Prozessoren am Limit

02. August 2016 13:14; Akt: 02.08.2016 13:14 Print

Haben Computer ihre Leistungsgrenze erreicht?

Experten warnen, dass Chip-Hersteller bald an Limiten stossen dürften. Dadurch würde der Fortschritt in der Computertechnologie gebremst.

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Es ist mehr als 50 Jahre her, seit Gordon Moore, ein Mitbegründer von Intel, eine einfache, aber revolutionäre Faustregel entwickelt hat: Das sogenannte Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Zahl an Transistoren, die auf einen Computerchip (einen integrierten Schaltkreis) fester Grösse passen, in regelmässigen Abständen verdoppelt. So konnten regelmässig neue Chip-Generationen mit noch höherer Leistung auf den Markt gebracht werden.

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Damit könnte nun aber Schluss sein. Das Mooresche Gesetz verliess sich vor allem darauf, dass die Transistoren immer kleiner werden. Ein Bericht eines Gremiums von Chipherstellern warnt nun aber, dass man bis 2021 an einem Punkt angelangt sein werde, an dem es nicht mehr kleiner gehe. Oder genauer gesagt: Dass es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt, die Transistoren noch kleiner zu machen.

Neue Ansätze sind nötig

Das könnte bedeuten, dass unsere Computer ab dann nicht mehr schneller werden und sich der Fortschritt in der Computerbranche verlangsamt. Ist die maximale Leistung von Prozessoren deshalb bald erreicht? Nicht zwangsläufig. Denn Hersteller suchen neue Wege, um Prozessoren zu bauen.

Ein Ansatz ist das sogenannte 3-D-Chip-Stacking. Bei diesem können Chips nicht nur zweidimensional, also flach nebeneinander, sondern aufeinander gestapelt werden.

Ein weiteres Konzept ist der sogenannte Quantencomputer. Dieser arbeitet mit sogenannten Qubits. Deren Zustand muss nicht zwingenderweise 1 oder 0 sein wie bei einem klassischen Computer. Der Zustand kann auch gleichzeitig 1 und 0 sein. Das Konzept dahinter ist sehr komplex, mit der Technologie könnten aber künftige Supercomputer entstehen.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 02.08.2016 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    die Software hinkt der Hardware...

    ...fünfzehn Jahre hinterher. Wozu auch recheneffizient programmieren, wenn die Rechner immer schneller werden?

  • Chris am 02.08.2016 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Keller mieten

    Tja, dann packt man einfach mehr Prozessoren rein. 2050 braucht man zum Gamen einfach einen Keller für seinen Rechner und eine Flussanbindung für die Kühlung. Der Kreis schliesst sich wieder.

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  • Der Denker am 02.08.2016 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Das sagte man auch schon vor 5 jahren und jetz vergleicht mal die leistungsunterschiede!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sergio am 03.08.2016 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Grenzen in Sicht

    Als ich 1995 einen 150 MHz Intel Computer gekauft habe war der Nachfolger (200 MHz Pentium Pro) angekündigt und die gesamte Expertenwelt war sich unisono einig, dass es nicht mehr schneller werden wegen sog. Spannungssprung im Prozessor da die Bahnen so eng beieinander und sowieso und Blabla. In der Hinterhand hatte man bereits neue Technologien, wie auch heute, eben auf Quantentechnologien und/oder molekularer Basis (IBM hat bereits Speicherkristalle erstellt), also wird es weitergehen. Nur nicht mit der Intelligenz der Menschen, wir hauen uns immer noch mit Keulen gegenseitig kaputt.

  • Michel am 03.08.2016 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das kommt noch nicht so schnell

    Ich denke das die Lithographie bei 8nm zum stehen kommen wird, allerdings wird es immer mehr Kerne geben, und mehrschichtige Chips wird es geben sobald das Kühlungsproblem gelöst werden kann.

  • Bigllion am 03.08.2016 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsatzfrage

    Habe grundsätzlich nichts gegen schnellere Computer. Man darf sich aber schon die Frage stellen, ob es unbedingt nötig ist?

    • Penumbra Noctis am 03.08.2016 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      Natuerlich!

      Jap, ist es. Ob ich nun eine Stunde oder nur fuenf Minuten warte, bis mein dreistuendiger Podcast nach MP3 encodiert ist, macht fuer mich schon einen Unterschied. Immer dran denken: Es gibt auch Leute, die produktiv mit ihren Computern arbeiten und nicht nur engstirnige Kommentare auf Newsseiten schreiben!

    • Intel AMD am 03.08.2016 16:24 Report Diesen Beitrag melden

      Aber sicher doch.

      Ja. Denke an KI, Deep Learning, Datamining und Big Data ... um nur einige Beispiele zu nennen. Hier braucht es auch in Zukunft den nötigen Zuwachs an Prozessorleistung. Um ein Beispiel zu zeigen was heute so möglich ist: IBM Watson googeln.

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  • sori am 02.08.2016 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Momentan eher Fokus auf Effizienz als Leistung

    Momentan liegt eher der Fokus auf Effizienz, also weniger Stromverbrauch und weniger Wärme bei gleicher Leistung. Siehe Nvidia mit Maxwell oder Intel jetzt mit Skylake. AMD hinkt, wie eh und je, hinterher.

    • Penumbra Noctis am 03.08.2016 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr fuer gleich viel

      Bei der Effizienzsteigerung stimme ich Ihnen zu. Allerdings waren z.B. die AMD Athlons deutlich leistungsfaehiger damals, als Intels Pentium III. Oh und AMD64 hat auch nicht einfach so Intels IA-64 Architektur verdraengt.

    • sori am 03.08.2016 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Penumbra Noctis

      Damals, ja. Heute aber sind AMD-Prozessoren reine Hitzköpfe...

    • Mike am 03.08.2016 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Sori

      Würd ich nicht sagen, kommt auf die Anwendung drauf an. Mit dem CMT ansatz von den FX Prozessoren bin ich bei meiner Anwendung schneller als ein Octacore von Intel. ujelly?

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  • Leo am 02.08.2016 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht schon noch weiter

    Wir sind mit Technologie aus den 1950er Jahren zum Mond und zurück gefahren. Die aktuelle Computertechnologie kann auch mit anderen Mitteln ausgereizt werden. Und nicht vergessen, wenn wir diese Technologie haben, was steckt in den Systemen der Sicherheitsorgnisationen der USA zum Beispiel.