Apple-Maps-Alternative

21. November 2012 09:22; Akt: 21.11.2012 09:46 Print

Nokias Karten-App fürs iPhone enttäuscht

von Daniel Schurter - Mit einer eigenen Karten-Anwendung für iOS-Geräte will Nokia Apple ausstechen. Doch erste Tests auf dem iPhone und iPad sind alles andere als positiv.

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Am Dienstag hat Nokia seine mit Spannung erwartete Karten-App für das iPhone, iPad und den iPod Touch veröffentlicht.

«HERE Maps» erfordert iOS 4.3 oder neuer. Die 3,7 Megabyte grosse Anwendung kann ab sofort kostenlos aus dem App Store (Link) heruntergeladen werden. Bei der Stichwort-Suche besteht Verwechslungsgefahr mit der gleichnamigen App eines anderen Anbieters. Man sollte darum nach den Begriffen «Nokia Here» suchen, respektive nach «HERE Maps».

Verschwommene Schriften

Nokias Karten-App soll gemäss Vorankündigung der mobilen Karten-App von Apple überlegen sein. Dieses vollmundige Versprechen wird nicht eingehalten, wie erste Tests zeigen. Zwar hat HERE Maps interessante Funktionen und mehr POIs (Points of Interest) zu bieten, doch die technische Umsetzung erscheint nicht sehr gelungen. Das hängt damit zusammen, dass die Finnen keine native iOS-App entwickelt haben, sondern eine Web-Anwendung ins Rennen schicken.

Was beim ersten Aufstarten ins Auge sticht, ist das dürftige Design und die mangelhafte Bildqualität – sowohl in der Karten-Darstellung wie auch in der Satellitenbilder-Ansicht. Im Vergleich mit der Karten-App von Apple wirken die Beschriftungen, die auf Grafiken basieren, verschwommen; besonders krass erscheinen die Unterschiede auf einem iOS-Gerät mit hochauflösendem Bildschirm (Retina-Display).

Die App friert ein

Die in Blau gehaltene Benutzeroberfläche der Nokia-App wirkt veraltet, die Menüführung ist unübersichtlich und alles andere als intuitiv. Und wenn man unterwegs die Buttons (Knöpfe) betätigt, funktioniert dies nicht immer wie gewünscht.

Die Turn-by-Turn-Navigation erweist sich in einem kurzen Fussgänger-Test als alles andere als zuverlässig. Die auf Englisch gesprochenen Richtungs-Anweisungen sind zwar gut zu verstehen, aber nicht immer hilfreich. Einmal friert die Karten-App im Test ein.

Ein Schnellschuss

Ob sich Nokia mit diesem Schnellschuss einen Gefallen getan hat, ist mehr als fraglich. Gute Werbung in eigener Sache sieht anders aus. Fakt ist: Apples eigene Karten-App, die in diesem Herbst mit iOS 6 lanciert wurde, schneidet trotz Fehlern und fehlender Informationen besser ab. Die vektorbasierten Karten kommen deutlich attraktiver (und die Schrift immer gestochen scharf) daher.

Wer mit Bus, Tram oder Zug zum Ziel kommen will, wird von der Nokia-App enttäuscht. Diese Daten seien nicht verfügbar, heisst es in unserem Test. Hingegen verweist Apples Karten-App bei der Suche nach öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Apps von Drittanbietern. Wenn man beispielsweise die Gratis-App «Schweizer Transport» auf dem eigenen Gerät installiert hat, klappt das Zusammenspiel bestens. Aus der Karten-App heraus lassen sich mit einem Fingertippen die gewünschten Verbindungen anzeigen.

Offline-Nutzung auch bei Apple Maps

Nokia hat auch damit geworben, dass man einen Kartenausschnitt herunterladen und danach offline nutzen kann. Allerdings steht jeweils nur ein einziger Ausschnitt zur Verfügung. Wie mittlerweile bekannt ist, bietet auch Apples Karten-App eine gewisse Offline-Funktionalität – und zwar für ein weitaus grösseres Gebiet.

Was den Datenhunger der Karten-Apps betrifft, ist Apple sogar Google Maps voraus, wie der US-Blog Apple Insider berichtete. Apple Maps soll deutlich weniger Datenvolumen verbrauchen. Nun bleibt abzuwarten, was die neue Google-Maps-App für iOS zu bieten hat. Laut Gerüchteküche könnte die Anwendung schon bald im App Store auftauchen. Dass Apple die App bewusst zurückhalten könnte, wie immer wieder vermutet wird, gehört wohl ins Reich der Verschwörungstheorien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Matthias Wuttke am 23.11.2012 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Die Alternative!

    Nach dem ich (fast) alle OFFLINE und ONLINE Karten getestet habe steht fest: Die Gratis-Version von CoPilot bzw. die Zahlversion von CoPilot (48.- für ganz Europa) ist das beste und einfachste App in diesem Bereich... zudem kann jederzeit die USA (10,-) dazu geladen werden und man kann jeweils die Karten-Teile die man nicht braucht löschen und gratis nachladen! Probier die Gratis-Version und schaue die Zahlversion an!

  • Kellogz am 22.11.2012 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    NAVIGON - BESCHTE!

    Navigon ist und bleibt die Nr. 1 Navi-App auf dem iPhone!

  • Hassan am 22.11.2012 04:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nokia Here fehlen noch viele Daten.

    Hier kann wohl keiner nachdenken und nachforschen. Die App ist in Moment verbuggt. Wahrscheinlich wollte Nokia vor Google eine Map anbieten. Es fehlen noch viele Daten. Außerdem läuft das alles noch übers Internet. Deswegen ist die App klein. Die Map auf ein Lumia 920, was übrigens hier in Deutschland sehr erfolgreich verkauft wird, ist viel besser, als die als iPhone App. Guckt mal auf youtube. Die Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln geht anscheinend nur nicht auf iPhones. Also Testet bitte das Programm später noch einmal.

  • Noah Bachmann am 21.11.2012 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anbieter durchstrichen??

    Wieso streicht ihr den Anbieter durch? Man sieht in ja sowieso beim Foto wo er das iPhone in der Hand hält!!!!

  • Peter am 21.11.2012 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    bevorzuge Apple Maps

    Ich habe die Nokia App getestet und kann auch keinen Vorteil gegenüber Apple Maps erkennen. Nach anfänglichen Mängeln habe ich das Gefühl, dass Apple Maps inzwischen deutlich besser geworden ist und teilweise so gar besser als Google Maps ist. So heisst die Benkenstrasse bei mir um die Ecke bei Google Baslerstrasse, bei Apple ist der Name korrekt. Auch ist Apple Maps deutlich schneller als Google maps war - besonders bei schlechtem Empfang.