Der neue Furby

12. Februar 2013 09:04; Akt: 12.02.2013 13:04 Print

Die Nervensäge 2.0

von Felix Raymann - Das interaktive Plüschtier Furby kommt in einer neuen Version – samt App. Doch seit 1998 ist der krächzende Dauerquassler nicht viel smarter geworden.

Furby in Aktion (Quelle: YouTube)
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Ab dieser Woche gibt es den neuen Furby des US-amerikanischen Spielzeugherstellers Hasbro in der Schweiz zu kaufen. Neu kann das Kuscheltier per App per iPhone oder iPad gefüttert werden – etwa mit Hamburgern, Sushi oder Broccoli. Zudem übersetzt die App das unverständliche Furbysch in Deutsch oder Englisch.

Spielt man ihm Musik vor, beginnt er zu tanzen und zu singen. Kitzelt man ihn am Bauch, krümmt er sich und lacht. Bei anderen Gelegenheiten wackelt er mit den Ohren oder klimpert mit seinen LED-Augen. Insgesamt kann sich Furby in fünf verschiedenen Charaktere verwandeln: in einen Sänger, eine Prinzessin, eine Plaudertasche, einen Witzbold oder in einen Rüpel. Je nach dem, wie man ihn behandelt, wechselt er seinen Zustand. Zieht man ihn beispielsweise am Schwanz, mag er das gar nicht und wird zum unausstehlichen Rüpel. Seine Augen spiegeln ebenfalls seinen Gemütszustand: Mal kullern die Pupillen wie wild herum, zeigen Flammen oder Herzchen.

Furbys Lernschwäche

Eigentlich sollte der neue Furby auch Deutsch sprechen, doch gelang es uns auch nach einem mehrere Tage dauernden Test nicht, mit Furby auf Deutsch Konversation zu üben. Auch ein siebenjähriges Kind, das sich zur Hauptzielgruppe Furbys zählen darf, konnte nichts ausrichten. Auf Anfrage beim Hersteller heisst es jedoch, dass dann die neue Version, die ab dem 14. Februar in der Schweiz verkauft wird, Deutsch kann und auch deutsche Wörter von seinen Besitzern lernen kann.

Immerhin klappte es mit ein paar Brocken Englisch, die Furby versteht. Seine Muttersprache jedoch ist Furbysch – und unverständliches Kauderwelsch, das immerzu aus seinem Schnabel zu hören ist. Immerhin lässt sich Furbysch mit etwas Glück per App übersetzen. Doch so einfach ist das nicht: Versucht man mit ihm zu reden, ignoriert er einen meistens und plappert munter weiter oder gibt Antworten, die keinen Sinn ergeben. Vielleicht hatten wir zu wenig Geduld, doch ein guter Zuhörer ist Furby definitiv nicht. Wenn Furby nicht gerade pausenlos unverständliches Furbysch von sich gibt, nervt er mit seinem irren Kichern seine Umgebung. Dann sucht man verzweifelt einen Abschaltknopf, den wir bei Furby jedoch nicht gefunden haben. In diesen Fällen hilft es, seinen Charakter zu wechseln – also ihn mit Musik zu besänftigen oder ihn zu streicheln.

Furby-Hype Reloaded?

Als Furby 1998 das Licht der Welt erblickte, sorgte er für einen wahren Hype. Das interaktive Kuscheltier wurde in den ersten drei Jahren über 40 Millionen Mal verkauft. Laut Schätzungen soll damals jedes zweite Mädchen und jeder dritte Junge in den USA einen Furby besessen haben. Damals war ein Spielzeug, das auf Streicheln, Kitzeln, Schütteln, Reden oder Musik reagiert, eine Sensation. Heute wundert man sich eher, dass das kleine Ding nicht mehr kann als das. Doch weniger ist manchmal mehr, und vielleicht findet das Getier ja dank App-Anbindung eine neue Fangemeinde. Furby gibt es in zehn verschiedenen Farben. Er ist in der Schweiz ab 14. Februar erhältlich und kostet 129.95 Franken. Er benötigt vier AA-Batterien, die aber nicht im Lieferumfang enthalten sind.