Silkroad 2.0

07. November 2014 18:54; Akt: 07.11.2014 18:54 Print

FBI sprengt Drogenring im Darknet

Dem FBI und Europol ist ein Schlag gegen mehrere illegale Marktplätze im Tor-Netzwerk gelungen. Insgesamt wurden mehr als 400 Sites offline genommen.

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Rundumschlag gegen den illegalen Handel im Darknet: In einer international koordinierten Aktion hat die amerikanische Bundespolizei FBI am Donnerstag den illegalen Martkplatz Silk Road 2.0 geschlossen. Die Operation lief unter dem Codenamen «Onymous» und wurde zusammen mit dem Ministerium für innere Sicherheit Homeland Security und Europol ausgeführt. Insgesamt wurden mehr als 400 Websites im Tor-Netzwerk offline genommen, schreibt BBC. An der Operation beteiligt waren auch 16 Länder in Europa – darunter die Schweiz.

Alan Woodward, ein Sicherheitsexperte, der Europol berät, bezeichnete die Aktion als Durchbruch im Kampf gegen die Cyberkriminalität. «Websites im Tor-Netzwerk galten lange als unerreichbar für Strafverfolgungsbehörden. Diese Aktion zeigt nun, dass solche Dienste weder unsichtbar noch unantastbar sind», sagt Woodward im Interview mit BBC. Laut dem TV-Sender wurden bei den Ermittlungen neue Verfahren verwendet, um die Server im sogenannten Darknet (siehe Box) aufzuspüren.

Silk Road 2.0 zählte zu den grössten Umschlagplätzen von Drogen im Tor-Netzwerk. Gleichzeitig mit Silk Road 2 wurden auch die Marktplätze Hydra und Cloud 9 geschlossen, wie das US-Magazin «Wired» berichtet. Mehrere weitere Märkte waren am Donnerstag nicht erreichbar. Ein Sprecher des FBI sagte gegenüber «Wired», dass die Operation Onymous noch nicht abgeschlossen sei. Weitere Schliessungen sollen am Freitag folgen, hiess es in dem Bericht.

Betreiber droht lebenslange Haft

Drei Personen wurden im Rahmen der koordinierten Aktion verhaftet. Darunter ein 26-Jähriger aus San Francisco, der beschuldigt wird, Silk Road 2.0 unter dem Pseudonym Defcon betrieben zu haben. Er habe sich mit der Site Silk Road 2.0 der Verschwörung zu Drogenhandel und Geldwäscherei schuldig gemacht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Ausserdem soll er in Computer-Hacking und Urkundenfälschung verwickelt sein. Laut der Anklageschrift, die gegen den 26-Jährigen vorliegt, soll Silk Road 2.0 zuletzt Drogen im Wert von acht Millionen US-Dollar pro Monat umgesetzt haben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Zwei weitere Personen wurden am Donnerstag in Dublin verhaftet. Bei ihnen wurden Ecstasy-Tabletten, LSD und andere Drogen sichergestellt. Ebenfalls fanden die Beamten Bargeld in Höhe von 180'000 Euro sowie Bitcoins im Wert zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro.

Drogengeld für Elektroauto

Bereits im Mai soll der 26-jährige mutmassliche Betreiber des Martkplatzes identifiziert worden sein. Dies sei möglich gewesen, da verdeckte Ermittler das Team von Silk Road 2.0 infiltriert hätten, heisst es in der Anklage. Laut dem FBI soll sich der 26-Jährige zwischen November 2013 und Oktober 2014 Bitcoins im Wert von über 270'000 Dollar ausbezahlt haben. Das Geld habe er unter anderem genutzt, um einen Tesla Model S zu kaufen, heisst es. Laut dem Newsportal Businessinsider ist der 26-Jährige geständig.


Silk Road 2.0 ist im letzten Jahr nach der Schliessung von Silk Road 1 entstanden. Den ursprünglichen Silk-Road-Handelsplatz hatten die Behörden im Oktober 2013 geschlossen. Der mutmassliche Gründer wartet derzeit in New York auf seinen Prozess, im Februar bekannte er sich als nicht schuldig. Auch ihm droht lebenslange Haft.

(tob/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bill am 07.11.2014 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ein schuss ins eigene Bein.

    Nun, da jetzt die unkomplizierteste Art an Drogen zu Gelangen staatlich beseitigt wurde ist die logische konsequenz ein Anstieg der Beschaffungskriminalität. Viel spass bei der Arbeit, liebe Bundesbehörden.

  • Sandra D am 07.11.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Altenativen online. Prohibition Unnütz.

    Wann begreifen die Behörden endlich das Prohibition zu nix führt? Es sind bereits alternativen Online gegangen. Drogen wird es immer geben. Besser endlich mal legalisieren und das Geld in Prävention und Information stecken und dadurch Leben retten.

  • Business.InsiderCOM am 07.11.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Silk-Road 3.0 bereits am Start

    Laut Business Insider ist SR 3.0 bereits am Start. Es ist wie bei Kinox ein Katz und Maus Spiel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Unwissender am 08.11.2014 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was es nicht alles gibt

    Ich versteh das noch nicht so ganz, man konnte/kann sich drogen übers internet bequem zu sich nach hause schicken lassen?? Aber wie kommt das zeug per post über die grenze, ist immer ein ziemliches Risiko oder nicht und vorallem bei jeder Bestellung die am Zoll gefunden wird gibts ja ne Vorladung. Oder irre ich mich da? Bitte um antwort. Schon absurd was es alles gibt!

    • Dark Web Vader am 08.11.2014 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Silkroad, Agora, Evolution

      Ja, das war und ist immer noch möglich. Aus meiner Sicht sogar einfacher als etwas bei ebay zu bestellen. Die Kundenbewertungen verraten auch, ob die Qualität stimmt und wie viel Prozent der Sendungen beim Empfänger ankommen. Auch eine Landesauswahl ist möglich. Je nachdem was und bei wem man bestellt, muss es also nicht zwingend über eine Grenze. Die Gefahr verhaftet zu werden, besteht natürlich trotzdem (aber die besteht auch, wenn es auf herkömmliche Art und Weise gekauft wird). Wir haben es leider nicht ganz so einfach wie Alkoholkonsumenten, aber fast.

    • Keinsilkroadnutzer am 08.11.2014 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      ;)???

      Also den Absender werden Sie sicher nicht ausfindig machen, und ich, ICH habe doch so einen Schmutz nicht bestellt.... Udn dann was soll Ihrer Meinung nach denn passieren?

    einklappen einklappen
  • Tobias K am 07.11.2014 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Prohibition kostet nur viel Geld

    Dafür gibt es seit einiger Zeit einen Schweizer Shop im Darknet ;) Diese ganzen verbote bringen doch nix. Schlussendlich kostet die verfolgung viel Geld das der Steuerzahler bezahlt. Und auch wenn sie ein paar Leute einlochen, wer Zahlt dann das Gefängniss und ihren Lebensunterhalt im Knast? Eben! Absoluter blödsinn die Prohibition.

  • tobias wüthrich am 07.11.2014 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tjo so kanns gehen

    es zeigt wieder einmal solange waren in der Realität verschoben werden müssen ist man auch online fassbar

  • Business.InsiderCOM am 07.11.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Silk-Road 3.0 bereits am Start

    Laut Business Insider ist SR 3.0 bereits am Start. Es ist wie bei Kinox ein Katz und Maus Spiel.

  • Sandra D am 07.11.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Altenativen online. Prohibition Unnütz.

    Wann begreifen die Behörden endlich das Prohibition zu nix führt? Es sind bereits alternativen Online gegangen. Drogen wird es immer geben. Besser endlich mal legalisieren und das Geld in Prävention und Information stecken und dadurch Leben retten.