Smartwatch-Überblick

06. September 2013 10:35; Akt: 31.12.2013 10:14 Print

Die Galaxy Gear im Kurztest

von Philipp Rüegg - Samsung hat die IFA genutzt, um der Welt die Galaxy Gear vorzustellen. Aber nicht nur die Koreaner haben es auf das Handgelenk abgesehen. 20 Minuten hat getestet, wer am besten tickt.

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Die internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin stand ganz im Zeichen der Smartwatch. Zahlreiche Hersteller warben für ihre digitalen Armbanduhren - allen voran Samsung. Neben Google und Apple als einer der grossen drei gehandelt, waren die Erwartungen an das neue Gerät hoch. Nachdem wir uns am Samsung-Stand durch ein Heer von Bloggern gekämpft hatten, durften wir endlich selber Hand anlegen.

Auf den ersten Blick macht die Galaxy Gear einen sehr eleganten und hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung und das Material fühlen sich gut an. Durch den 1,63-Zoll-Super-AMOLED-Display gehört sie zwar nicht zu den kleinsten Uhren, wirkt aber auch nicht zu klobig. Der grosse Display sorgt zudem dafür, dass man angenehm flott durch die Menüs navigieren kann. Auf Touch- und Wischbewegungen reagiert die Gear sehr präzise. Die Bedienung ist einigermassen selbsterklärend. Ein einzelner Knopf an der Seite mimt den Home-Button, wie man ihn von Android-Handys kennt.

Nur mit Galaxy-Geräten kompatibel

Über Bluetooth verbindet man sein Handy mit der Uhr. Voraussetzung ist die neuste Android-Version 4.3 und ein Galaxy-Produkt. Zum Marktstart wird die Galaxy Gear somit nur mit dem Galaxy Note 3 sowie dem neuen Galaxy Note 10.1 kompatibel sein. Neben verschiedenen Apps, Samsung spricht von über 70, besitzt die Uhr am Armband eine 1,9-Megapixel-Kamera. Damit lassen sich Fotos und 720p-Videos aufnehmen. Schnappschüsse und kleinere Spionageaufträge sind damit ein Kinderspiel.

Anders als Beispielsweise die Pebble-Smartwatch kann Samsungs Pendant dank zwei integrierten Mikrofonen auch Telefonieren. Wie gut die Tonqualität ist, konnten wir leider noch nicht testen. Während kurze Befehle per Sprachassistent S Voice noch einleuchten, scheinen längere Gespräche ermüdend zu werden, wenn man ständig seine Hand ans Ohr halten muss. Schliesslich führte Michael Knight bei Knight Rider auch nie stundenlange Gespräche mit K.I.T.T. über seine Armbanduhr.

Sorgen machen zudem der Preis und die Akkulaufzeit. Ein Samsungmitarbeiter versprach 25 Betriebsstunden. Damit liegt die Uhr im ähnlichen Segment, wie Smartphones. Ob die Menschen bereit sind, zwei Geräte zu babysitten, wird sich zeigen. Der zweite kritische Punkt ist der Preis. 379 Franken ist die unverbindliche Preisempfehlung für die Schweiz. Nicht gerade ein Schnäppchen für eine Uhr, die ohne Smartphone den Grossteil ihre Eigenständigkeit verliert.

(Video: P.Rüegg)

Konkurrenz schläft nicht

Die Südkoreaner sind nicht die Einzigen in Berlin, die eine digitale Uhr im Gepäck haben. Sony präsentierte die bereits im Juni angekündigte Smartwatch 2. Wie auch die Gear kann die Smartwatch 2 per NFC mit einem Klick mit dem Smartphone verbunden werden. Auch in Sachen Bedienung sind sich die beiden ähnlich. Allerdings gingen die Bewegungen bei unserem kurzen Test nicht ganz so geschmeidig von der Hand wie bei der von Samsung. Zudem macht sie nicht den gleichen hochwertigen Eindruck. Für 180 Euro beziehungsweise 200 Euro für das teurere Modell ist sie ebenfalls nicht ganz günstig.

Smartwatch mit SIM-Karte

Während Sony und Samsung ihre Uhren als Ergänzung zum Smartphone anpreisen, geht Pearl einen anderen Weg. Die Simvalley Mobile Smartwatch AW-414.Go agiert dank integrierter SIM-Karte unabhängig vom Smartphone. Ob telefonieren oder surfen mit der Simvalley ist fast alles möglich. Die integrierte 3-Megapixel-Kamera erlaubt sogar Videotelefonate. Pearl setzt dabei auf Android 4.2.2 und bietet neben zahlreichen vorinstallierten Apps Zugriff auf den Google Play Store. Zwar sind nicht angepasste Apps entsprechend klein, die Möglichkeit praktische jede Android-App herunterladen zu können, besticht dennoch. Eine microSD-Karte sorgt für den nötigen Speicherplatz. Preislich hat uns zu gestern noch ein Update vom Hersteller erreicht. So wird das Gerät in der Schweiz im Oktober für 250 Franken erhältlich sein.

Statt Chips gibts Mirasol

Zwar nicht auf der IFA dafür an der eigenen Hausmesse in San Diego stellte Qualcomm überraschend seine eigene Smartwatch vor. Der Handy-Chiphersteller verbaut bei der Toq ein Mirasol-Touch-Display, das ähnlich wie E-Ink bei E-Reader nur bei Änderungen der Bildinformationen Strom verbraucht. Damit sollen Benutzer drei bis fünf Tage ohne Laden auskommen. Ansonsten ähnelt sie im Funktionsumfang dem von anderen Smartwatches schreibt der Techblog Gizmodo. Auch Preislich liegt sie mit der Konkurrenz etwa gleich auf. Die Toq soll zwischen 300 und 350 Dollar kosten.

Uns erwartet in den nächsten Monaten eine ganze Welle an neuen Smartwatches. Es wird sich zeigen, ob die Menschen noch ein weiteres Gadget brauchen oder ob sie doch lieber bei ihren herkömmlichen Modellen bleiben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Apple Design ist gut am 06.09.2013 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur unschön!

    Ich würde diese Uhr nicht einmal tragen, wenn sie einen Fernseher und einen Toaster eingebaut hätte. Das Design ist dermassen unschön, da muss wohl einmal mehr Apple zeigen, wie es geht. Die Asiaten dürfens dann in der nächsten Version nachbauen ;-)

  • Raphaeö am 06.09.2013 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    najaaa

    Da kommt bestimmt wieder Oldschool-Feeling auf, wenn wieder alle auf die Uhr und nicht auf das Smartphone schauen..

  • Wellenwerfer am 06.09.2013 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Smartphone mit SIM-Karte erwünscht

    Interessant wird es, wenn die Uhr ein Feature-Phone und somit das Smartphone von weniger anspruchsvollen Nutzern, die Telefonieren wollen und ein paar wenige Apps brauchen, ersetzen kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Clever & Smart am 08.09.2013 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Flexible Screen

    Also ich warte noch ein wenig, bis flexieble Bildschirme auf dem Markt sind, welche sich an der Smartwatch, bei Gebrauch auf Handygrösse entfalten. Alles andere ist kalter Kaffe und wird sich nicht durchsetzen.

  • Nico am 07.09.2013 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber eine echte Uhr tragen

    Ich trage lieber mein Hublot oder Breitling Uhr. Lieber modischen Schmuck als so ein hässliches Ding wo eh keiner braucht!

  • asdf am 07.09.2013 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Frage

    Kann mir mal ein Apple-Jünger sagen, seit wann Kunststoffe knirschen können?

    • Michael Meiser am 08.09.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      logisch

      dort wo zwei Teile aufeinander treffen, kann es durch mechanische Belastung Knirschen (Reibung zweier Teile) entstehen.

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  • Liviolein am 06.09.2013 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kommerz..

    Und wieder erscheint ein unnötiges Gadget! Dies muss laut bericht täglich aufgeladen werden was ergo zu mehr Stromverbrauch führt. Zudem wie man Samsung kennt werden gleich 3 Modelle erscheinen und so nicht an sparen von Rohstoffen gedacht.. Bei den Handys übrigens auch! Schade..

  • Karl Simbeck am 06.09.2013 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Jemand..

    der sich mit dieser Uhr gegenüber mir hinsetzen würde, den täte ich geschäftlich verabschieden oder er zieht die Uhr aus.