uPeek

14. Dezember 2015 11:35; Akt: 14.12.2015 15:54 Print

Zürcher Erfindung macht das Handy zum Mikroskop

Ehemalige Studenten der ETH haben einen Mikroskop-Aufsatz fürs Smartphone entwickelt. Das Gadget namens uPeek wollen sie jetzt vermarkten.

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Mit uPeek («Mü-Peek») wirkt plötzlich alles gross. Das Gadget ist etwa so gross wie eine Kreditkarte und wird ans Smartphone gekoppelt. Die Erfinder beschreiben das Gerät als «Schweizer Armeemesser unter den Mikroskopen». Das Mikroskop für den Hosensack wiegt 55 Gramm und ist mit vier motorisierten Linsen ausgestattet.

uPeek wird per Bluetooth drahtlos mit dem Handy verbunden. Das funktioniert sowohl mit kompatiblen Android- wie auch mit iOS-Geräten. Das Handy wird dann auf eine haftende Unterlage, das sogenannte Stickypad, geklebt. Die Kamera des Smartphones befindet sich über einem Loch, auf der anderen Seite sind die vier uPeek-Mikroskop-Linsen und Lämpchen angebracht.

350-fache Vergrösserung

Das Mikroskop des ETH Spin-offs Scrona unterscheidet sich grundlegend von anderen Mikroskop-Aufsätzen auf dem Markt. Denn es ist nicht nur eine Linse zum Anstecken, sondern bietet zusätzlich auch verschiedene Lichtquellen, um das bis zu 350-mal vergrösserte Sujet beim Fotografieren ins richtige Licht zu rücken.

So funktioniert das Mikroskop für die Hosentasche. (Video: upeek.net)

Den groben Fokus stellt man dabei manuell am Mikroskop ein, danach erledigt der Autofokus der Handykamera den Rest. «Das Ziel ist es, die Mikroskopie von einer wissenschaftlichen Disziplin zu etwas Alltäglichem zu machen», so Mitgründer Patrick Galliker. Mit der Basisversion können Hell- und Dunkelfeld-Mikroskopie-Aufnahmen gemacht werden. Bei der blauen Ausführung ist zusätzlich auch die Fluoreszenzmikroskopie möglich. Dafür sei sonst teure, nicht portable Ausrüstung notwendig, so Galliker.

Interesse aus der Branche

Das Gadget soll aber nicht nur interessierten Laien den Zugang zur Mikroskopie erleichtern, sondern auch Profis dienen. «Bei uns sind bereits Anfragen von Ärzten, Forschern und Materialprüfern eingegangen», sagt Galliker. Aktuell sammelt die Zürcher Firma Scrona via Crowdfundingplattform Kickstarter Geld für die Produktion. Vom Finanzierungsziel 125'000 Franken sind bereits mehr als 35'000 Franken zusammengekommen. Die Kampagne läuft noch bis zum 9. Januar. Die ersten Hosentaschen-Mikroskope sollen nächsten Sommer ausgeliefert werden.

Gegründet wurde Scrona von Patrick Galliker, Julian Schieder und Martin Schmid. Sie haben zusammen eine 3-D-Nanodruck-Technologie erfunden, die eine 1000-fach höhere Auflösung als bei konventionellen Geräten ermöglicht. Darum suchten sie nach einem Weg, um auch unterwegs das Potenzial ihrer 3-D-Drucke zu demonstrieren. Daraus entstanden ist uPeek.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.S. am 14.12.2015 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache.....

    Ich wünsch den Erfindern viel erfolg beim vermarkten. Ist eine Gute sache und für viele Berufe und Hobbies sehr nützlich.

  • Bird22 am 14.12.2015 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung/Forschung

    Innovation ist alles und genau auf diesem Gebiet will der Bund Sparren!

  • marko 30 am 14.12.2015 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krasse

    Was für eine Erfindung!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bibi Blocksberg am 15.12.2015 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Finde das Ding noch recht spannend. Vor allem, dass man so coole Bilder machen kann. Werde es mir mal genauer anschauen

  • Trudy am 15.12.2015 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine neue Erfindung?

    So etwas ähnliches haben wir in der Schule...

  • Dieter Riga am 15.12.2015 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Programmierer

    Bin es langsam satt, dass solche "Super-Erfinder" nicht in der Lage sind, auch eine entsprechende Version für Windows-Phone zu programmieren. Bleibe trotzdem Windows-Phone treu, weil ich bis heute absolut keine Probleme damit hatte. Wer im Beruf mit MS-Office arbeitet, ist mit Windows-Phone bestens bedient. (Samsung Kies lässt grüssen)

  • remo am 14.12.2015 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zürich

    Die ganze Schweiz finanziert die ETH Stundenten und am Schluss sind es Zürcher Erfindungen. Danke auch.

  • Danuri am 14.12.2015 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sprechblase

    na das ist ja mal ne erfindung.. wow.. ohne das dings da wäre 2016 die welt untergegangen. vielen dank mc gyver wäre neidisch...