Grosses Kino

21. Januar 2013 15:34; Akt: 22.01.2013 09:44 Print

Dotcoms Mega-Sause

Wie es zu erwarten war, hat sich der umtriebige Internet-Unternehmer Kim Dotcom bei der Launch-Party seines neuen Speicherdienstes nicht lumpen lassen und mit der grossen Kelle angerichtet.

Kim Dotcom erklärt den geladenen Gästen seine Vision hinter dem Projekt Mega.
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Kim Dotcom hat einmal mehr bewiesen, dass er ein Meister der Selbstinszenierung ist. Am vergangenen Wochenende hat er zur Launchparty seines Online-Speicherdienstes Mega geladen. Rund 250 Gäste sind seinem Ruf nach Coatesville bei Auckland gefolgt. Auf dem eindrücklichen Anwesen ist pünktlich um 6.48 Uhr in der Früh der Startschuss für Mega gefallen.

Am 20. Januar 2011 wurde seine Villa zur gleichen Zeit auf Druck der US-Filmindustrie von Spezialeinheiten gestürmt. In der Folge wurde der Mega-Vorgänger MegaUpload vom Netz genommen, sein Luxus-Fuhrpark beschlagnahmt und zahlreiche Konten eingefroren. Der Vorwurf: Internetpiraterie in grossem Stil. Dotcom wehrte sich gegen die Vorwürfe. Sein Hauptargument: Er kann nicht für das Handeln Dritter verantwortlich gemacht werden.

Bei der Launchparty liess er die Stürmung seines Hauses noch einmal Revue passieren. Über den geladenen Gästen tauchte ein Helikopter auf. Mit Gewehrattrappen bewaffnete Schauspieler seilten sich auf das Dach der Dotcom-Mansion ab und der Hausherr liess sich von einer Gruppe Tänzerinnen abführen, schildert Spiegel-Online die Showeinlage.

Ein Videoteam der BBC war auch vor Ort

Sein neuer Online-Speicherdienst funktioniert vom Grundprinzip her ähnlich. Die User erhalten Zugriff auf eine virtuelle Festplatte. Sämtliche Daten sind aber so stark verschlüsselt, dass selbst die Betreiber nicht wissen, welche Inhalte darauf abgelegt werden. So will er sich vor erneuten Beschuldigungen schützen. Schliesslich werde die Post auch nicht geschlossen, wenn jemand etwas Illegales in einen Briefumschlag stecke.

Das Interesse an Mega ist riesig. In den ersten 14 Stunden sollen sich laut einem Tweet von Dotcom bereits über 500'000 Personen registriert haben. Aufgrund der immensen Nachfrage sind die Server an den Anschlag gekommen und Mega-User hatten mit Zugriffsproblemen zu kämpfen. Kim Dotcom twitterte daraufhin: «Was für ein Tag. Die Jungs kümmern sich darum. Ich werde mit einem grossen Lächeln einschlafen.»

(mbu)