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Wegen den Oscars
15. Januar 2013 22:10; Akt: 16.01.2013 09:53 Print
Filmpiraten haben Hochsaison
von Daniel Schurter - Bevor Hollywood am 24. Februar seine begehrten Preise vergibt, geht es im Internet hoch her. Praktisch alle Oscar-Favoriten sind im Umlauf - dank so genannten Screeners.
Das sind die Oscar-Nominierungen für das Jahr 2013.
Noch ist «Django Unchained» nicht in den Schweizer Kinos angelaufen. Doch der neuste Streich von Regie-Wunderkind Quentin Tarantino ist bereits im Internet verfügbar – und zwar in guter Qualität. Kein heimlich abgefilmter und verwackelter Streifen mit lachendem Publikum und Popcorn-Knistern im Hintergrund, sondern einwandfreies Video- und Tonmaterial. Das hat mit der am 24. Februar stattfindenden Oscar-Verleihung zu tun. Bevor Hollywood mit einer gewaltigen Fernseh-Show seine Besten kürt, müssen die Juroren und Filmkritiker ran.
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Hunderte, wenn nicht tausende Personen haben in den vergangenen Wochen von der Filmindustrie sogenannte Screener erhalten. Das sind die auf DVD gebrannten Oscar-nominierten Streifen, die es zu sichten gilt. Die in aller Regel noch nicht im Handel erhältlichen Filme werden nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen an Dritte abgegeben. Die Empfänger müssen sich zu absoluter Geheimhaltung verpflichten, bei Verstoss drohen empfindliche Strafen.
Wettstreit der Release-Groups
Das bei den Filmfans begehrte Material soll nicht frühzeitig in falsche Hände gelangen. Denn sogenannte Release-Groups liefern sich einen weltumspannenden Wettstreit. Die Filmpiraten machen sich einen (illegalen) Sport daraus, die Streifen möglichst früh in Umlauf zu bringen. Dabei greifen sie gerne auf Screener zurück, die im Vorfeld von grossen Filmpreis-Verleihungen kursieren.
Zwar werden die Filme von den Produktionsfirmen verschlüsselt und mit digitalen Wasserzeichen versehen, um der illegalen Verbreitung vorzubeugen. Zudem setzen die Hollywood-Studios auch auf andere Kanäle als den Postweg, um die Filme an die Juroren auszuliefern. So hatte 20th Century Fox schon im Januar 2011 den Vertrieb über die iTunes-Plattform getestet.
Alle Oscar-Favoriten
Offenbar führen aber alle Sicherheitsmassnahmen nicht zum gewünschten Erfolg. Dies beweist die Liste der im Internet verfügbaren Filme. Im Szene-Jargon werden die Screener mit der Abkürzung «DVDSCR» versehen. Dies signalisiert den Interessenten, dass es sich um hochwertiges Material handelt.
Ein kurzer Besuch der einschlägigen Webseiten mit den neusten Releases zeigt, dass praktisch alle Oscar-Nominationen zu finden sind. Ob «Argo», «Zero Dark Thirty», «Life of Pi», «Lincoln», «Beasts of the Southern Wild» oder eben Tarantinos Wildwest-Sklaven-Epos: Alle Filme kursieren im Netz, können via Torrent oder Usenet heruntergeladen werden oder via Streaming-Plattformen angeschaut werden.
Schweizer Nutzer haben nichts zu befürchten
Der auf IT- und Urheberrechts-Fragen spezialisierte Jurist David Rosenthal hat wiederholt erklärt, dass es in der Schweiz vollkommen legal sei, Filme oder Musik für den Eigengebrauch herunterzuladen. Rosenthal: «Bei schon veröffentlichten Filmen - was bei Oscar-nominierten Filmen ja der Fall sein sollte - ist in der Schweiz der private Download auch aus nachweislich illegalen Quellen nicht verboten.» Verboten sei hingegen, solche Filme zum Download anzubieten oder gleichzeitig zum Download weiterzuverbreiten, wie das bei Tauschbörsen-Software oft automatisch passiere.
Die liberale Schweizer Praxis hat der Bundesrat Ende 2011 bestätigt. Davon ausgeschlossen ist allerdings der Tausch von urheberrechtlich geschützter Software wie PC-Programme oder Games. Die Filmindustrie und ihre Vertreter wollen härter gegen dubiose Kopien vorgehen. «Aus etwas klar Illegalem wird nie etwas Legales», sagte Adriano Viganò, Rechtsanwalt und Berater der Schweizerischen Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (Safe).
Die Verbände der verschiedenen Kulturbranchen kämpfen für ein strengeres Gesetz gegen Internetpiraterie. Mit einem ersten Teilerfolg. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die entsprechende Vorschläge machen soll.
(Kaum im Kino, schon im Web: «Django unchained»)
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Hochwertige Qualität?
Screener = hochwertige Qualität? Naja, vor 5 Jahren vielleicht... Heute lädt doch niemand der noch ganz bei Sinnen ist nichts unter R5Qualität runter...
kein schlechtes Gewisses
Solange die Kinos einem regelrechten abzocken, nutze ich Stream-Plattformen! Senkt die Preise, damit ihr Konkurrenzfähig werdet!
Online und danach kino
Es giebt auch die möglichkeit einen film online anzuschauen und wenn er gut ist, ihn im kino zu schauen, denn ein kino-feeling kann man nicht ersetzen.