Enthüllt

09. Januar 2018 22:43; Akt: 09.01.2018 22:43 Print

Die geheimen Sex-Partys im Silicon Valley

Investoren und Top-Manager treffen sich offenbar regelmässig zu geheimen Sex- und Drogenpartys. Recherchen schildern ein zuweilen düsteres Bild.

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Im kalifornischen Silicon Valley sitzen die Grossen der Tech-Branche. Die boomende Industrie sorgt wie ein Katalysator dafür, dass sich gut verdienende Manager, CEOs und reiche Investoren in der Umgebung von San Francisco niederlassen. Wo Geld, Ideen und Tempo aufeinandertreffen, ist es auch mit dem Sex und den Drogen nicht weit. Das beweisen jüngste Enthüllungen der Bloomberg-Journalistin Emily Chang.

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Auszüge aus Changs Buch «Brotopia: Breaking Up the Boys' Club of Silicon Valley», sind jüngst bei «Vanity Fair» vorab erschienen. Sie zeichnen das Bild einer unkeuschen, superreichen Community, die sich mit pikanten Partys das Leben versüsst.

Einladung per Snapchat

Demnach würden sich Manager und Investoren aus dem Silicon Valley regelmässig zu Sex- und Drogenpartys treffen, die teils ganze Wochenenden überdauern können.

Die ausschweifenden Feste finden dabei laut Reporterin Chang stets unter strikter Geheimhaltung statt. Nebst Alkohol würden auch Drogen, vor allem Ecstasy, eingenommen. Die Pillen würden teilweise gar mit den Logos der Tech-Firmen verziert — zur Glorifizierung.

Wann und wo gerade eine Sexparty steigt, erfahren die Gäste mündlich oder kurzfristig via Snapchat, schreibt Chang. Für gewöhnlich fänden diese in einer der vielen Villen von Atherton und Hillsborough, also in den Luxus-Enklaven in der San Francisco Bay statt. Die Vorliebe der Tech-Elite: Themen-Partys mit Kostümen. Wer nur zuschauen will, wird wieder nach Hause geschickt.

Die Männer, so Chang, sind bei diesen Partys stets in der Unterzahl: «Eingeladene könnten so viele Freundinnen mitbringen, wie sie möchten.» Ein Teil der Frauen würde auch über Escort-Services gebucht.

Frauen als «Unterklasse»

So weit, so frivol. Allerdings hat das Party-Gedöns der Tech-Bosse aus dem Silicon Valley auch seine Schattenseiten. Die Recherchen von Chang, die auf diversen Gesprächen mit Partyteilnehmern basieren, halten fest, dass es bei diesen Feierlichkeiten auch um Ausbeutung und Machtausübung geht. Nicht wenige hoffen darauf, mit einer Teilnahme an Partys in die inneren Zirkel der Tech-Gurus und Investoren vorzustossen.

Doch die Abhängigkeiten zwischen Investor und Kapitalnehmer hören beim Sex nicht plötzlich auf. Es gilt: Wer zahlt, befiehlt. Diese Maxime habe auch im ach so progressiven Silicon Valley Bestand, sagen Changs Quellen, die allesamt anonym bleiben wollen. Auch Geschäfte und Investments würden an solchen Partys getätigt.

Für erfolgreiche Frauen im Silicon Valley ist die Drogen- und -Sexparty-Szene im Silicon Valley deshalb bestenfalls ein Minenfeld: «Wer sich traue, eine Einladung auszuschlagen, gilt als prüde, ein Besuch könnte aber ebenso gut die eigene Karriere zerstören», schreibt Chang.

Dass es für Frauen nach einem Party-Besuch schwer sei, als Firmengründerinnen oder im Kader eines Unternehmens noch ernst genommen zu werden, bestätigen die meisten der anonymen Gesprächspartner von Chang: «Frauen nehmen an dieser Sex-Kultur teil, um ihr Leben zu verbessern. Sie sind eine Unterschicht im Silicon Valley», zitiert die Journalistin eine Investorin aus dem Silicon Valley.

(hau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Smits am 10.01.2018 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenprostitution

    Selber Schuld, wenn man da teilnimmt. Jetzt kommen sicher, aber alle von der #metoo Bewegung. Es zwingt ja niemanden die Frauen dazu, da mitzumachen, daher ist es nix anderes als Prostitution. Man schläft sich die Karriereleiter hoch um mehr Geld zu verdienen.

    einklappen einklappen
  • Simi Ork am 10.01.2018 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Okay

    Hat jemand erwartet, dass es andersrum sei?

  • Marc am 09.01.2018 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Und schon

    haben wir die nächste Präsidentschafts-Kandidatin :P

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pendragon am 11.01.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Würde würde hätte fände

    Ist das nun eine Recherche oder ein Roman ? Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist natürlich Zufall. Natürlich sind auch hier wieder die Männer die Sexbestien und die Frauen die armen Untermenschen. Hat aber ein bisschen viel Würde , würde darin. Ich schreib jetzt auch ein Buch und behaupte rum was das Zeugs hergibt.. scheint Heutzutage ja egal zu sein ob es der Wahrheit entspricht.

  • Leseratte am 11.01.2018 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Buch zum thema

    "Die transformation amerikas" von cathy o'brien..

  • David Stoop am 10.01.2018 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verkauft sich sicher gut

    Solchen Büchern, die jeweils alle Wunschfantasien befriedigen, aber keine Namen nennen, traue ich grundsätzlich nicht. Wird sich sicher gut verkaufen, da es Sex, Skandale und Verschwörungen verspricht, aber am Ende sind es nur irgendwelche unbewiesenen Behauptungen und Vermutungen. Da kann sich alles, von sauberer Recherche bis rotz freche Abzocke dahinter verbergen (wobei Recherche wohl auch ein paar interessante Beweise sowie Aufnahmen beinhalten sollte). Wird aber sicherlich gekauft, von daher sollte ich auch mal so was schreiben.

  • Vern Nunft am 10.01.2018 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #MewTwo

    Bald heisst es wieder es ist die Schuld der Männer das die Frauen hier als 'Unterklasse' in Sillicon Valley beschrieben wird. Tatsächlich nehmen die Unternehmerinnen den leichteren Weg anstelle sich durchzukämpfen und zu etablieren als starke Frau und damit passend für eine Führungsposition! Sich 'hochzuschlafen' ist am Ende immer noch die eigene Entscheidung. Wer es as Erwachsener immernoch nicht geschafft hat dem ganzen kindischen Gruppenzwang nicht zu widerstehen wird es schwer haben als Führungsperson...

  • BDSM am 10.01.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Silvester

    hab ich also genauso (nur ohne Ecstasy) gefeiert wie ein Silicon Valey CEO. Danke Cabaret Bizarre zu Basel, es war dekadent, lustvoll und geil.