Vor Comeback

18. Dezember 2012 16:04; Akt: 18.12.2012 20:00 Print

Das neue BlackBerry ist ein grosser Wurf

von O. Wietlisbach - Mit BlackBerry 10 auf die Erfolgsspur zurück: Der Hoffnungsträger von RIM kann es locker mit iPhone, Android und Windows Phone aufnehmen, wie ein erster Augenschein von 20 Minuten Online zeigt.

Bildstrecke im Grossformat »
20 Minuten Online hat sich RIMs neues Betriebssystem BlackBerry 10 gut einen Monat vor der offiziellen Präsentation angeschaut. Gut zu sehen, auf dem Sperrbildschirm werden neue Benachrichtigungen wie E-Mails angezeigt. Hinweis: Das Smartphone auf den Fotos ist ein Entwickler-Gerät, der neue BlackBerry wird daher anders aussehen. Herzstück des neuen Betriebssystems BB 10 ist der BlackBerry Hub. In der Kommunikationszentrale laufen alle Benachrichtigungen per Telefon, SMS, E-Mail, BB-Messenger oder Facebook an einem Ort zusammen. Der BlackBerry Hub kann aus jeder App heraus mit einer Wischgeste aufgerufen werden. Privates und Geschäftliches ohne Gefahr auf einem Smartphone: Mit einem Klick kann der BlackBerry vom verschlüsselten Geschäftsmodus in den Privatmodus gewechselt werden. Nur im privaten Modus lassen sich eigene Apps installieren. Im Geschäftsmodus (Bild) stehen nur die Apps zur Verfügung, die der Arbeitgeber per Fernwartung auf dem BlackBerry installiert. Wie gehabt ist die gesamte Kommunikation über den BlackBerry verschüsselt. Geht ein Gerät verloren, kann es der Administrator per Fernzugriff löschen. Seit Mai 2012 werden Apps für BlackBerry 10 entwickelt. Bis zum Start im Frühling 2013 sollen 70'000 Anwendungen zur Verfügung stehen - darunter Facebook, Twitter, LinkedIn oder Dropbox. Die Frage ist, ob es RIM gelingt, in den verschiedenen Ländern rasch genügend lokale App-Entwickler an Bord zu holen. Eine intelligente Tastatur: Beginnt man einen Satz, schlägt die virtuelle Tastatur das nächste Wort vor, das man vermutlich schreiben möchte. Das Keyboard erkennt zudem, welche Tasten man besonders häufig verfehlt. Trifft man eine Taste regelmässig etwas zu weit links, verschiebt sich auch der Druckpunkt nach links. Im Hintergrund laufende Apps werden ähnlich wie bei Windows Phone als Live-Kacheln dargestellt. Der Inhalt der Kachel aktualisiert sich automatisch und erlaubt eine Vorschau auf den App-Inhalt. Auch der App-Store wurde neu gestaltet. Nebst Apps und Games sollen auch Filme, Musik oder E-Books im Online-Store gekauft oder gemietet werden können. BlackBerry 10 ist RIMs letzte Chance, den Anschluss an Apples iPhone und Googles Android zu finden. Deshalb wurde im Besonderen auf die Details geachtet. So ist das Eingabefenster beim Webbrowser am unteren Bildschirmrand positioniert, wo man mit den Fingern einfacher hinkommt. Noch nicht offiziell enthüllt ist die Sprachsteuerung, aber der Screenshot lässt kaum Zweifel aufkommen: BlackBerry 10 wird auch einen Siri-ähnlichen Sprachassistenten haben. Bereits seit längerem sind Fotos des angeblich ersten BB-10-Smartphones im Internet im Umlauf. Ist das die neue Brombeere? Falls ja, haben BlackBerry-Fans bald allen Grund, die Champagnerflasche zu köpfen. RIM hat seinem Smartphone ein radikales Facelifting verpasst. Ein vietnamesisches Tech-Portal hat das mutmassliche BlackBerry London, so der Codename, bereits in die Finger bekommen und diese Fotos veröffentlicht. Offiziell werden die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 10 am 30. Januar 2013 enthüllt. Der neue BlackBerry dürfte etwas grösser werden als das iPhone 5. Das hochauflösende Display wird 1280 x 768 Pixel haben. Die traditionelle Tastatur wurde durch einen Touchscreen ersetzt. Trotzdem werden weiter auch Geräte mit physischer Tastatur erscheinen. Im Gegensatz zum iPhone oder Nokia Lumia lässt sich das Smartphone öffnen. Klarer Vorteil: Der Akku ist austauschbar. Der Datenaustausch sollte mit einem BlackBerry kein Problem sein: Auf der linken Seite sind ein Micro-USB- und HDMI-Anschluss zu finden. Der Power-Button befindet sich zentriert auf der Oberseite. Auf dieser Nahaufnahme ist die Frontkamera zu sehen, die Videogespräche erlaubt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

BlackBerry 10 ist fertig, die Einladungen sind verschickt. Am Montag hat BlackBerry-Hersteller Research in Motion ausgewählte Medien nach New York eingeladen, wo am 30. Januar 2013 das erste BlackBerry mit dem brandneuen Betriebssystem BlackBerry 10 präsentiert wird. Wir konnten uns RIMs Hoffnungsträger bereits ausführlich anschauen (siehe Diashow).

Umfrage
Wie gefällt Ihnen das neue BlackBerry?
50 %
25 %
9 %
6 %
3 %
7 %
Insgesamt 4881 Teilnehmer

Research in Motions (RIM) neuster Wurf sieht vielversprechend aus. Das Betriebssystem der Kanadier ist endlich für grosse Touchscreens optimiert, es läuft flüssig und das Design wirkt übersichtlich. Die Benutzeroberfläche erinnert auf den ersten Blick an das iPhone oder Android-Smartphones – die Apps sind wie gewohnt gitterförmig angeordnet. BlackBerry 10 unterscheidet sich aber mit zahlreichen neuen Funktionen von der Konkurrenz.

Kommunikationszentrale für alle Fälle

Das Kernstück von BB 10 ist der BlackBerry Hub, eine gemeinsame Nachrichtenzentrale für Benachrichtigungen per Telefon, SMS, E-Mail, Kalender, BlackBerry-Messenger, Facebook oder anderen Quellen. Meldungen werden im BlackBerry Hub chronologisch dargestellt.

Worauf RIM besonders stolz ist: Mit einer Wischbewegung gelangt man von allen Apps aus direkt zum BlackBerry Hub. Der Nutzer hat seine Kommunikation so an einem Ort im Überblick, das Wechseln zwischen Apps für E-Mail, SMS, Kalender etc. wird optimiert. Ob sich die neuen Wischgesten im Alltag bewähren, muss sich zeigen. Bei der Demonstration haben die Wischbewegungen noch nicht immer beim ersten Versuch zum Ziel geführt.

Power-User im Visier

Das neue BlackBerry-System sei für Power-User gemacht, für Menschen, die nicht nur Inhalte konsumieren wollen, sondern unterwegs arbeiten müssen. BB 10 ist daher an allen Ecken und Enden aufs Produzieren getrimmt, wie man unter anderem an der Tastatur erkennt.

Die physische Tastatur des BlackBerry ist nach wie vor unerreicht, das Gleiche gilt für die neu entwickelte virtuelle Tastatur. Noch bevor der User zum ersten Mal in die Tasten haut, hat der BlackBerry den Schreibstil des Users analysiert, indem unter anderem seine E-Mails gescannt werden. Beginnt man einen Satz, schlägt die virtuelle Tastatur das nächste Wort vor, das man vermutlich schreiben möchte (siehe Video). Das Keyboard erkennt zudem, welche Tasten man besonders häufig verfehlt. Tippt man eine Taste immer etwas zu weit rechts an, verschiebt sich der Druckpunkt ebenfalls nach rechts – das Keyboard passt sich dem Verhalten des Nutzers an.

Quelle: YouTube/BlackBerry

Privates und Geschäftliches auf einem Smartphone

Als Killer-Feature könnte sich BlackBerry Balance entpuppen: Mit einem Klick kann der BlackBerry vom gesicherten Geschäftsmodus in den Privatmodus gewechselt werden. Im Geschäftsmodus ist die gesamte Kommunikation wie gewohnt verschlüsselt und die Firma bestimmt, welche Apps per Fernzugriff auf dem BlackBerry installiert werden. Geht das Gerät verloren, kann das Unternehmen per Fernwartung alle Daten löschen. Der Nutzer kann aus Sicherheitsgründen im Geschäftsmodus keine eigenen Anwendungen installieren.

Nach der Arbeit wechselt man mit einem Klick in den Privatmodus. Anstelle der Business-Apps erscheinen nun die privat genutzten Apps oder Games, die ohne Einschränkungen installiert werden können. Wichtig für die Angestellten: Die Firma hat keinen Zugriff auf die persönlichen E-Mails oder SMS.

Die BlackBerry-Welle rollt ab Frühjahr

Den Starttermin für das erste BlackBerry mit BB 10 wird RIM am 30. Januar 2013 verraten. Die Kanadier haben gegenüber 20 Minuten Online bestätigt, dass das erste BlackBerry 10 mit einem rund 4,3 Zoll grossen Touchscreen im Frühling auch in der Schweiz erscheinen wird. Noch vor Juni werde ein zweites Gerät mit Touchscreen und physischer Tastatur die Läden erreichen.

Insgesamt wird die erste BB-10-Generation sechs Geräte umfassen und vom Premium-Modell bis zum Budget-Gerät alle Preisklassen abdecken. Drei BlackBerrys werden reine Touchscreen-Geräte sein, drei weitere Modelle kommen mit Touchscreen und physischer Tastatur.

RIM präsentiert BB 10

Quelle: YouTube/BlackBerry

Das neue BlackBerry im Video

Quelle: YouTube/tinhte.vn

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stefan am 18.12.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    remotemanagement

    weiss jemand was die blackbarryserver kosten? - für den heimgebrauch?

    einklappen einklappen
  • Frögli am 18.12.2012 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragen...

    Weiss auch jemand wie teuer das Gerät auch ist? - Oder ist das noch unbekannt? Es sieht auf jeden Fall toll aus!

    einklappen einklappen
  • Peter Siegentaler am 18.12.2012 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    iPhone

    Also ich wette um mein ganzes Erspartes, das dieses telefon niiiie im Leben so gut ist wie das iPhone! Schon nur ob es so schön verpackt ist, sicher nicht! Das iPhone ist einfach der König und allen Telefonen und wirds immer sein

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • M2tK am 19.12.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    BB-Option / Apps

    BB-Option ist nicht mehr zwingen Notwendig, wurde schon ein paar bestätigt. An die App's mauler: Informieren wäre mal ne möglichkeit. RIM unterstütz seit der BB-World letzten Jahres die Developer mit div. Tools, Hackatons und Webcasts. Auch lassen sich App's von iOS und Android mit wenig Zeitaufwand portieren. Die regional 100 wichtigsten App's sind schon vertreten wurde auch schon von Heins bestätigt.

    • Lorenzo am 20.12.2012 19:30 Report Diesen Beitrag melden

      BB-Option / Apps

      ja, wurde mir von beiden seiten (rim, provider) auch schon bestätigt. die app-portierung geht sehr flott, obwohl ich mir mehr native apps wünsche.

    einklappen einklappen
  • Louis am 19.12.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    @an alle BB-Nörgeler

    Es ist jedem frei, ein Blackberry zu kaufen. Für die Nörgeler gibt es ja genug Alternativen.

    • nokihno am 19.12.2012 16:27 Report Diesen Beitrag melden

      sehe ich auch so...

      einige 'wenige' sind einfach nicht mehr objektiv....., oder?

    • Christian Denzler am 20.12.2012 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Objektiv ist subjektiv.

      Jeder hält sich für objektiv. Je stärker jedoch die «eigene Marke» angegriffen wird, desto subjektiver wird die Objektivität. Dagegen muss ich auch immer wieder angehen :-) Für RIM hoffe ich, dass das BB10 ein grosser Wurf wird. Wäre schade diesen Player zu verlieren.

    einklappen einklappen
  • auch ein "business User"aber mit iphone am 19.12.2012 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zum schiessen

    Ich lach mich immer tot über die sogenanten "business User"...Ein wenig Email und Kalenderfunktionen resp. Synchros. WOOOOAAAWWW, das können natürlich nur ausgewählte Telefone :-)

    • Jim Panse am 20.12.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo

      Ja. Das sind genau die Funktionen die ein Business Gerät ausmachen. Gratulation

    • Patrick G. am 20.12.2012 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      oh man..

      Du vergisst da wohl einige kleine Punkte. Aber du hast dir noch keine Gedanken gemacht was Business wirklich ist. Da gehören neben der Funktionen die du aufzählst: Sicherheit, besonders Security und Safety. Dann gehört dazu eine schnell gute Verwaltung - zentral geregelt - bietet auch nur RIM für mehrere Geräte gut durchdacht an (Mobile Fusion). Dann gehört zu einem Business gerät zuverlässigkeit. BB10 ist SIL3 zertifiziert. Aber da du nur Mails schickst die keine Class 3 benötigen weisst du glaube ich nicht was echtes "Business" bedeutet...

    • Lorenzo am 20.12.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      ein genervter ITler ;)

      ? wo steht was wegen "business User...Ein wenig EMail..."? wen interessiert den sowas im Firmeneinsatz, das kann jedes Gerät ob IOs oder Android usw. das ist Standard. Es geht im Firmeneinsatz um Sicherheit und Wissen wo meine Daten liegen und Usability auch wenn das sich kaum ein normaler User oder Chef eingestehen will. Man will natürlich, dass was man im privaten macht auch im beruflichen tun. Das das aber nicht wirklich funktioniert, kappieren die meisten nicht. Erst wenn was passiert, ist das Geschrei groß und dann kommen die Vorwürfe an die IT, warum habt ihr uns nicht darauf hingewiesen

    einklappen einklappen
  • petr am 19.12.2012 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Androidkopie

    Das Betriebssystem ähnelt dem android 4.2 doch erheblich!!

    • Chris am 19.12.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      ..oder..

      ich hätte jetzt schon fast eher gesagt jolla / mer / meego konzepten..

    einklappen einklappen
  • Rudi Rimmer am 19.12.2012 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amazing presentation

    Dieser CEO ist ja sowas von peinlich... Selten so eine miese Performance bei einer Produktedemo gesehen. Ich hoffe für BB, dass dieser arrogante Besserwisser nicht beim Marketing reinpfuscht, sonst nutzt wohl auch das beste Produkt nix...