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Tech-Wunderkind
23. November 2012 20:21; Akt: 23.11.2012 20:22 Print
Aus Sierra Leones Müll bastelt er Radio-Sender
Kelvin Doe suchte auf den Müllhalden nach Elektroschrott und fertigte daraus nützliche Dinge für sein Dorf. Dann erhielt der 15-jähriger Tüftler aus Westafrika die Einladung seines Lebens.
Manchmal schreibt das Leben rührende Geschichten. Wie diejenige von Kelvin Doe, einem 15-jährigen Teenager aus Sierra Leone. Der junge Mann lebt in einem mausarmen Dorf in Westafrika und macht nichts lieber als Tüfteln.
Vom Bürgerkrieg gezeichnetDer kleine westafrikanische Staat Sierra Leone (»Löwengebirge») gehört zu den ärmsten Ländern dieser Region. Knapp sechs Millionen Menschen leben dort. Sie gehören 20 verschiedenen Völkern an, in der Mehrheit sind es Muslime.
Die Welthungerhilfe schätzt die Lage der Bevölkerung als «sehr ernst» ein: Die Lebenserwartung liegt nur bei rund 50 Jahren, die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Analphabeten. Hauptgrund für die Armut ist ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg.
Seit seinem Ende 2002 hat Sierra Leone aber eine vergleichsweise positive Entwicklung genommen. Alle UNO-Friedenstruppen sind abgezogen, die Sanktionen aufgehoben. Der Wiederaufbau kommt langsam in Gang.
Sierra Leone exportiert vor allem Diamanten, Metalle und Kakao, muss aber Industriegüter und Nahrungsmittel einführen. Ein Problem bleibt die hohe Jugendarbeitslosigkeit.
(sda)
Weil er kein Geld hatte, suchte Kelvin auf den Müllhalden nach Elektroschrott. Daraus bastelte er die verrücktesten Dinge, so zum Beispiel einen eigenen Radiosender. Unter dem Spitznamen DJ Focus moderiert er seither Nachrichten und bringt Musik unter die Leute. Sein Ziel sei es auch, den jungen Leuten eine Stimme zu geben.
Wochenlang ohne Strom
Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose, in Sierra Leone ist
Elektrizität Glücksache. Das marode Stromnetz bricht immer wieder zusammen, während Wochen gibt es kein Licht. Das brachte Kelvin auf die Idee, eigene Batterien und einen Generator zu bauen.
Wie er das geschafft hat? Durch Learning by Doing, wie ein eindrückliches Video des YouTube-Senders THNKR zeigt. Kelvin hat sich alle Kenntnisse selber beigebracht. Er nimmt die im Abfall gefundenen Dinge auseinander und baut daraus etwas nützliches Neues.
Nun hat das Leben des Erfinders aus Leidenschaft eine ungewöhnliche Wende genommen. Eines der renommiertesten Forschungsinstitute der Welt hat ihn für ein Praktikum eingeladen. Kelvin ist die jüngste Person in der Geschichte des Massachusetts Institute of Technology (MIT), die eine solche Chance erhalten hat.
Der 15-Jährige konnte in die USA fliegen, weil sich ein MIT-Forscher für ihn einsetzte. In Amerika konnte der junge Mann mit ausgewiesenen Fachleuten arbeiten und neue Möglichkeiten ausprobieren. Tausende Kilometer von seiner afrikanischen Heimat entfernt, wurde er vom Heimweh geplagt, liess sich aber nicht entmutigen. Zu spannend und lehrreich war die neue Tech-Welt, die sich ihm in Cambridge eröffnete.
Andere ermutigen
Kelvins Reise wurde mit Geldern des Forschungsinstituts finanziert, ein MIT-Student liess ihn bei sich schlafen und setzte sich für den ungewöhnlichen Gast ein. Die beiden hatten sich in einem Innovations-Camp in Sierra Leone kennengelernt. Dort werden junge Leute ermuntert, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen. Ganz egal, wie widrig die Lebensumstände sind.
Er wolle seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen helfen, sagt der 15-Jährige. Das in den USA erworbene Wissen will er mit allen teilen. Sein nächstes Projekt ist eine Windmühle, die Elektrizität liefern soll. Und er hofft, dass viele junge Leute von seiner Geschichte ermutigt werden.
(dsc)
Dank solchen kreativen Kids wird es auch weiterhin eine Zukunft geben. Ich wünschte, ich könnte dieses Beispiel vielen Jugendlichen hier zeigen, welche ihre Zeit mit dem Gegenteil von den Leistungen des Kelvin Doe vertrödeln. Ich gönne diesem jungen Kerl alles Glück der Erde für seine hoffentlich erfolgreiche Zukunft, sein Talent und seinem sozialen Gedanken. Hut ab vor soviel Engagement, Talent und Weitsicht. – Jackmans
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Alle 80 Kommentare

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Hoffnung
Usere spendengelder sollten eingesetzt werden um solche Talente zu fördern.Er hätte ein Studium verdient.
Wenig Hoffnung
Schön aber traurig. Alles täuscht! Ich bin alle 2-3 Monate in Sierra Leone und anderen West Afrikanischen Ländern unterwegs. Aufmunternde Beiträge nützen hier nichts. Man muss handeln. Soeben hat die APC die Wahlen gewonnen. Die entwickeln zwar mit den Chinesen positiv das Land aber gegen die zerstörende Korruption wird nichts gemacht. Habe eine pharma distrbutionsfirma in Freetown (Hauptstadt) aber auch hier die Gesundheitsbehörde ist korrupt und man kann alle Zertfikate "kaufen" darum hat es mehr Fake Medis im Markt und deshalb sterben die Menschen in den Strassen.
Hoffnung und nochmals Hoffnung
Trotz aller Widrigkeiten, "leider" wie Du geschildert hast, wünsche ich Kelvin nur das Beste! Er ist ein Hoffnung träger.
Super
Leute wie Kelvin Doe sind es die die Menschheit vorwärts bringen. Leute, die Ihre Talente einsetzen um Ihren Mitmenschen, Ihrer Familie und Ihrem Land zu helfen. Das sind wirkliche Patrioten. Leute die anderen helfen und was konstruktives machen und nicht Leute, die meinen man müssen die Menschen in Einheimische und Ausländer, in wichtige und Habenichte etc aufteilen...nein, nur als Team kann sich die Menschheit ihren Herausforderungen stellen und dieser Junge hat dies erkannt. Reife Leistung. Sierra Leone und Afrika können stolz auf ihn sein. Der Westen sollte seinen Hochmut aufgeben...