Steuerzahlers. Solche Forschung bringt die Welt ganz bestimmt ganz viel weiter.

  • E. Zorn am 06.07.2014 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    Wozu solche Untersuchungen? Kostet nur unser Steuergeld.