Deutschland

02. Januar 2018 04:07; Akt: 02.01.2018 04:09 Print

Facebook drohen Sanktionen

Es geht um das «missbräuchliche» Sammeln und das Verwerten von Daten des Onlinenetzwerks: Das deutsche Kartellamt zieht darum Beschränkungen in Betracht.

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In Deutschland erwägt das Kartellamt Sanktionen gegen das Onlinenetzwerk Facebook. Es wirft dem marktbeherrschenden Konzern das «missbräuchliche» Sammeln von persönlichen Daten aus Drittquellen vor. Facebook wehrt sich.

«Wir kritisieren die Art und Weise, wie das Unternehmen persönliche Daten sammelt und verwertet, als möglichen Missbrauch von Marktmacht», sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der deutsCHen Zeitung «Rheinischen Post» vom Dienstag. «Vielleicht müssen wir am Ende das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer hierfür verbieten.»

Sammeln von Daten ausserhalb Facebooks

Mundt verwies auf die rechtlichen Möglichkeiten, die seiner Behörde offen stünden. Zum einen habe Facebook eine deutsche Tochter, zum anderen gelte im Kartellrecht das sogenannte Auswirkungsprinzip. «Gegen einen Verstoss können wir wirksam vorgehen, soweit er sich in der Bundesrepublik auswirkt», sagte Mundt. Die Facebook-Nutzer müssten hinnehmen, «dass Daten auch aus Drittquellen massenhaft gesammelt werden, obwohl sie davon wenig, meistens sogar gar nichts wissen».

Das Bundeskartellamt hatte Facebook kurz vor Weihnachten in einer vorläufigen Einschätzung das «missbräuchliche» Sammeln von Daten aus Drittquellen vorgeworfen. Vor allem das Sammeln von Daten ausserhalb des sozialen Netzwerks, die dann mit dem Facebook-Konto verknüpft werden, sieht die Behörde als «problematisch» an.

Zugriff auf WhatsApp und Instagram

Zu diesen Drittseiten gehören dem Kartellamt zufolge konzerneigene Dienste wie WhatsApp oder Instagram, aber auch Webseiten und Apps anderer Betreiber, auf die Facebook über Schnittstellen zugreifen kann. Facebook erhebt in erheblichem Umfang persönliche Daten seiner Nutzer und verwendet diese unter anderem zu Werbezwecken. Die Kartellbehörde geht in ihrer vorläufigen Einschätzung zudem davon aus, dass Facebook auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke marktbeherrschend ist. Der Nutzer werde vor die Wahl gestellt, entweder das «Gesamtpaket» zu akzeptieren oder auf die Nutzung des Dienstes zu verzichten.

Facebook erklärte hingegen, die Einschätzung des Kartellamtes sei «ungenau». Die Nutzer in Deutschland und anderswo hätten viele Wahlmöglichkeiten, zu teilen, entdecken und kommunizieren, und Facebook sei nur eine dieser Optionen. Zugleich kündigte das Unternehmen an, mit der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten zu wollen.

(roy/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.G. am 02.01.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Riegel schieben

    Der sammelnden Firmen gehört endlich der Riegel geschoben. Das ganze Ausmaß ist nämlich noch viel schlimmer. Viele Daten werden ohne Wissen der Benutzer erhoben. Die Politik ist endlich gefordert das zu stoppen, bevor es zu spät ist.

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  • Adrian Büschi am 02.01.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Alles hat seinen Preis, besonders das, dass nichts kostet!

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  • Michi am 02.01.2018 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Den jungen Menschen ist das egal. Die haben wegen gesammelter Daten nicht so Verfolgungsängste wie die Alten. Hauptsache überall und jederzeit das grenzenlose Netz zur Verfügung haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dä Jesus am 04.01.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geständnis?

    Die Andchuldigungen simd zu ungenau? Also wird es nicht bestritten, was meiner Meinung zufolge, einem Geständnis gleich kommt. Das klingt so wie im Krimi, wenn der Verdächtige sagt: "Ja ich war es, aber sie können mir nichts beweisen, einen schönen Tag noch.".

  • Roger. s am 03.01.2018 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    goggle dito...

    Google ist der gleiche Sammelladen, wenn sogar noch schlimmer...

  • Pet am 03.01.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Socialmedia Knast

    Ich habe zum neuen Jahr alle Assimedia-Accounts gelöscht. Happy New Year! Endlich wieder frei!

    • FluffyUnicorn am 03.01.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      Guuuuut gemacht

      Gratulation dazu! Im Prinzip das einzig Richte, was man tun kann. Man stelle sich vor, wenn alle diesem Beispiel folgen würden ... What a great world it would be.

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  • Rene G. am 02.01.2018 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    facebook weiss was du als nächstes tust ...

    wenn plötzlich der WhatsApp-Kontakt als Freundschaftsvorschlag auftaucht, dann sind die Vorwürfe nicht unscharf...

  • jane77 am 02.01.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues

    jeder der ein öffentliches Profil hat weiss dass er seine Daten so für alle zugänglich macht..solange es immer noch welche gibt die meinen alles preisgeben zu müssen ...