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09. Dezember 2013 14:34; Akt: 09.12.2013 15:02 Print

Deutsche Porno-Abzocke über die Schweiz

Über eine Schweizer Firma mahnen Unternehmer Tausende deutsche Pornokonsumenten ab. Erstmals treffen Abmahnungen somit auch Streamkonsumenten und nicht nur Filesharer.

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Gefahr der Abmahnung: Die Porno-Seite Redtube. (Bild: Screenshot Redtube.com)

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Deutsche Pornokonsumenten werden zurzeit von einer Abmahnwelle ungekannten Ausmasses überrollt. Wahrscheinlich haben über 10'000 Personen einen Brief einer Regensburger Anwaltskanzlei erhalten, in dem sie aufgefordert werden, 250 Euro zu bezahlen und eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Konkret geht es um mehrere Filme auf der Porno-Streaming-Website Redtube. Wer diese anklickt, könnte abgemahnt werden.

Der IT-Anwalt Christian Solmecke rät den Betroffenen ab, auf die Forderungen einzugehen. «Da die Filme nicht offensichtlich rechtswidrig (…) verbreitet worden sind, gehe ich davon aus, dass hier eine legale Privatkopie auf Seiten der Nutzer gegeben ist», so Solmecke gegenüber der deutschen Zeitung «Express».

Abkassieren über die Schweiz

Die betreffenden Filme stammen von der The Archive AG (siehe Liste rechts), die ihren Sitz in einem Wohnquartier im Zürcherischen Bassersdorf hat. Die AG wurde im März 2011 vom deutschen Philipp Wiik und seinem Landsmann Matthias Peter gegründet. Peter schied vergangenen April aus der AG aus und ein weiterer Deutscher, Ralf Reichert, kam dazu.

Solmecke hält dieses Aufkommen für ungewöhnlich: «Seit mehr als sieben Jahren betreue ich tausende Abgemahnte in den Filesharing-Verfahren. Eine so konzentrierte Abmahnaktion habe ich noch nicht erlebt. Neu ist auch, dass erstmals Streaming-Nutzer abgemahnt werden. Bislang traf es nur die Filesharer, die urheberrechtlich geschützte Werke auch weiterverbreiten.»

Drohung mit Internet-Pranger

Die abmahnende Kanzlei U+C ist gemäss Solmecke in der Vergangenheit schon häufiger durch ungewöhnliche Aktionen aufgefallen: «So sorgte insbesondere die Versteigerung von Filesharing-Forderungen im Wert von 90 Mio. Euro für Furore. Darüber hinaus drohte die Kanzlei den abgemahnten Porno-Tauschern mit der Veröffentlichung ihrer Adresse im Internet, sofern auf die Abmahnung keine Zahlung erfolgte. Dieser geplante Porno-Pranger wurde jedoch Ende 2012 vom Essener Landgericht verboten.»

(pwe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nicht betroffener am 09.12.2013 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück drohen

    Und die Adresse ist in der Schweiz. Wenn ich bedroht würde, und wüsste wo diese Typen hocken, könnten sie sich plötzlich auch mal bedroht fühlen. Wer böses säht wird böses erneten, steht schon in der Bibel

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  • markus meyer am 09.12.2013 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seltsam

    wie zum teufel haben die die adressen in die finger bekommen? selbst mit der ip adresse kommt man nur über den internetprovider da ran...

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  • Adrian Spörri am 09.12.2013 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Adresse??

    Woher haben die überhaupt die Adresse? Diese musste also willentlich hinterlassen werden, ansonsten gibt es doch nur die IP. Und hier müssten die Provider mitgeholfen haben, was die aber nur auf richterliche Anordnung machen (so sagen sie das jedenfalls...). Komische Sache...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 10.12.2013 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in germany nicht illegal

    Da die seite selber nicht illegal ist muss keiner angst haben und kann das schreiben ignorieren. Eher ist abzuklären ob die adressausgaben der provider legal ist. Siehe der anwalt auf n-tv

  • Dr Calculon am 10.12.2013 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    UnsinnigeMails an Kanzlei U+C senden :-)

    Eigentlich könnte mann , nun so zum Spass dieser Dubiosen Kanzlei U+C einfach so sinnlose e- mails senden. Ich denke das währe für diese Typen auch recht nervig wenn da jeder 20 Min leser deren e-Mail Konto mit spame füllt (sind ja selber Schuld wenn sie so schräge Geschäftspraktiken haben, wenn dann mal ne retourkutsche kommt).

  • Plauderis am 10.12.2013 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    aber ja nicht

    auf Abmahnungen und Drohungen einfach nicht reagieren-Ihr habt weder etwas unterschrieben noch eure Adresse angegeben.Das läuft alles ins Leere.Eine bekannte Methode bei gewissen "Firmen"aus Deutschland.Meine Tochter,damals minderjährig, loggte sich auch mal bei irgendeinem Spieleportal ein.Danach kamen ständig Emails und Drohungen.Sie würden es an eine Inkasso in der Schweiz weitergeben.Hatten ja keine Adresse.Irgendwann nach 3/4 Jahren haben sie es aufgegeben.Absender auf Spam setzen geht auch

    • Kurt am 10.12.2013 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die haben aber die adresse

      Diese betrùger haben aber die ppst adresse. Viele werden leider zahlen statt nicht reagieren

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  • Hans Klarsicht am 10.12.2013 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre ich nicht so arm

    würde ich ein billet lösen, nach bassersdorf fahren und dort beim nächstgelegenen polizeiposten anzeige erstatten. es kann doch wirklich nicht sein, das so eine "firma" wie 'the-archive' existieren darf. nicht wenn soviel dubioses dabei spielt. schweizer firma klagt deutsche an für pornokonsum eines us anbieter. einfach nur lächerlich und absurd. dieses gesindel sollte mit aller härte angepackt werden. wir reden schliesslich hier von 10 000 betroffenen mit einer mahnung von je 1500 euro! das ist ordentlich schotter.

  • The Joker am 10.12.2013 04:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wen ich lese internet abschaffen

    da muss wohl die inteligenz wie die neugier und kontacktfreude auf der strecke geblieben zu sein echt traurig verhaftet die abzooker