Facebook

23. November 2017 10:55; Akt: 26.11.2017 02:15 Print

Sind Sie auf russische Propaganda reingefallen?

Im Zuge der Ermittlungen einer möglichen Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl führt Facebook eine Propaganda-Check-Software ein.

storybild

Facebook- und Instagram-Werbungen, die vom US-Nachrichtendienst nach Russland zurückverfolgt werden konnten. (1. November 2017) (Bild: Keystone/Jon Elswick)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter dem Druck des US-Kongresses will das Online-Netzwerk Facebook bis Jahresende eine Software zur Prüfung vor politischer Propaganda anbieten. Mit dieser können Nutzer ihre mögliche Beeinflussung durch russische Propaganda nachvollziehen.

Wie Facebook am Mittwoch in San Francisco mitteilte, sollen Nutzer mit dem Programm zurückverfolgen können, ob sie zwischen Januar 2015 bis August 2016 auf Inhalte der Internet Research Agency auf Facebook oder dessen Bilderdienst Instagram stiessen.

Aufforderung durch US-Kongress

Die Internet Research Agency gilt als Urheberin von russischer Propaganda, die auch der Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 diente. «Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, wie ausländische Akteure versuchten, Zwietracht und Misstrauen zu säen, indem sie vor und nach der US-Wahl 2016 Facebook nutzten», hiess es am Mittwoch in einem Facebook-Blog.

Zuvor hatte der US-Kongress Facebook und andere Internetriesen aufgefordert, ihre Nutzer über ihre mögliche Beeinflussung durch russische Propaganda im Zuge der US-Wahl zu informieren. Facebook, Twitter, Google und weitere Unternehmen haben mit Medienkonzernen mittlerweile eine Initiative gegründet, die «vertrauenswürdige» Nachrichtenquellen identifizieren soll. Das sogenannte Trust Project soll Nachrichten kennzeichnen, die ethische Standards erfüllen und transparent sind.

Zuckerberg wütend

Anfang November hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg anlässlich der Veröffentlichung von Quartalszahlen erklärt, Facebook meine «es ernst damit, Missbrauch auf unseren Plattformen zu verhindern.» Die Nutzerzahl wachse und das Geschäft laufe gut, sagte Zuckerberg. «Aber das spielt keine Rolle, wenn unsere Dienstleistungen in einer Art und Weise ausgenutzt werden, die die Leute nicht zusammenbringt.» Es mache ihn wütend, dass Russland das Netzwerk benutzt habe, um Zwist zu säen.

Kurz vor Zuckerbergs Stellungnahme hatte sich Facebook-Jurist Colin Stretch bei einer Anhörung im US-Kongress unangenehmen Fragen stellen müssen. Nach Angaben des Unternehmens waren schätzungsweise 126 Millionen US-Nutzer mit russischen Propaganda-Inhalten auf Facebook konfrontiert und weitere rund 20 Millionen US-Nutzer im Bilderdienst Instagram. Facebook hat weltweit mehr als zwei Milliarden aktive Nutzer.

(sep/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimmy am 23.11.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die USA?

    Bevor ich das gelesen habe, wie viel Propaganda hat die USA weltweit zur beeinflussung der Menschheit beigetragen? Ah ja, natürlich nichts..

  • Myoptic Dystopia am 23.11.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Können von Glück sprechen

    wenn $100'000 bereits ausreichen, um eine US Wahl zu beeinflussen, dann stelle man sich einmal vor, die Russen hätten $1'000'000 locker gemacht. Putin würde heute höchstpersönlich im Weissen Haus sitzen!!!

  • anonym am 23.11.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Restliche Propaganda?

    Und wann folgt die Software für die Propaganda der USA und deren zwielichtigen Institutionen ?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • JeffR am 23.11.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Und was war der Inhalt der russischen Propaganda? Werbe-Anzeigen für Black Lives Matter. Ja richtig gelesen ;)

  • Geppetto am 23.11.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Auf die russische nicht..

    aber auf die Amerikanische- und EU sowie CH Propaganda flieg ich jedes mal wieder rein.

  • Ruedi Rüssel am 23.11.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut

    Ganz ehrlich Propaganda gibt es überall in allen Ländern. Dabei ist dieser Artikel das beste Beispiel. Es wird überall versucht uns zu beeinflussen. Siehe Trumphetze, Umfragewerte vor Wahlen, Werbung von Parteien etc. Also wenn Russland mit 100k$ etwas erreichen konnte in den USA spricht das eher für unglaublich schlechte Kampagnen der Präsidentschaftsanwärtern, diese pumpen Millionen in ihre Kampagnen.

    • Peter am 23.11.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      eherUralt

      Ein US Präsidnetenwahlkampf: genau 2000 Millionen (Gem. Spiegel) kostet so ein Wahlkampf, und 100k sind Wahlentscheidend?

    einklappen einklappen
  • Propagandalf am 23.11.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur auf westliche

    Nein, aber jeden Tag auf westliche Amerikanische Propaganda

  • Mk am 23.11.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt...

    ...wird seelig und ist sowas von naiv. Seid mehr als einem jahr macht man russland dagegen vorwürfe, konnte aber bis heute noch keinen beweis dafür erbringen. Die US lobby hat clinton mit satten 1,3mia dollar im wahlkampf unterstützt und es hat dennoch nicht gereicht. Statt den fehler in den eigenen reihen zu suchen versucht man nun das versagen den russen in die schuhe zu schieben. Findet euch damit ab, dass das us volk keine korrupte kriegstreiberin an der macht haben wollte. Die medien liefern ihren teil dazu mit unobjektiver und amateurmässigen berichterstattung! Traurig, traurig, traurig