Sicherheitsexperte

04. Dezember 2012 10:50; Akt: 04.12.2012 11:16 Print

James Bond fällt durch den Tech-Test

«Skyfall» zeige zu viel Cyber-Blödsinn, kritisiert ausgerechnet ein Computer-Experte aus der Heimat des Superagenten. Aber muss 007 realistisch rüberkommen?

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Übertreibt der neue Bond-Film masslos, was den Einsatz von Computertechnik betrifft? Dies findet zumindest der britische IT-Experte Kevin Curran. Das Gezeigte habe nichts mit der Realität zu tun. In einer Schlüsselszene knüpft sich Bösewicht Raoul Silva (Javier Bardem) den gefesellten 007 vor. Im Hintergrund laufen unzählige Computer - doch es sind weder Geräusche zu hören, noch scheint eine Kühlung erforderlich. Wer schon mal in einem Server-Raum war, wisse, dass ein normales Gespräch wegen des Lärms nicht möglich sei, kritisiert Curran. Für die Hackerkünste des MI6-Cheftechnikers Q hat der Experte nichts übrig. Die auf dem Grossbildschirm gezeigten Visualisierungen seien zwar nett anzuschauen, doch das reale Eindringen in Computer sei grafisch um Welten langweiliger. Das Entschlüsseln von Codes sei aufwändig und zeitraubend. In einer weiteren Szene gelingt es der Geheimdienstzentrale, den Agenten blitzschnell im Londoner Untergrund aufzuspüren. In Tat und Wahrheit sei die Ortung ein Albtraum, so der Experte. War früher alles besser? Der alte Q (Desmond Llewelyn) stattete James Bond und dessen Gespielinnen mit verrückten Gadgets aus. Im Bild: Timothy Dalton in Licence To Kill (1987). Q lieferte während Jahrzehnten die Utensilien, die Bond aus heiklen Situationen retteten. Der britische Schauspieler starb 1999 bei einem Autounfall. Der Kleinhelikopter Little Nellie, der im Bond-Film «You Only Live Twice» eine prominente Rolle spielte, hob auch in Kloten ab.

Zum Thema
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Frühere James-Bond-Filme begeisterten das Publikum mit überraschenden Gadgets. Ob Mini-Hubschrauber, Explosiv-Kugelschreiber oder Laser-Uhr: Die witzigen und skurrilen Erfindungen erleichterten 007 das Leben - und verkürzten dasjenige seiner Gegner.

Umfrage
Müssen Bond-Tricks realistisch sein?
48 %
6 %
46 %
Insgesamt 1991 Teilnehmer

Passend zum technischen Fortschritt nehmen Computer im jüngsten Bond-Abenteuer «Skyfall» eine wichtige, ja entscheidende Rolle ein. Allerdings hat das auf der Leinwand Gezeigte wenig bis gar nichts mit der digitalen Realität zu tun. Dies kritisiert ausgerechnet ein Fachmann aus dem Heimatland des wohl berühmtesten Geheimagenten der Welt.

Informatiker gesucht!

Der britische IT-Sicherheitsexperte Kevin Curran zeigt sich gegenüber BBC massiv enttäuscht. Seine Kritik: Wer - wie er - als Filmfan den realistischen oder zumindest realitätsnahen Einsatz von moderner Technik schätze, solle einen grossen Bogen machen um den jüngsten Bond-Streifen.

In der Bildstrecke haben wir seine wichtigsten Kritikpunkte zusammengefasst. Bleibt anzumerken, dass Kevin Curran auch einen positiven Effekt sieht, wenn die Möglichkeiten der Computertechnik übertrieben dargestellt werden. Dies könnte die junge Generation ermutigen, eine Informatikausbildung zu absolvieren, meint der Bond-Kritiker.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TomTom am 04.12.2012 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch????

    Seit wann muss James Bond realistisch sein? Der hat wohl noch nie die alten Filme geschaut. Wenn ich da nur an Moonraker & Co. denke :-)

  • Der Tom am 05.12.2012 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    nicht so schlimm übertrieben

    Gar nicht schlimm übertrieben. Alles irgendwie vorstellbar wenn auch in der Realität viel schwieriger oder vielleicht gar (noch)nicht machbar. Der realistischste Bond aller Zeiten.

  • Louis am 05.12.2012 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    in einem James Bond Film erlaubt

    In einem James Bond Film sind solche Sachen erlaubt und auch erwünscht. Genau dieser sog. "Cyber-Blödsinn" macht doch das spezielle in einem Bond-Film aus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • August von Tobel am 06.12.2012 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Soviel zum Besten Bond aller Zeiten..ts

    Dieser Skyfall war der reinste Reinfall...sowas langweiliges ich schon lange nicht mehr gesehen...da ist sind schon fast die heutigen Serien noch spannender als dieser Spar Bond Film..

  • Louis am 05.12.2012 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    in einem James Bond Film erlaubt

    In einem James Bond Film sind solche Sachen erlaubt und auch erwünscht. Genau dieser sog. "Cyber-Blödsinn" macht doch das spezielle in einem Bond-Film aus.

  • Der Tom am 05.12.2012 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    nicht so schlimm übertrieben

    Gar nicht schlimm übertrieben. Alles irgendwie vorstellbar wenn auch in der Realität viel schwieriger oder vielleicht gar (noch)nicht machbar. Der realistischste Bond aller Zeiten.

  • guemue am 05.12.2012 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Moonraker lebt

    Dann hoffe ich mal, dass Herr Curran bei Moonraker alles für wahre und realistische Taten hält. Bond soll doch eine etwas andere Ebene sein.

  • Mario am 04.12.2012 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere beispiele

    Habe den Film noch nicht gesehen, aber solange nicht so übertrieben wird wie bei einigen Serien, ist das schon ok. Beispiel von extrem übertrieben: Bei NCIS wird des Öfteren zu zweit auf der gleichen Tastatur "gehackt". So klappt ja keine texteingabe und schon gar kein hack!!!