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Böse Überraschung
18. Dezember 2012 22:40; Akt: 18.12.2012 22:40 Print
Facebook macht mit Instagram Kasse
Aufstand im Netz: Der von Facebook geschluckte Fotodienst Instagram will Nutzerbilder zu Werbezwecken verwenden - ohne die Betroffenen dafür zu entschädigen. Das sei so üblich, heisst es.

Facebook will sich enger mit Instagram verzahnen. (Bild: Colourbox / Keystone)
Instagram steht vor einer ungewissen Zukunft. Schuld sind die neuen Nutzungsbedingungen, die am
Der umstrittene Passus in den neuen Nutzungsbedingungen des Fotodienstes Instgram wird vom deutschen Nachrichtenmagazin «Focus» wie folgt übersetzt: «Der Dienst kann teilweise oder ganz von Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponsorte Inhalte oder Werbung zu platzieren, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos (zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponsorten Inhalten oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie. (...)»
Bekanntlich ist Instagram im Herbst von Facebook übernommen worden. Wie das Nachrichtenmagazin Focus weiter berichtet, nahm eine Facebook-Sprecherin zur Änderung der Instagram-Regeln Stellung: «Das bedeutet allerdings nicht, dass Instagram nun die Fotos seiner Nutzer nach Belieben verkaufen kann. Es geht vielmehr darum, dass Nutzerbilder und -daten für Werbung bei Instagram oder seiner Mutterfirma Facebook und deren sonstigen Ablegern verwendet werden können. Sprich: Es ändert sich nichts daran, wem die Bilder gehören und wer sie sehen darf (...)»
(dsc)
Demnach beansprucht Instagram neu das Recht, die von den Nutzern veröffentlichten Bilder und Daten für Werbezwecke zu verwenden und anderen Firmen zur Verfügung zu stellen. Die Betroffenen erhalten dafür keinen Rappen Entschädigung.
Die im Firmenblog angekündigten Änderungen sollen den Datenaustausch mit Facebook vereinfachen, heisst es. Das weltgrösste Online-Netzwerk hatte den Fotodienst im Frühjahr übernommen.
Nun sehen sich die Betreiber mit einem veritablen Shitstorm konfrontiert. Eine deutsche Facebook-Sprecherin versuchte umgehend zu beschwichtigen (siehe Box). Glaubt man den erzürnten Reaktionen im Netz, dann werden die vom US-Unternehmen diktierten neuen «Spielregeln» zu einem beträchtlichen Mitgliederschwund führen. Einen ähnlichen Aufschrei hatte es bei der Übernahme durch Facebook gegeben.
«Gratis-Service»
Der Erfolg des Internet-Fotodienstes basiert auf dem Engagement einer weltweiten Community. Tag für Tag werden unzählige Fotos auf die Plattform hochgeladen.
Doch auch wenn ein Internet-Service gratis angeboten wird, stecken dahinter handfeste wirtschaftliche Interessen. Das wird den Instagram-Nutzern nun gnadenlos vor Augen geführt. Facebook hatte rund eine Milliarde US-Dollar für Instagram geboten, wegen des gesunkenen Börsenwerts aber etwas weniger bezahlt. Schon damals machten die Verantwortlichen laut dem Nachrichtenmagazin «Focus» keinen Hehl daraus, dass sich die Übernahme rechnen müsse.
Der Fairness halber ist anzumerken, dass auch bei anderen Fotodiensten, wie zum Beispiel Flickr, ähnliche Nutzungsbedingungen gelten. Ob und in welcher Form die neuen Regeln umgesetzt werden, wird sich zeigen. Wie bei Facebook könnte es auf personalisierte Werbung innerhalb des Netzwerks hinauslaufen, kommentiert das deutsche Tech-Portal Chip Online.
Den Account löschen
Wer mit den neuen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden ist und deshalb den Instagram-Account löschen will, sollte vorgängig die eigenen Bilder sichern. Dies ist mit Instaport.me in wenigen Minuten möglich, wie Chip Online berichtet. So könne man die komplette Bildersammlung als Zip-Datei herunterladen. Allerdings war der Service am Dienstag vorübergehend nicht verfügbar - wohl wegen des grossen Ansturms erboster Nutzer.
Um den Instagram-Account zu kündigen, gilt es einen Löschungs-Antrag zu stellen. Bevor man auf der Kündigungs-Seite landet, müssen Benutzername und Passwort eingegeben werden.
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Alle 45 Kommentare

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Die wollten einfach...
mal testen, wie weit sie gehen können. Jetzt wars halt ein wenig zu weit. Solche Spässe sind genau der Grund, warum ich keine privaten Daten auf solche Seiten speichere...
Facebook halt
Wird ja eh gemacht, au ohne mitteilung!
Facebook
Wer Facebook nutzt , macht sich schon beim anmelden zum gläsernen Menschen und gibt praktisch alle Rechte ab. Bin nicht dort angemeldet und habe trotzdem keine soziale Nachteile.
Selber schuld
Facebook zwingt ja niemanden alle Infos anzugeben. Man merkt, dass du noch nie Facebook benutzt hast.