Trotz neuen Geräten

22. Januar 2013 10:41; Akt: 22.01.2013 14:22 Print

BlackBerry droht die Zerschlagung

Der BlackBerry-Hersteller strebt mit neuen Smartphones und einem brandneuen Betriebssystem das Comeback an. Sollten die neuen Geräte nicht einschlagen, droht die Zerschlagung des Smartphone-Pioniers.

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20 Minuten Online hat sich RIMs neues Betriebssystem BlackBerry 10 gut einen Monat vor der offiziellen Präsentation angeschaut. Gut zu sehen, auf dem Sperrbildschirm werden neue Benachrichtigungen wie E-Mails angezeigt. Hinweis: Das Smartphone auf den Fotos ist ein Entwickler-Gerät, der neue BlackBerry wird daher anders aussehen. Herzstück des neuen Betriebssystems BB 10 ist der BlackBerry Hub. In der Kommunikationszentrale laufen alle Benachrichtigungen per Telefon, SMS, E-Mail, BB-Messenger oder Facebook an einem Ort zusammen. Der BlackBerry Hub kann aus jeder App heraus mit einer Wischgeste aufgerufen werden. Privates und Geschäftliches ohne Gefahr auf einem Smartphone: Mit einem Klick kann der BlackBerry vom verschlüsselten Geschäftsmodus in den Privatmodus gewechselt werden. Nur im privaten Modus lassen sich eigene Apps installieren. Im Geschäftsmodus (Bild) stehen nur die Apps zur Verfügung, die der Arbeitgeber per Fernwartung auf dem BlackBerry installiert. Wie gehabt ist die gesamte Kommunikation über den BlackBerry verschüsselt. Geht ein Gerät verloren, kann es der Administrator per Fernzugriff löschen. Seit Mai 2012 werden Apps für BlackBerry 10 entwickelt. Bis zum Start im Frühling 2013 sollen 70'000 Anwendungen zur Verfügung stehen - darunter Facebook, Twitter, LinkedIn oder Dropbox. Die Frage ist, ob es RIM gelingt, in den verschiedenen Ländern rasch genügend lokale App-Entwickler an Bord zu holen. Eine intelligente Tastatur: Beginnt man einen Satz, schlägt die virtuelle Tastatur das nächste Wort vor, das man vermutlich schreiben möchte. Das Keyboard erkennt zudem, welche Tasten man besonders häufig verfehlt. Trifft man eine Taste regelmässig etwas zu weit links, verschiebt sich auch der Druckpunkt nach links. Im Hintergrund laufende Apps werden ähnlich wie bei Windows Phone als Live-Kacheln dargestellt. Der Inhalt der Kachel aktualisiert sich automatisch und erlaubt eine Vorschau auf den App-Inhalt. Auch der App-Store wurde neu gestaltet. Nebst Apps und Games sollen auch Filme, Musik oder E-Books im Online-Store gekauft oder gemietet werden können. BlackBerry 10 ist RIMs letzte Chance, den Anschluss an Apples iPhone und Googles Android zu finden. Deshalb wurde im Besonderen auf die Details geachtet. So ist das Eingabefenster beim Webbrowser am unteren Bildschirmrand positioniert, wo man mit den Fingern einfacher hinkommt. Noch nicht offiziell enthüllt ist die Sprachsteuerung, aber der Screenshot lässt kaum Zweifel aufkommen: BlackBerry 10 wird auch einen Siri-ähnlichen Sprachassistenten haben. Bereits seit längerem sind Fotos des angeblich ersten BB-10-Smartphones im Internet im Umlauf. Ist das die neue Brombeere? Falls ja, haben BlackBerry-Fans bald allen Grund, die Champagnerflasche zu köpfen. RIM hat seinem Smartphone ein radikales Facelifting verpasst. Ein vietnamesisches Tech-Portal hat das mutmassliche BlackBerry London, so der Codename, bereits in die Finger bekommen und diese Fotos veröffentlicht. Offiziell werden die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 10 am 30. Januar 2013 enthüllt. Der neue BlackBerry dürfte etwas grösser werden als das iPhone 5. Das hochauflösende Display wird 1280 x 768 Pixel haben. Die traditionelle Tastatur wurde durch einen Touchscreen ersetzt. Trotzdem werden weiter auch Geräte mit physischer Tastatur erscheinen. Im Gegensatz zum iPhone oder Nokia Lumia lässt sich das Smartphone öffnen. Klarer Vorteil: Der Akku ist austauschbar. Der Datenaustausch sollte mit einem BlackBerry kein Problem sein: Auf der linken Seite sind ein Micro-USB- und HDMI-Anschluss zu finden. Der Power-Button befindet sich zentriert auf der Oberseite. Auf dieser Nahaufnahme ist die Frontkamera zu sehen, die Videogespräche erlaubt.

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Trotz der bevorstehenden Einführung neuer Smartphones mit neuem Betriebssystem erwägt der Blackberry-Hersteller RIM nach wie vor die Zerschlagung des angeschlagenen Konzerns. «Es gibt mehrere Möglichkeiten, wozu der Verkauf der Hardware-Produktion ebenso gehört wie die Lizenzierung unserer Software», sagte RIM-Vorstandschef Thorsten Heins der «Welt».

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Nach den Zahlen des Marktforschers Gartner hat sich zuletzt der weltweite Blackberry-Anteil am Smartphone-Markt auf 5,3 Prozent halbiert. Es gebe aber keinen Grund für eine überstürzte Entscheidung, erklärte der deutsche Manager, der vor einem Jahr die Führung des kanadischen Smartphone-Pioniers übernommen hat. Der Druck sei aufgrund der hohen Barmittel des Konzerns in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) geringer geworden.

20 Minuten Online konnte sich das neue Betriebssystem BlackBerry 10, das offiziell am 30. Januar vorgestellt wird, bereits anschauen. Inzwischen ist es dem österreichischen Online-Medium Telekom Presse gar gelungen, den ersten BlackBerry Z10 mit RIMS neuem Betriebssystem zu testen.

Der BlackBerry Z10 im Test

Quelle: YouTube/TelekommPresse

(owi/ap)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • vitaSvizra am 22.01.2013 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    kein grosser Wurf

    BlackBerry 10 sieht aus, wie eine weiter überflüssige Maske von Android. Und hebt sich im Vergleich zu iOS nicht wirklich ab. Entweder iOS oder ein ganz anderes Konzept. Und dieses andere bessere Konzept findet man nur im Microsoft Ökosystem mit Windows Phone 8. Und dies wird am besten umgesetzt durch Nokia. Entweder Premium mit dem Lumia 920 oder gut und günstig mit dem Lumia 620...

  • GDMSCH am 22.01.2013 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher & Tastatur

    Ich schätze an Black Berry, dass sie zuverlässig und sicher sind. Da ich viel auf dem Handy schreibe, finde ich die Tastatur beim 9900 einfach unschlagbar.

  • blackberry rocks am 22.01.2013 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    nur nicht so schwarz malen ...

    Das neue blackberry ist, wie ich bis jetzt einschätzen kann, genial und bringt viele Innovationen die es bis jetzt noch gar nie gegeben hat. Von daher würd ich mal den Verkaufsstart abwarten bevor hier wieder alles hochgepusht wird.

  • Denker am 22.01.2013 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die fetten Jahre sind vorbei.

    Mittelfristig wird BlackBerry nur überleben, indem sie bei Android UND Windows Phone einsteigen. Die fetten Jahre sind vorbei, und BlackBerry ist nur noch ein Hersteller unter vielen.

    • Christian Gross am 22.01.2013 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nein, nein, nein...

      Falsch, falsch, falsch... Die Zukunft ist nicht Windows Phone oder Android. Die Zukunft ist eine multi-OS welt. Sehen sie mal Ubuntu OS! Es gibt auch andrer mobile OS's. HTML 5 wird sehr wichtig sein. Aber interessant des Sie denken es wird kein iOS geben, aber dafuer Windows Phone. Ich denke es wird eher umgekehrt sein.

    • M2tK am 22.01.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Windows Phone?

      Wieso auf Windows Phone? WP7 kam nie auf die Verbreitung die BBOS 5-7 hatte und hat. Man kampfte sogar noch mit Symbian!!! Demnach müsste ja MS bald auf Android umsteigen wenn RIM auch darauf setzten soll.

    • Denker am 22.01.2013 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      iOS?

      Habe nie von iOS geredet. Dieses wird natürlich bestehen bleiben, aber nur Apple kann es nutzen. Einen Einstieg in iOS gibt es nicht, nur in Android. Windows Phone ist das einzige alternative System, welches Potential hat aus jetziger Sicht... wenn BlackBerry nichts liefern kann ist es vorbei :-)

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