Mega überlastet

22. Januar 2013 12:20; Akt: 22.01.2013 12:30 Print

Dotcom kämpft mit Besucheransturm

Die neue Filesharing-Plattform Mega wird durch die vielen Neuregistrierungen ausgebremst. Das werde mit seinem nächsten Projekt namens Megabox nicht passieren, sagt Kim Dotcom.

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(Bild: AP Photo/New Zealand Herald, Richard Robinson)

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Der neue Online-Speicherdienst von Internetunternehmer Kim Schmitz alias «Dotcom» hat schon kurz nach dem Start mit technischen Problemen zu kämpfen. Die «Mega»-Webseite werde durch den grossen Besucheransturm ausgebremst, räumte der exzentrische Unternehmer am Dienstag auf seinem Twitterprofil ein - und schob eine Entschuldigung für den «schlechten Service» hinterher. Die pompöse Eröffnungsparty am Sonntag, nach der sich binnen 14 Stunden 500'000 Nutzer angemeldet hätten, habe die Nachfrage zusätzlich erhöht. Innerhalb von 48 Stunden sollten die Probleme behoben werden.

«Lehre gezogen», twitterte Dotcom und fügte hinzu: «Keine schicke Startveranstaltung für Megabox.» Der gleichnamige Musikdienst soll in etwa sechs Monaten an den Start gehen. Sein erklärtes Ziel ist ein Cloud-Musikdienst, der über Werbung finanziert wird und die Künstler direkt entschädigt.

Bei der aufwendigen «Mega»-Party am Sonntag hatten sich unter anderem Männer in Polizeiverkleidung von einem Hubschrauber abgeseilt und mit Dotcom eine Verfolgungsszene nachgespielt, die an seine spektakuläre Festnahme durch neuseeländische Sicherheitskräfte vor einem Jahr erinnerte.

Millionenschaden?

Dotcom wird der Internetpiraterie in grossem Stil beschuldigt, die US-Justiz fordert seine Auslieferung. Amerikanischen Staatsanwälten zufolge verdiente er sich mit Megaupload eine goldene Nase, während Filmemacher und Songwriter rund 500 Millionen Dollar an Einnahmen für ihr geistiges Eigentum verloren. Der in Kiel als Kim Schmitz geborene Dotcom argumentiert jedoch, er könne nicht für Urheberrechtsverletzungen von Dritten verantwortlich gemacht werden.

Mit einer besonders findigen Funktion will sich Dotcom ein neues Justizdrama vom Leib halten und für mehr Privatsphäre sorgen. Hochgeladene Daten werden bei Mega umgehend verschlüsselt. Und über die entsprechenden Entschlüsselungscodes verfügt nicht etwa die Website, sondern der Nutzer - mit dem Ergebnis, dass Dotcoms Unternehmen keinen Einblick in Inhalte ausgetauschter Daten hat und damit auch nicht dafür haftbar gemacht werden kann.

(dsc/dapd)