microPeek

12. Juli 2018 21:52; Akt: 12.07.2018 21:52 Print

Das Handy-Mikroskop aus Zürich im Labor-Test

Ehemalige ETH-Studenten haben einen Mikroskop-Aufsatz fürs Handy auf den Markt gebracht. Auch bei Wissenschaftlern stösst das Gadget auf Interesse.

Das microPeek-Mikroskop bewährt sich bei Tests in der Gruppe für Bioanalytik von Professorin Petra Dittrich. (Video: 20M)
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Mit dem microPeek hat man die Möglichkeit, Dinge zu sehen, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleiben. Denn es bietet eine bis zu 350-fache Vergrösserung. Der Vorteil: Das Gadget ist sehr leicht, portabel und nur etwa so gross wie eine Kreditkarte, bietet aber dennoch ähnliche Möglichkeiten wie ein grosses Mikroskop.

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Um es zu nutzen, wird das von ehemaligen ETH-Studenten in Zürich entwickelte Gerät einfach hinten an das Smartphone angeklebt. Die Koppelung mit dem Handy geschieht über eine drahtlose Bluetooth-Verbindung.

Einfache Bedienung

Das Mikroskop für den Hosensack ist mit vier motorisierten Linsen ausgestattet. Diese vergrössern die Motive so, dass sie über die im Smartphone eingebaute Kamera eingefangen werden können. Die ganze Steuerung, etwa, um die Schärfe einzustellen, läuft über eine simple App, die es für iOS und Android gibt.

Seit diesem Jahr kann man das Gadget kaufen. 20 Minuten hat es mit Lucas Armbrecht von der Bioanalytikgruppe am Departement für Biosysteme der ETH Zürich in einem Labor in Basel getestet. Er ist begeistert: «Im Vergleich zu einem herkömmlichen Mikroskop bietet das microPeek deutliche Vorteile.» Denn durch die kompakte Bauweise könne man es überallhin mitnehmen und dies für deutlich weniger Geld.

Günstig und portabel

So sei es möglich, auch an Orten, wo es keine professionellen Mikroskope gebe oder wo kein Geld für solche Geräte vorhanden sei, wie in einem Labor zu arbeiten. Zum Beispiel könne man anhand eines Bluttropfens direkt bestimmte Krankheiten nachweisen, ohne dass man die Probe zuerst in einen weit entfernten Ort schicken müsse.

In bestimmten Bereichen ist das Mini-Mikroskop den Profi-Geräten gar überlegen, da es verschiedene Methoden vereint. So können Sujets auch mit verschiedenen Lichtquellen bestrahlt werden. Dies ermöglicht neben der Hell- und Dunkelfeld-Mikroskopie (mit weissem oder schwarzem Hintergrund) auch die sogenannte Fluoreszenz-Mikroskopie.

Auch für Forscher

Bei dieser Art der Mikroskopie wird das zu untersuchende Präparat mit Licht angestrahlt und so angeregt, Licht in einer anderen Wellenlänge abzustrahlen. Strukturen können so genau untersucht werden. Auch im Labor der Bioanalytikgruppe der ETH in Basel bietet das microPeek deshalb Vorteile.

Denn durch den tiefen Preis kann beinahe jeder Student oder Doktorand sein eigenes Fluoreszenz-Mikroskop mit sich führen. «So gibt es keine Wartezeiten für diese Geräte, die teuer und deswegen auch häufig überbelegt sind», sagt Armbrecht. Zudem steigt die Qualität des Schweizer Mikroskops mit der Zeit, da sich auch die Kameras von Smartphones immer weiter verbessern.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HErr Paternoster Live us de Spelunke am 13.07.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    solche Aufsätze mit Vergrößerungs Möglichkeiten gibt es doch schon lange im Fachhandel

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  • can.med.dent.bernensis am 12.07.2018 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grossartig

    hervorragend, wenn man es auch bei bestehenden schnitten verwenden könnte würde es die histologie im studium massiv vereinfachen, sowie auch in der forensik. geiles ding

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  • fry am 12.07.2018 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stfu and take my money!

    wo kaufen und was kostet es? das wäre noch ein intressantes detail ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • meierisli am 13.07.2018 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    bravo eth

    fantastisch. so, jetzt gehts in die verstandesbetonte richtung in sachen app und gadget. kein gamermist mehr. hiermit könnte die ch wirklich pioniergeist zeigen und umsetzen. das wäre (anstatt banksters-monopol) mal die nächste sicherheit für eine gesunde schweizer wirtschaft.

  • Herr Max Bünzli Waldegg am 13.07.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau so

    richtige gute Mikroskop kommen von Spezialisten bestimmt nicht vom Hobby Bastler im tiefen Keller unten

  • floh am 13.07.2018 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Nur 350 fache Vergrösserung... hm, es gibt Kinder Mikroskope, wo bis zu 750 facher Vergrösserung haben, und kosten etwa 30-50 chf. Dazu gibt es auch Handy Halterungen um zu filmen. Aber denke, dass all die Handy Zombies solches kaufen.

    • Alexander Pullus am 13.07.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so vorschnell

      Da haben Sie aber kein Dunkelfeld- und Fluoreszenz-Zusatz!

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  • Duderino am 13.07.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hygienisch

    Sicher sehr hygienisch, erstmal kurz das Blut den Patienten untersuchen, und 1h später beim mittagessen noch am Smartphone rumfingern. Wenn es aber mit einem Smartphone kombiniert ist, welches man nur für die arbeit verwendet kein Problem.

    • Carnivore am 13.07.2018 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Nur so nebenbei

      Das blut wird auf einem objektträger ausgestrichen fixiert und gefärbt (beides gleichzeitig), ab da ist das blut nichtmehr infektiös. Und ansonsten gibt es noch eindeckmittel und ein deckglas, dann sind die ausstriche haltbar und können immer wueder betrachtet werden.

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  • HErr Paternoster Live us de Spelunke am 13.07.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    solche Aufsätze mit Vergrößerungs Möglichkeiten gibt es doch schon lange im Fachhandel

    • Thomas Egli am 13.07.2018 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      ... aber nicht mit 100x und ohne Licht

      Jaja, das gibt es schon, aber mit 100x Vergrösserung, LED-Beleuchtung und motorisierter Fokusierung gibts das nicht. Klar eine einfache Linse irgendwo von alibaba zum ankleben, aber das was die da gemacht haben ist was ganz anderes, das Teil ist ein echtes Mikroskop

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