Smarte Fotos

05. April 2012 20:39; Akt: 05.04.2012 22:01 Print

Tipps und Tricks für den Handy-Knipser

Apple, Nokia und Co. versprechen gestochen scharfe Aufnahmen. Die Realität sieht meist verwaschen und grobkörnig aus. Mit ein paar Kniffen gelingen aber auch mit dem Smartphone vernünftige Schnappschüsse.

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Der kleine Bild-Sensor bei dünnen Smartphones verhindert hochwertige Fotos. Die mässige Bildqualität lässt sich teils direkt in der Kamera-App mit der Optimierungs-Funktion verbessern. Alternativ können die Fotos mit zusätzlichen Effekt-Filtern (Bild) aufgepeppt werden. Gebräuchliche Filter wie Sepia (Bild) liefern die Kamera-Apps meist direkt mit. Eine grössere Auswahl an Nachbearbeitungs-Effekten liefern Apps von Drittanbietern wie Instagram. Alles Kaschieren hilft nichts, wenn das Motiv zum Gähnen ist. Personen oder Objekte sollten nicht mittig platziert werden. Bei machen Foto-Apps lässt sich ein Raster einblenden, der dem ungeübten Fotografen bei der Positionierung hilft. Die Mitte des Schiffs ist hier korrekt an der linken Drittels-Linie ausgerichtet. Der Radfahrer fährt aus dem Bild, was der Aufnahme Dynamik verleiht. Beim Fotografieren sollte eine aussergewöhnliche Perspektive gesucht werden. Meist hilft es schon, in die Knie zu gehen. Oder man sucht eine erhöhte Position, um eine interessante Perspektive zu finden. Details wie einzelne Blätter können spannender sein, als einen Überblick über den ganzen Ort einzufangen. Die Aufnahme wirkt spannender, wenn sich Vorder- und Hintergrund deutlich voneinander abheben. Eine Blume mit dem Makro-Modus des Nokia Lumia 900 fotografiert. Und die gleiche Blume mit dem iPhone 4S. Die Kameras der Premium-Handys schenken sich wenig. Je nach Situation liefert das Lumia 900 oder das iPhone 4S das bessere Ergebnis. Die meisten Handy-Kameras haben Probleme mit der Farbtreue. Hier das Lumia-900-Foto und ... ... das gleiche Motiv mit dem iPhone 4S geknipst. Unter schlechten Lichtverhältnissen versagen alle Handy-Kameras. Wieder zuerst das Lumia 900 und ... ... und der Versuch mit dem iPhone 4S ein Foto mit wenig Licht zu schiessen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wir erinnern uns: Genüsslich präsentierte HTC-Chef Peter Chou den Journalisten am Mobile World Congress Fotos, die mit dem neuen HTC One geschossen wurden. Der Grund für Chous gute Laune: Neben den HTC-Bildern gingen die unterbelichteten Vergleichsfotos von Apples iPhone hoffnungslos unter.

Auch Sony lockt Smartphone-Käufer mit einer 12-Megapixel-Kamera im brandneuen Xperia S. Während die Hersteller gestochen scharfe Fotos versprechen, sieht die Realität eher verwaschen oder grobkörnig aus. Ob iPhone, Galaxy oder Nokia Lumia, selbst die Premium-Geräte liefern allenfalls bei ausgezeichneten Lichtbedingungen vernünftige Bilder.

Die Schwächen kaschieren

Obwohl Smartphones grundsätzlich keine Foto-Künstler sind, lassen sich mit ein paar Kniffen vernünftige Resultate aus der Kamera zaubern. Bei den meisten Geräten lassen sich geknipste Bilder direkt in der Foto-App mit einem Filter aufhübschen. Die Verbesserung variiert von Aufnahme zu Aufnahme. Oft kommen etwas mehr Kontrast und stärkere Farben ins Foto.

Gut kaschieren lässt sich die durchwachsene Qualität von Handy-Fotos mit diversen Effekt-Filtern (Sepia, Schwarz/Weiss etc.), die unzählige Foto-Apps im Programm haben. Aus einer langweiligen Aufnahme wird mit einem Klick ein stylisches Foto. Am bekanntesten ist mit Sicherheit Instagram für das iPhone und Android. Mit der App lassen sich Schnappschüsse mit wenigen Klicks verschönern, indem ein cooler Filter über das Foto gelegt wird. Für Windows Phone ist InstaCam eine Alternative.

Das Motiv machts

Alles Kaschieren hilft nichts, wenn das Motiv zum Gähnen ist. Mit drei einfachen Regeln lassen sich öde Fotos vermeiden. Einfach zu merken ist die sogenannte Drittel-Regel: Das Hauptmotiv sollte gegen den Rand versetzt zu liegen kommen und Personen sollten das Gesicht Richtung Bildmitte geneigt haben. Konkret teilt man den Bildschirm gedanklich in ein Raster aus drei Mal drei Feldern auf. Das zentrale Bildmotiv - zum Beispiel das Gesicht einer Person - wird auf einen der Schnittpunkte gelegt. Bei manchen Smartphones lässt sich ein Raster einblenden, der dem ungeübten Fotografen bei der Positionierung hilft (siehe Bildstrecke).

Grosses Gähn-Potenzial haben Fotos, die auf Augenhöhe geschossen werden. Eine ungewöhnliche und somit spannende Perspektive lässt sich einfach erreichen, indem man in die Knie geht und mit der Perspektive spielt. Ebenfalls deutlich an Leben gewinnen Aufnahmen, wenn man nicht eine vollständige Szenerie fotografiert, sondern Details in den Fokus rückt.

Dünne Handys und gute Fotos beissen sich

Trotz aller Tricks und Kniffe, Smartphones werden Kompaktkameras in nächster Zeit nicht das Wasser reichen können. Der Grund ist einfach: Extrem hohe Auflösungen machen bei den wenigen Millimeter dünnen Smartphones keinen Sinn, da die Bildqualität immer durch den kleinen Sensor begrenzt wird. Digitale Spiegelreflexkameras haben grosse Bildsensoren, die viel Licht einfangen. In ultradünnen Smartphones fehlt der Platz für genügend grosse Sensoren.

Für die Qualität der Fotos massgebend sind nicht primär die Megapixel, sondern die Grösse der einzelnen Pixel. Die Pixelgrösse ergibt sich aus dem Verhältnis der Sensorgrösse zur Auflösung. Vereinfacht gesagt: Ist die Auflösung hoch, aber der Sensor zu klein, entstehen Bildfehler oder das Foto wirkt körnig. Da kaum jemand zurück zu dickeren Smartphones will, werden ambitionierte Hobby-Fotografen weiterhin nicht an einer Spiegelreflex- oder zumindest Kompaktkamera vorbeikommen.

Der Nokia-Ansatz macht Hoffnung

Die Finnen haben mit dem bereits ausführlich vorgestellten Nokia 808 eine «Wunderwaffe» im Köcher: Mit einer 41-Megapixel-Kamera sollen vernünftige Schnappschüsse möglich werden. Die gigantische Auflösung dient allerdings nicht zum Knipsen übergrosser Fotos, sie wird genutzt, um aus einer grossen Aufnahme automatisch ein kleineres, aber besseres Foto zu erstellen. Das kleinere Foto ist quasi verdichtet und somit schöner.

Die technischen Daten und Beispielfotos lassen erahnen, dass mit dem Nokia 808 im Mai erstmals ein Smartphone erscheint, das mit Kompaktkameras auf Augenhöhe ist. Die Qualität erkauft sich Nokia allerdings mit einem deutlich dickeren Gehäuse an der Stelle, wo die Kamera verbaut ist.

(owi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DSLR am 07.04.2012 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    iPhone hier - iPhone dort...

    Lächerlich und erschreckend zu gleich was ich hier lese.... Solch ein kleiner Sensor mit einem gleich kleinen billigen Glas (Objektiv kann man es ja nicht nennen) davor kann rein Technisch und Physikalisch keine besseren Fotos machen als eine Kamera mit einem richtigen Objektiv vor dem Sensor! Ihr iLeute lasst euch zu einfach für Dumm verkaufen und vergesst was wirklich gut ist ;-)

  • toschi am 05.04.2012 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bearbeiten

    Schöne tipps nur sollte beachtet werden dass die Blätter im Vordergrund nicht das eigentliche Motiv erdrücken oder die Makroaufnahme unscharf ist! Bearbeiten am Computer ist immer die einfachere und bessere Möglichkeit! Da sieht man was man macht!

  • toschi am 07.04.2012 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wandel der Zeit

    Es ist einfach so, dass sich die Fotografie verändert! Vor kurzem hat man die digitale Fotografie noch als Spinnerei bezeichnet. Heute ist die analoge Fotografie am aussterben! Apple hat es vorgemacht, wie neu Allzweckinstrumente den Markt erobern. Und da wird sich noch sehr viel weiter ändern. Und viele die heute sagen: so ein Mist, werden morgen sagen: einfach Genial! Ein Profifotogarf hat andere Ansprüche wie ein Laie. Trotzdem fotografiert der Laie gerne und zwar mit dem was er gerade dabei hat! Das aktuelle iPhone kann durchaus mit einer vor 10Jahren gebauten 2MB-Pixel-Kamera konkurrieren

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robin am 10.04.2012 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HTC = Beste!

    Ich als HTC One X Besitzer kann echt nur schwärmen von der Kamera!

  • DSLR am 07.04.2012 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    iPhone hier - iPhone dort...

    Lächerlich und erschreckend zu gleich was ich hier lese.... Solch ein kleiner Sensor mit einem gleich kleinen billigen Glas (Objektiv kann man es ja nicht nennen) davor kann rein Technisch und Physikalisch keine besseren Fotos machen als eine Kamera mit einem richtigen Objektiv vor dem Sensor! Ihr iLeute lasst euch zu einfach für Dumm verkaufen und vergesst was wirklich gut ist ;-)

  • toschi am 07.04.2012 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wandel der Zeit

    Es ist einfach so, dass sich die Fotografie verändert! Vor kurzem hat man die digitale Fotografie noch als Spinnerei bezeichnet. Heute ist die analoge Fotografie am aussterben! Apple hat es vorgemacht, wie neu Allzweckinstrumente den Markt erobern. Und da wird sich noch sehr viel weiter ändern. Und viele die heute sagen: so ein Mist, werden morgen sagen: einfach Genial! Ein Profifotogarf hat andere Ansprüche wie ein Laie. Trotzdem fotografiert der Laie gerne und zwar mit dem was er gerade dabei hat! Das aktuelle iPhone kann durchaus mit einer vor 10Jahren gebauten 2MB-Pixel-Kamera konkurrieren

  • Markus H am 07.04.2012 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typische Istagram Möchtegernfotografen

    Herje Ich habe so das Gefühl, das die hälfte aller Beiträg von typischen Istagram-Fotografen sind. Mit einer Spiegelreflex hat man die Möglichkeit das Objektiv seinem Nutzen anzupassen, man kann zusätzlich noch sämmtliche einstellungen anpassen usw. Ich will hetzt aber unseren Möchtegernpotografen nicht erklären was ISO, Blende oder Belichtungszeit bedeutet, da ihr I-Phone es ja angeblich besser weiss. Traurig aber war Noch so ein kleiner Tipp für alle die ein Bildbearbeitungsprogramm für ein Nokia Windows-Phone wollen, nehmt das von Nokia, ist meiner Meinung nach das Beste

    • iMensch am 07.04.2012 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      Apple

      Ich nehme mal an, du hattest noch nie einen Mac und hast dort noch nie ein Foto bearbeitet :P

    • Ds am 09.04.2012 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Recht

      Haste...

    einklappen einklappen
  • liam gfeller am 07.04.2012 02:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensorspinnereien

    Das wichtigste für eine gute Bildqualität ist die Optik - und nicht der Sensor.