Greenpeace prangert an

18. April 2012 08:53; Akt: 18.04.2012 09:59 Print

Dreckige Clouds

Laut Greenpeace-Ranking betreibt Yahoo das umweltfreundlichste Rechenzentrum. Apple wird als wenig umweltfreundlich kritisiert - und weist die Vorwürfe zurück.

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Greenpeace fordert von allen IT-Unternehmen, sie sollen ihre Clouds mit erneuerbaren Energien betreiben oder direkt in Ökostrom investieren. (Bild: Keystone)

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Für ihre gigantischen Cloud-Rechenzentren nutzen viele IT-Unternehmen hauptsächlich Strom aus Kohle- und Atomenergie. Die Umweltorganisation Greenpeace wirft in einer aktuellen Studie vor allem Apple, Amazon und Microsoft vor, nicht genug auf erneuerbare Energie zu setzen.

Apple beziehe für seinen Dienst iCloud 55 Prozent seines Energiebedarfs aus Kohle- und knapp 28 Prozent aus Atomkraftwerken. Yahoo mit 56 Prozent sauberer Energie führt laut Greenpeace-Ranking knapp vor Dell mit 53 Prozent. Auch Google mit 39 Prozent und Facebook mit 36 Prozent nennen die Umweltschützer als positive Beispiele.

Twitter: wenig effizient

Twitter und Amazon erhalten unter anderem auch schlechte Noten wegen der mangelnden Transparenz. Die Effizienz der Rechenzentren wird durch eine zusätzliche Note bewertet, wobei kein Anbieter die Bestnote erreicht. Twitter erhält die schlechteste Note.

Beim Cloud-Computing laufen Programme und Daten direkt aus dem Netz und sind so immer und überall abrufbar. Einige der dafür nötigen Rechenzentren verbrauchen nach Greenpeace-Angaben so viel Strom wie 180 000 Einfamilienhäuser.

Apple: «Nicht zutreffend»

Einen Teil der Daten für die Studie hat die Umweltorganisation geschätzt, da von den Unternehmen keine exakten Angaben vorlagen. Apple und Amazon kritisierten die Zahlen bereits als nicht zutreffend. Gemäss eigenen Angaben betreibt Apple seine Anlagen in Texas, Kalifornien und Irland zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, wie aus einem auf der Firmen-Website veröffentlichten Bericht hervorgeht. Auch das geplante Rechenzentrum in North Carolina soll ausschliesslich mit Solarstrom betrieben werden.

Nutzer sollen protestieren

Greenpeace fordert von allen IT-Unternehmen, ihre Clouds mit erneuerbaren Energien zu betreiben oder direkt in Ökostrom zu investieren. Zudem sollen die Firmen ihren Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoss publizieren und sich bei Stromversorgern und Regierungen für den Ausbau von Ökostrom einsetzen. Greenpeace hat eine Online-Petition lanciert, mit der man Amazon, Apple, und Microsoft den Wunsch nach sauberen Clouds übermitteln kann.

(dsc/sda)