Kampf gegen Schwarzseher

22. Dezember 2017 17:10; Akt: 22.12.2017 17:10 Print

Streaming-Dienste wollen Teilen von Logins stoppen

US-Streamingdienste wie ESPN wollen verhindern, dass Kunden ihren Account mit anderen teilen. Doch nicht alle Anbieter sehen darin ein Problem.

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Das Teilen von Benutzerdaten für Streamingdienste ist weit verbreitet. Beispielsweise können bei Netflix – je nach Abo – Inhalte auf bis zu vier verschiedenen Geräten angeschaut werden. Auch Amerikaner teilen ihre Zugangsdaten für Pay-TV-Anbieter wie ESPN oder HBO gerne.

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Der Chef der US-Firma Charter Communications, Tom Rutledge, hat nun genug davon, wie Time.com berichtet. Das Unternehmen, das Bezahlfernsehen unter der Marke Spectrum verkauft, führt eine Allianz an, die gegen das Teilen von Passwörtern vorgeht.

Tausende Zuschauer auf einem Account

Rutledge berichtete an einer Konferenz von einem Nutzer, auf dessen Konto gleichzeitig 30'000 Streams angeschaut wurden. Auch der Marketingchef des Sportsenders ESPN, der zu Disney gehört, äusserte sich zum Thema. «Das ist Piraterie», sagte Justin Connolly. «Die Menschen konsumieren etwas, für das sie nicht bezahlt haben.» Und auch wenn diese dächten, das sei okay, sei es das eben nicht.

Viele amerikanische Anbieter haben das Thema stiefmütterlich behandelt und teilweise nur einmal pro Jahr verlangt, das Passwort neu einzugeben. ESPN hat jetzt aber reagiert und die Zahl der gleichzeitig möglichen Streams auf fünf reduziert. Derzeit wird über eine weitere Reduktion auf drei Streams nachgedacht.

Unterschiedliche Philosophien

Andere Unternehmen sehen in dem Phänomen nicht wirklich ein Problem. Beispielsweise HBO, das Hitserien wie «Game of Thrones» produziert. HBO-Sprecher Jeff Cusson beschwichtigt: «Wir sehen dadurch keine wirtschaftlichen Auswirkungen auf unser Geschäft.»

Netflix-CEO Reed Hastings äusserte sich letztes Jahr gegenüber Fortune.com zum Teilen von Passwörtern: «Wir müssen damit leben lernen, dass Nutzer ihre Passwörter teilen.» Es gebe auch viele legitime Ansprüche, beispielsweise das Teilen mit der Partnerin oder den Kindern.

Vor einigen Monaten sagte David Wells, der Finanzchef von Netflix, an einer Konferenz, dass man schon dagegen vorgehen könnte. Es sei aber nicht zu erwarten, dass man alle Nutzer, die schwarzsehen, in zahlende Nutzer verwandeln könne.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pat Meyers am 22.12.2017 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Raubkopie als Einstieg

    Gerade Jugendliche können sich oft nur die Raubkopie leisten. Sie lernen so das Produkt lieben und werden in einigen Jahren zu zahlenden Kunden. Deshalb gehen viele Anbieter auch gar nicht zu streng gegen Raubkopierer vor, denn man würde so die zukünftigen Kunden zur Konkurrenz treiben.

  • oskar am 22.12.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    doofer artikel.. Speziel das beispiel netflix. Habe eon abo für 4 personen aber zahle auch dementsprechend mehr

  • Thomas Q. am 22.12.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stalker

    1 account 30k streamer? Omg, wie behämmert muss man denn sein? Ich kenn mich damit einwenig aus und kann sagen dass mit 3 klicks auf dem portal per sofort gestoppt werden kann...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stie-fel am 23.12.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Jeder Anbieter kann gehackt werden...auch das mysport ohne das man ein upc Kunde ist. Bei diesen unverschämten Kartell-machenschaften mache ich nicht mit...

    • Stie-fel Freund am 23.12.2017 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stie-fel

      Ja da bin ich voll deiner Meinung. Die Schweine der gepflegten Geldmacherei

    einklappen einklappen
  • ... am 23.12.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Mein Netflic Account (für 4 Geräte) wird auch von 7 Leuten verwendet. Kein Problen.

  • Al Mighty am 23.12.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geoblocking

    Und warum dann so ein "Gschiss", wenn man als Schweizer auf US-Netflix-Inhalte zugreifen will?

    • Taxidriver018 am 23.12.2017 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Al Mighty

      Weil Netflix die Inhalte für jedes Land einzel kaufen muss. Daher sind sie gesetzlich verpflichtet zu gewährleisten, dass jeder nur Inhalte aus dem jeweiligen Land konsumieren kann.

    • Keine Ahnung am 23.12.2017 23:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      @Taxidriver018: Das ist falsch. Anbieter in Europa haben zum Teils Serien von Netflix gekauft, mit dem Alleinrecht diese in dieser Region zu zeigen. Laufen diese Verträge aus, werden die Inhalte auch hier verfügbar.

    einklappen einklappen
  • Gru2606 am 23.12.2017 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an die eigene Nase fassen.

    Das im gleichen Haushalt mehrere Personen leben und den gleichen Streamingdienst nutzen ist doch eigentlich klar. Dafür gibt es doch auch, wie erwähnt, diese Abos für mehrere User. Aber das ein Anbieter solch eines Dienstes nicht in der Lage ist die Menge auf eine "haushaltsübliche" zu reduzieren ist doch schon sehr einfältig und gibt doch auch zu denken wie gut dieser Anbieter seine Sache sonst im Griff hat, immerhin hat er er empfindliche Daten seiner Kunden...

  • Jérome am 22.12.2017 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sessions

    Das wäre doch technisch gesehen ganz einfach. Da müssen sich die Anbieter schon selber an der Nase nehmen.