Kinox.to

28. Februar 2018 22:18; Akt: 28.02.2018 22:18 Print

Betrüger bitten Nutzer von Streamingseite zur Kasse

Wer auf Kinox.to Filme streamt, könnte demnächst eine angebliche Abmahnung von 20th Century Fox Film erhalten. Dabei handelt es sich aber um einen Fake.

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Laut einer Meldung des IT-Rechtsanwalts Martin Steiger kursieren in der Schweiz gefälschte Abmahnungen. Die Betrüger geben sich dabei als Anwalt Sebastian Dramburg aus Berlin aus und beklagen Urheberrechtsverletzungen durch Streaming auf Kinox.to.

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Verlangt wird eine Zahlung von 324.35 Euro (200 Euro Schadenersatz, der Rest für die Anwaltskosten) innerhalb von fünf Tagen. Durch den vergleichsweise tiefen Betrag und die kurze Zahlungsfrist wollen die Betrüger wohl möglichst viele Opfer dazu bringen, die Abmahnung tatsächlich zu bezahlen.

Martin Steiger empfiehlt, solche Abmahnungs-Mails zu ignorieren und gegebenenfalls dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) zu melden.

Verhaltenstipps bei verdächtigen Abmahnungen

Was tun, wenn man eine Abmahnung im Postfach findet? Nicht jede Mail ist gefälscht. Im Zweifelsfall sollte man verschiedene Abklärungen zur Echtheit der Nachricht tätigen, sich an Fachpersonen oder eine Fachstelle wenden. Steiger rät zur genauen Prüfung: «Echte Abmahnungen kommen oft auch per Briefpost. Zudem sind echte Abmahnungen sehr präzise formuliert, nennen genaue Daten und verwenden eine persönliche Ansprache. Eine gute Kontrolle lohnt sich.»

Wichtig sei auch, immer abzuklären, ob die Abmahnung überhaupt auf einen zutreffe. «Solche Fake-Abmahnungen werden meist willkürlich versendet. Oft trifft der Sachverhalt gar nicht auf die abgemahnten Personen zu», sagt Steiger. Der Rechtsanwalt hat bereits mehrere Nachrichten von Betroffenen der Kinox.to-Abmahnung erhalten. Etwa von einem Jugendlichen, dessen Mutter eine solche bekommen hatte.

Spuren führen nach Russland

Die E-Mails werden über UniSender verschickt. Dabei handelt es sich um einen E-Mail-Versanddienst in Russland und in der Ukraine via die Domain Emlstart.com. Verdächtig ist der «Unsubscribe»-Link, also die Möglichkeit, Mails abzubestellen, wie das bei Newslettern üblich ist.

Zu denken gibt auch die Tatsache, dass die Domain It-anwaltskanzlei.eu erst am 26. Februar 2018 registriert wurde. Hinzu kommt, dass der E-Mail-Server für die verwendete E-Mail-Adresse kontakt@it-anwaltskanzlei.eu beim russischen Anbieter REG.RU gehostet wird. Genauso wie die Website, die vom echten Webauftritt des Rechtsanwalts Sebastian Dramburg dreist kopiert wurde.

(vhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Saywer am 28.02.2018 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur info

    Das Streamen von Filmen und Serien ist in der Schweiz NICHT verboten, sprich: Legal.

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  • Besser Wisser am 28.02.2018 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    100% Legal

    Kopieren von Urheberrechtlich geschützten Werken zu nicht kommerziellen Zwecken ist in der Schweiz ausdrücklich erlaubt!!

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  • Movie2 am 28.02.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild

    Braucht man sich in der Schweiz zum Glück nicht davor zu fürchten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Payne am 01.03.2018 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naiv

    Wie naiv sind die Personen? Also erlich wer auf so was reinfällt, hats verdient!

  • MArtin am 01.03.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Leechen in der Schweiz Legal

    wurde doch letzten erst wieder bekannt gemacht das Runterladen von Filmen nicht verfolgt wird. Nur das verbreiten in der Schweiz ist Illegal.

  • Chris am 01.03.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Internet halt....

    Das Internet wird zunehmend unbrauchbar. Überall sitzen welche Hacker, seit dem NSA Leck sind's grad mal noch mehr. Eine sichere Alternative für Mail und Telebanking muss her. Ausschliesslich für solche Zwecke und mit minimaler Bandbreite. Dafür billig und sicher. Dann kündige ich das Bling-Bling-Netz sofort.

  • Erich Ed. Müller am 01.03.2018 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nichtig

    Erstens ist streamen und kopieren in der Schweiz nicht verboten und Abmahnungen, egal von wem sie stammen, sind hierzulande nichtig und können ruhig ignoriert werden. Wenn jemand Geld eintreiben will, muss er das in der Schweiz über den ordentlichen Weg der Justiz und / oder der Betreibungsämter.

  • Alex Keller am 01.03.2018 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ab in die Papiersammlung

    Wenn einer ein Schreiben bekommen würde, ab in die Papiersammlung. Dies gilt auch, wenn es sich um ein echtes Anwaltsschreiben handeln würde, wie es in Deutschland geschehen ist. Die Anwaltskanzlei hat hier in der Schweiz keine Rechtshandhabe, wir unterstehen auch hier nicht dem EU Recht. Man muss auch nicht darauf antworten.