Kinofilm-Explosionen

08. Januar 2013 18:07; Akt: 08.01.2013 18:07 Print

ETH-Forscher erhalten Tech-Oscar

Grosse Ehre für die ETH Zürich: Hollywood zeichnet die Entwickler einer Spezialsoftware aus, mit der sich Rauch und Explosionen in Filmen besser darstellen lassen.

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Die mit dem Tech-Oscar ausgezeichnete Technologie wurde bisher in über 20 Hollywood-Grossproduktionen eingesetzt, darunter Monsters vs. Aliens. (Bild: Keystone (Archivbild))

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Die Academy of Motion and Picture Arts and Sciences in Hollywood, die die Film-Oscars verleiht, vergibt Forschern der ETH Zürich einen Technikpreis. Die Wissenschaftler haben ein Computerprogramm entwickelt, um Rauch und Explosionen in Filmen darzustellen.

Die sogenannte «Wavelet Turbulence»-Software kam bisher in über 20 Hollywood-Grossproduktionen zum Einsatz, darunter Avatar, Kung Fu Panda, Monsters vs. Aliens sowie Sherlock Holmes.

Der Preis geht an ETH-Professor Markus Gross sowie an einen ehemaligen Postdoktoranden und an zwei weitere Forscher aus den USA, wie die ETH am Dienstag mitteilte. Die Medienmitteilung trägt den Titel «Oscar-würdige Rauchzeichen». Der Preis sei eine echte Überraschung gewesen, wird ETH-Professor Gross zitiert. Ihm sei zwar bewusst, dass die Technologie in vielen Hollywood-Produktionen eingesetzt werde, dennoch habe er nicht mit der Auszeichnung gerechnet.

Auf Patentierung verzichtet

Bisher brauchten Special-Effects-Künstler Stunden oder Tage, um Feuerbälle oder Vulkaneruptionen künstlich am Computer zu erzeugen. Dank der Software aus Zürich sei die Animation nun bedeutend rascher möglich, heisst es weiter. Auch die kommenden Action-Filme «Iron Man 3» oder «Man of Steel» setzen auf die Technologie.

Laut ETH-Mitteilung haben die Forscher bewusst den Weg über eine Publikation gewählt, um ihre Software bekannt zu machen und auf eine Patentierung verzichtet. Da viele Spezialeffekt-Studios eng kalkulieren müssen und nur geringe Margen haben, seien für sie lizenzfreie Methoden besonders attraktiv. Müssten die Studios hingegen Gebühren zahlen, hätten sie die Software wohl kaum übernommen, ist Gross überzeugt. «Dieser Preis zeigt auch, dass wissenschaftliche Publikationen von überragender Bedeutung sind, wenn es darum geht Innovationen, in industriellen Anwendungen zu verbreiten.»

Die ausgezeichneten Forscher aus den USA und von der ETH werden ihren Preis am 9. Februar in Beverly Hills bei einer Gala in Empfang nehmen können. Einige Filmszenen, die mit der prämierten Software gestaltet wurden, werden auch an der Oscar-Verleihung vom 24. Februar gezeigt.

(dsc/sda)