Prominenter Zuzug

22. April 2013 17:13; Akt: 23.04.2013 14:43 Print

Wird Facebook bald bei uns entwickelt?

von Oliver Wietlisbach - Kommt der Tech-Gigant aus dem Silicon Valley tatsächlich in die Schweiz, trifft er auf bekannte Gesichter: Auch Apple, Google oder Samsung sind längst präsent – und bauen aus.

storybild

Facebook wird im kalifornischen Menlo Park entwickelt. Nun schaut sich der Konzern nach einem Standort in der Schweiz um. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ja, Facebook kommt in die Schweiz», sagte Facebooks Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. «Aber wann, möchte ich noch nicht verraten.» Es sei noch nichts spruchreif. Die 43-Jährige bestätigte damit im Interview mit der «SonntagsZeitung», was viele schon lange vermutet hatten. Nach Giganten wie IBM, Microsoft oder Google eröffnet ein weiterer Tech-Konzern aus den USA eine Schweizer Niederlassung. Nur wozu?

Facebooks Entwicklungszentrum liegt in Menlo Park bei San Francisco, quasi in Nachbarschaft von Apple und Google. Das internationale Hauptquartier hat das weltgrösste soziale Netzwerk aus steuertechnischen Gründen in Irland aufgeschlagen. Die Chancen stehen gut, dass Facebook in der Schweiz ein Forschungs- und Entwicklungszentrum plant – vermutlich in Zürich oder der Genferseeregion. Die beiden Regionen gelten aufgrund ihrer Nähe zur ETH in Zürich und Lausanne als guter Nährboden für Technologie-Unternehmen: Zu den prominentesten Vertretern mit Schweizer Niederlassungen zählen Hewlett-Packard (HP), IBM, Microsoft, Apple, Google, Samsung, Sony, Nokia, Ubisoft und neuerdings chinesische Tech-Giganten wie Huawei.

Tiefe Steuern locken Tech-Firmen an

Die hohe Lebensqualität und die tiefen Unernehmenssteuern ziehen immer wieder Technologiefirmen in die Schweiz, insbesondere nach Zürich: «Es gibt hier zahlreiche Design- und Informatik-Talente. Zudem ist es einfach, Leute aus dem Ausland nach Zürich zu locken», sagte Evernote-Gründer Phil Libin Anfang Februar im Interview mit 20 Minuten. Evernote ist wie Apple oder Google im kalifornischen Sillicon Valley gross geworden. 50 Millionen Private und Firmen vertrauen inzwischen der gleichnamigen Notizen-App ihre Geheimnisse an. In Zürich soll Evernotes weltweites Hauptquartier und zugleich das grösste Büro ausserhalb von Kalifornien entstehen.

Google und Microsoft entwickeln in der Schweiz

Mindestens zwei Schritte weiter als Facebook und Evernote ist Google: «Im Forschungszentrum in Zürich sind wir momentan über 800 Mitarbeiter aus 75 Nationalitäten», teilt das Unternehmen mit. Der IT-Riese ist seit 2004 in der Schweiz präsent, anfänglich mit nur zwei Mitarbeitern. Um auch für künftige Ausbauschritte gerüstet zu sein, nehmen die Googler beim ehemaligen Hürlimann-Areal derzeit ein weiteres Bürogebäude in Beschlag. In der Schweiz wird unter anderem an neuen Funktionen für YouTube und Google Maps getüftelt. Das Team in Zürich arbeite beispielsweise daran, exakte Daten zum öffentlichen Verkehr in Google Maps einzubauen.

Auch Microsoft lässt sich nicht lumpen: Der weltgrösste Software-Konzern hat 2011 sein Schweizer Hauptquartier in Zürich-Wallisellen komplett umgebaut. «Bei Microsoft Schweiz sind wir 580 Personen, die sich primär um die Beratung, Implementierung und den Verkauf kümmern», sagte Geschäftsführerin Petra Jenner Ende Oktober 2012 im Interview mit 20 Minuten. Mit der Akquisition der Schweizer Technologiefirma Netbreeze ist die Zahl auf 600 Mitarbeitende gestiegen.

Die Produktinnovationen werden mehrheitlich in den USA entwickelt. Mit Netbreeze und dem Visual-Studio-Team wird aber auch hierzulande an neuer Software getüftelt. Der Windows-Konzern betreibt zusätzlich diverse Forschungskooperationen, beispielsweise mit dem CERN in Genf, der ETH Zürich sowie der EPFL Lausanne.

Apple und Samsung wachsen

Gut 50 Mitarbeiter stark ist das Verkaufs- und Marketingteam von Apple Schweiz. Wie bei Microsoft werden neue Produkte hauptsächlich in den USA entwickelt. Der derzeit weltweit erfolgreichste IT-Konzern Apple betreibt mittlerweile je ein Verkaufsgeschäft in Genf, Zürich sowie im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen. In den drei Apple Stores sind einige hundert Mitarbeiter beschäftigt.

Auf Expansionskurs hierzulande ist auch Samsung. «Wir haben seit 2006 eine Marketing- und Verkaufs-Niederlassung in der Schweiz mit rund 120 Personen, Tendenz steigend», heisst es auf Anfrage. Das Samsung-Team in Zürich kümmert sich unter anderem um den Verkauf, die Pressearbeit und das Produktmanagement.

Dass Technologie-Konzerne die Schweiz für sich entdecken, ist indes kein neuer Trend: Beispielsweise ist IBM, das Urgestein unter den Tech-Konzernen, seit 1927 bei uns präsent. Gegründet wurde die International Business Machines Corporation 1911 in den USA, heute beschäftigt «Big Blue» rund 3000 Mitarbeiter in Zürich.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fabian mustair am 22.04.2013 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer motzen

    kann es wirklich sein, dass sich hier leute beklagen? unglaublich! jetz kommen die weltweit bekanntesten firmen in die schweiz (oder sind schon da) und die leute haben was dagegen. dabei ist das perfekte werbung für den arbeitsmarkt schweiz. aber klar, zuerst mal motzen weil dies und das und weil politik hier und da...ach pflegt doch den garten und pflanzt selber an...

    einklappen einklappen
  • Fabio am 22.04.2013 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Bürgerliche Falschmeldungen

    Wird uns nicht vor jeder Initiative gesagt, dass niemand mehr in die Schweiz kommen will, alle Firmen die CH verlassen werden etc.? Nach der Annahme der Abzockerinitiative gibt es also doch noch Firmen die sich hier ansiedeln und obwohl noch zwei weitere "Jobvernichtende" Initiativen in den Startlöchern sind... Man sieht einfach, wer nur Stuss erzählt.

    einklappen einklappen
  • Hans Meier am 22.04.2013 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsfeindliche Schweiz

    Mit der 1zu12 Initiative (falls diese angenommen wird) kann man dies vergessen! Die Schweiz wird immer wi unatraktiver für ausländische Firmen. Insbesondere wegen wirtschaftsfeindlichen Initiativen und politischen Entscheidungen der Regierung welche meist durch linke Kreise unterstützt werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy am 23.04.2013 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht

    Es sind alle Willkommen in der Schweiz, ausser Facebook.

  • Master Of Desaster am 23.04.2013 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seid mal ehrlich ......

    Ich sag's ja immer wieder: Der Neid ist in der Schweiz größer als der Geschlechtstrieb. Darum fordere ich euch auf, gönnt eurem Nachbarn das was er hat und poppt mehr. Schon die alten Römer wussten: Geld stinkt nicht.

    • ForumHexl am 24.04.2013 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Master Of Desaster

      Du kannst gern nach Palo-Alto umziehen und Dich dort bei Facebook bewerben, wenn Dir dies so am Herzen liegt. Das wird Dir niemand neiden. Aber wir wollen diese Daten-Schnüffler-Firma nicht hier in der Schweiz. Vielleicht bekommen gerade wegen solchen Daten-Schnüffler-Firmen später mal Probleme mit dem Ausland; wie schon heute wegen den Banken. Darauf können wir verzichten.

    einklappen einklappen
  • Petrus am 23.04.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    "Einfach Leute aus dem Ausland holen!"

    Da haben wir es schon wieder. Sogar Facebook weiss dass man in der Schweiz leicht ausländische Mitarbeiter nachziehen kann. Das ist ein Reiz der uns Schweizern schadet. Was soll aus diesem Land nur werden? Von mir aus können IBM, Microsoft und Google davonziehen.

    • David Meier am 23.04.2013 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      Zahlen mehr Steuern als du!

      Diese leute zahlen dann auch in der Schweiz Steuern, sehr wahrscheinlich sogar meh also du!

    • ForumHexl am 24.04.2013 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      @David Meier

      ... und treiben dafür die anderen Kosten wie Mieten, ÖV, etc. in die Höhe. Danke, darauf können wir gut verzichten.

    einklappen einklappen
  • Ivan Huber am 23.04.2013 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super diese Zuzügler !!

    Ich finds super, dass solche Firmen in die Schweiz kommen. Denkt mal weiter die die hierogzen was das alles bringt für uns !! Gans schön viel !!! Aber auf diese Lösung müssen die Motzet hier selber kommen. Wer motzen kann, der sollte auch mal was studieren.

  • Peter Ransòm am 23.04.2013 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haut ab

    Wir brauchen nicht noch mehr Menschenverachtende Firmen in der Schweiz. Ihr alle werdet diese Firma noch verfluchen!