Wer hats erfunden?

13. Dezember 2012 18:25; Akt: 14.12.2012 11:00 Print

Die Schweizer Antwort auf WhatsApp

von Daniel Schurter - WhatsApp ist extrem populär - und löchrig wie ein Emmentaler. Hier kommt Threema ins Spiel. Die in Zürich entwickelte iPhone-App verspricht sicheres Chatten - bald auch für Android.

Bildstrecke im Grossformat »
Aus der Schweiz kommt die neueste Messaging-App, die sicherer ist als WhatsApp. ermöglicht dank End-to-End-Verschlüsselung eine abhörsichere Kommunikation. Die App ist bereits für das iPhone erhältlich (2 Franken) und soll Anfang 2013 auch für Android veröffentlicht werden. Das deutsche Techportal golem.de hat die wichtigsten WhatsApp-Alternativen aufgespürt: Der grosse Rivale mit rund 250 Millionen Usern heisst . Skype gibt es seit 12 Jahren, ist für fast alle Betriebssysteme verfügbar und kostenlos. Nebst einfachen Textnachrichten sind Anrufe mit und ohne Videofunktion möglich. ist wie Sykpe eine App für Internet-Telefonie, mit der auch Textnachrichten verschickt werden können. Viber ist kostenlos. Datenschutzrechtlich ist die Software aber laut golem.de bedenklich. Einer für fast alle: Wer einen Multi-Messenger sucht, mit dem man andere Messenger-Dienste zusammenführen kann, sollte sich genauer anschauen. Den praktischen Kurznachrichtendienst gibt es für PC, Mac, Android, iOS und BlackBerry. Einer der grössten Konkurrenten von WhatsApp ist der Samsung-eigene Instant Messenger . Der Messenger läuft auf allen Smartphones und Tablets, die Android, iOS, BlackBerry und Bada nutzen. Auch mit können plattformübergreifend Textnachrichten versendet, Dateien verschickt und Internet-Telefonate geführt werden. Auf Android-Smartphones ist der Dienst vorinstalliert. Auch Facebook mischelt im Messenger-Geschäft mit. Nebst der Chat-Funktion lässt sich mit dem sehen, wo sich die Freunde gerade aufhalten - sofern die Kontakte die Ortungsfunktion aktiviert haben. Die App ist für Android und iOS erschienen. kommt ursprünglich aus Japan, hat sich inzwischen aber auch bei uns eine grosse Anhängerschaft erobert. Laut eigenen Angaben nutzen weltweit 73 Millionen Smartphone-Nutzer den Messenger, den es für Android, iOS und Windows Phone gibt.

Threema ist von einer Zürcher Software-Firma programmiert worden. Der App-Name ist von der verwendeten Verschlüsselungs-Technik abgeleitet.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

«Seriously secure mobile messaging» lautet der Werbeslogan auf der Entwickler-Website von Threema - einer neuen WhatsApp-Alternative aus der Schweiz.

Umfrage
Werden Sie Threema ausprobieren?
64 %
36 %
Insgesamt 4223 Teilnehmer

Viele Smartphone-Besitzer werden sich fragen, ob es noch eine Messaging-App braucht. Bekanntlich dominiert das werbefreie WhatsApp einen weltweiten Markt, in dem sich bereits unzählige App-Anbieter tummeln.

Allerdings musste der von einem kalifornischen Startup angebotene Service viel Kritik einstecken wegen massiver Sicherheitslücken, die zum Teil noch immer nicht geschlossen wurden. So lassen sich fremde WhatsApp-Nachrichten heimlich mitlesen und es ist nicht schwer, einen falschen Absender vorzutäuschen.

Niemand kann mitlesen

Hingegen soll Threema, das ebenfalls ohne Werbung daherkommt, von Grund auf sicher sein. Keine Firma und keine Regierung könnte heimlich mitlesen, heisst es vielversprechend. Die iPhone-App ist von der in Zürich beheimateten Software-Schmiede Kaspar Systems GmbH entwickelt worden. Dank umfassender Verschlüsselung sei garantiert, dass nur der vorgesehene Empfänger die Nachrichten lesen könne. Selbst die Betreiber der in der Schweiz stationierten Threema-Server hätten keine Möglichkeit, die Kommunikation der Nutzer zu belauschen.

20 Minuten Online hat die eidgenössische Antwort auf WhatsApp ausprobiert. Die App ist seit Mitte Woche im App Store von Apple verfügbar. Für kurze Zeit konnte sie gratis heruntergeladen werden, nun kostet sie einen einmaligen Betrag von 2 Franken. Im Interview mit 20 Minuten Online nimmt der Entwickler Stellung.

Threema ist mit iPhones ab dem 3GS kompatibel, mit iPods ab der dritten Generation und läuft auch auf allen iPads, auf denen iOS 5.0 oder neuer installiert ist.

Sicherheits-ID mit anderen teilen

Das Einrichten der 5 Megabyte grossen App verläuft nach dem ersten Aufstarten problemlos und schnell. Bevor man die ersten Textnachrichten und Bilder verschicken kann, gilt es eine eigene ID zu erstellen, und man soll der App den Zugriff auf das eigene Adressbuch erlauben. Um von anderen Threema-Nutzern gefunden zu werden, kann man die eigene E-Mail-Adresse sowie die Handynummer mit der eigenen Sicherheits-ID verknüpfen.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und hat gewisse Ähnlichkeiten mit WhatsApp. Threema ist einfach zu bedienen - allerdings zeigt sich zu Beginn ein Problem, das alle neuen Kommunikations-Apps haben: Die Nutzer sind noch dünn gesät. Während WhatsApp auf Millionen von Smartphones läuft, muss man bei Threema zuerst Überzeugungsarbeit im eigenen Bekanntenkreis leisten. Erst wenn viele Leute die App installiert haben, wird die Nutzung interessant.

Was in der Version 1.0 fehlt, ist eine Gruppen-Chat-Funktion. Vorläufig bleibt man mit seinen Threema-Nachrichten auf einen Empfänger beschränkt. Bezüglich Multimedia besteht ebenfalls Ausbaupotenzial. Während Fotos in drei Grössen verschickt werden können, ist das Übertragen von Videos nicht möglich. Dafür kann man - wie bei WhatsApp - andere Nutzer über den eigenen Standort informieren.

Android-Version folgt Anfang 2013

Noch ist Threema nicht plattformübergreifend nutzbar, sondern steht nur für Apple-Kunden zur Verfügung. Eine Android-Version ist in Entwicklung und soll Anfang 2013 veröffentlicht werden. Später könnten Windows Phone und weitere Plattformen (BlackBerry, Symbian) folgen, wie aus dem informativen FAQ (Frage-Antwort) auf der Threema-Website hervorgeht.

Fazit: Auch wenn Threema noch kleine Kinderkrankheiten (im Registrierungs-Prozess) aufweist, vermag der sichere Ansatz zu überzeugen. Ein einmaliger Betrag von 2 Franken ist zu verschmerzen. Über den kommerziellen Erfolg wird das plattformübergreifende Funktionieren entscheiden.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 16.12.2012 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    GTalk

    Weshalb schaut ihr euch nicht mal GTalk an? Das ist auf jedem Android Handy schon installiert und kann auch ohne weiteres auf anderen Smartphones installiert werden. Es ist auch vollständig verschlüsselt.

  • iPascal am 16.12.2012 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HIKE

    was ist mit HIKE? finde ich auch sehr gut. ebenfalls verschlüsselt und gibts bereits für iPhone und Android. oder soll ich als Android user mal paar Monate nicht mit meinen Freunden schreiben weil die Threema haben.unf ich nicht? sowas ist ein no go. release imme platformübergreiffend.

    • Nojoe am 16.12.2012 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      Hike ist (Noch) nicht verschlüsselt

      Kommt voraussichtlich ende jahr. Ausserdem übertragen sie etwas viel Daten.

    einklappen einklappen
  • Dominik am 15.12.2012 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    LINE ist am besten

    Ich frage mich, warum der LINE messenger noch nicht in europa angekommen ist. Für mich mit Abstand der beste Messenger überhaupt. Und mit schon fast 50 Millionen downloads auch durchaus populär.

  • Student am 15.12.2012 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Winner Takes It All

    Wie wir in einer Einführungsvorlesung an der UZH gelernt haben, herrscht in Märkten, welche von einem Netzwerkt abhängen das Winner-Takes-It-All Phänomen. D.h. wer am Anfang die Nase vorne hat, macht das Rennen, da der Wert der Anwendung/Plattform mit der Anzahl Nutzer steigt. Für Threema ist es also zu spät noch das Ruder rumzureissen. Wir könnten das auch aus von der Sichtweise der Wechselkosten betrachten: Ist ein "sicheres" App minus 2 Franken minus verbreitetes Netzwerk mehr Wert als ein "unsicheres" App plus einem stark verbreiten Netzwerk ohne Zusatzkosten mehr wert? Für mich nicht.

    • Wuddel am 16.12.2012 04:13 Report Diesen Beitrag melden

      nur iOS? = sinnlos

      Naja, MySpace ist da bestes Gegenbeispiel. Aber auch sehe für Threema hürden. Der Vorteil von WhatsApp ist doch das es eben nicht OS abhängig ist und jetzt schon auf Android und iOS funktioniert. Sonst könnte man jetzt schon auf iMessage/Google+ Messanger zurückgreifen.

    • C.D. am 16.12.2012 05:30 Report Diesen Beitrag melden

      Sicherheit zählt deutlich mehr

      Wobei WhatsApp ja auch nicht mehr kostenlos bleiben wird, sondern ja in Zukunft ne Jahresgebühr für Android bzw. ne einmalige Gebühr für iOS abverlangt. Zudem sollte gerade in der heutigen Zeit, wo vieles über das I-Net abgewickelt wird, die Sicherheit nicht ausser Acht gelassen werden. Klar, wem es egal ist, ob jemand anderes Zugriff auf sein Gerät gewinnen kann (was dank vieler How Tos im Netz recht einfach ist), der greift weiterhin zum unsicheren und wer nun mal Wert auf Sicherheit legt, der wechselt. Für mich wurde WhatsApp nach aufdecken der bösen Sicherheitsmängel zum absoluten NoGo!

    einklappen einklappen
  • nilmolino am 15.12.2012 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plattform

    Kein plattformübergreifendes Produkt, kein Erfolg. Der Preis ist nicht entscheidend.