Umfrage

08. April 2011 09:01; Akt: 08.04.2011 11:11 Print

Zwei von drei würden Street View vermissen

von Oliver Wietlisbach - Die Mehrheit der 20-Minuten-Online-Leser möchte Googles Dienst nicht missen, trotz Problemen beim Datenschutz. Dabei fällt das Stadt-Land-Gefälle auf.

Jeder vierte Street-View-Nutzer hat schon online fremde Städte erkundet.
Quelle: 20 Minuten Online

Zum Thema
Fehler gesehen?

Google muss im Online-Kartendienst Street View Gesichter von Passanten vollständig verpixeln. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am Montag entschieden. Das Urteil stellt die Existenz von Street View in der Schweiz in Frage. Der US-amerikanische IT-Konzern hatte im Vorfeld stets beteuert, dass das manuelle Verpixeln aller Gesichter und Autokennzeichnen zu kostspielig sei. Die überwiegende Mehrheit der Leser bedauert das Urteil der Schweizer Richter. 69 Prozent würde Street View fehlen, sollte Google sich entscheiden, den Dienst vom Netz zu nehmen. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Web-Umfrage von 20 Minuten Online, die von Mittwochmorgen bis Donnerstagnachmittag durchgeführt wurde.

Von den regelmässigen Street-View-Nutzern sagen über 90 Prozent, dass ihnen Street View fehlen würde. Bei den Gelegenheitsnutzern und Abstinenzlern fällt die Quote auf rund 20 Prozent. Interessant: Trotz der insgesamt grossen Begeisterung für Street View ist nur eine von zehn Personen bereit, für die Nutzung zu bezahlen. Männer würden Street View stärker vermissen als Frauen und Städter mehr als Landbewohner.

Erkunden, besichtigen, orientieren

Für was wird Street View eingesetzt? «Zur Orientierung» antwortet ein Drittel der Befragten, «Nur zum Spass» meinen weitere 29 Prozent. Jeder Vierte macht sich auf die Online-Erkundung fremder Städte und gut zehn Prozent haben schon ein Haus oder eine Wohnung vor dem Kauf von Aussen inspiziert.

Nicht-Nutzer sind skeptisch

Insgesamt verlangen 45 Prozent der Leser, dass Google sämtliche Gesichter unkenntlich macht. Bei den Nicht-Nutzern sind es gar 72 Prozent. Ein Stadt-Land-Graben ist hinsichtlich dieser Frage nicht zu erkennen, allerdings ist den Leserinnen die Privatsphäre weitaus wichtiger als den Männern. Während 42 Prozent der Frauen darauf bestehen, dass Google ihr Gesicht auf Street View löschen oder unkenntlich machen solle, fordern dies nur 27 Prozent der Männer. Umgekehrt wäre es 43 Prozent der Leser egal, unverpixelt im Online-Kartendienst zu erscheinen – fast jeder Dritte würde sich gar freuen, auf Street View verewigt zu werden. Für die Mehrheit ist es auch kein Problem, wenn das eigene Haus im Internet einsehbar ist. Nur 18 Prozent würden ihr Heim aus Street View entfernen lassen.

Im Übrigen bezeichnet sich fast die Hälfte der Leser als Google-Fans. Ebenfalls beinahe jedem Zweiten ist allerdings die Datensammlerei des Konzerns suspekt, während nur drei Prozent der Umfrageteilnehmer eine grundlegend kritische Haltung gegenüber dem IT-Riesen einnehmen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz P. am 08.04.2011 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Webcam's?

    Ich habe mehr bedenken was mit allem Bildmaterial z.B. aus der ständigen Verkehrsüberwachung passiert, dies ist ganz und gar nicht nachvollziehbar. Im gegensatz zu Google..

  • Bernhard am 08.04.2011 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitungen gehen nicht anders vor!

    Nun gut. Dann stehe ab sofort am 1. Mai ganz vorne. Obwohl ich mit der Sache eigentlich nichts zu tun habe. Im Blick wird dann wieder ein Foto vom Schwarzen Block auftauchen. Wenn ich auf dem Foto bin, verklage ich den Blick - wegen Rufschädigung. Et voila, das gleiche Szenario hat man schon seit Fotos gibt. PS: Freue mich schon auf die Prämie!

  • carmen diaz am 08.04.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    google hat genug geld

    also ich will STREETview, was ich auf keine fall haben will ist aber PEOPLEview. google hat so immens viel geld mit dem sie nicht wissen was tun, so dass sie hunderte von mal sinnvolleren und mal sinnloseren projekten unterstützen. die können problemlos 1000 arbeitslose einstellen in der schweiz, welche den job manuell erledigen ohne dass die das überhaupt auf der jahresbilanz bemerken würden. da andere länder bereits der schweiz folgen wollen, wird google sowieso nichts anderes übrig bleiben, auch wenn sie jetzt noch ein bisschen rummosern...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Datenschutz am 12.04.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz IST wichtig

    Ganz klar für mich, nicht auf Google Streetview auftauchen zu wollen. So besitze ich auch kein facebook oder twitter. Ich gebe meine Daten wem ich will und nicht jeder der will bekommt sie auch. Wenn ich jemals auf einem Bild von Google drauf bin, werde ich einen Antrag auf Entfernung schreiben.

  • NathanCamello am 11.04.2011 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück haben wir keine Probleme...

    Wohin würden wir kommen, wenn alles verpixelt werden muss. Stellt euch nur mal vor, das Fernsehen müsste den Querschnitt (Basler Fasnacht) komplett verpixeln. Heutzutage kommt man an jegliche Daten, von jeglichen Personen heran. Herr Thür sollte sich mal ernsteren Problemen annehmen. Und die anderen, die hier schreien, sollte sich auch mal überlegen, wo überall ihre Daten herumschwirren. Ich habe kein Facebook und trotzdem gibt es da Fotos von mir. Ohne mein Wissen, geschweige denn mein Einverständnis. Herr Thür!! Nehmen sie bitte meine Fotos da raus!!

  • Heinrich Zimmermann am 10.04.2011 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wehrt Euch gegen Zutodeschuetzer

    Ich glaube die Hysteriker nehmen wieder ueberhand...... Bitte denkt selber, lasst uns nicht zu Kindern degradieren

  • Big Brother am 10.04.2011 03:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unvorstellbar

    Wenn sich jeder Spiesser und Wichtigtuer sich mal darüber "aufregen" würde, was die monopolistische Staatsgewalt mit Fichen, Akten, Unterlagen, Informationen etc. - von pränatal bis nach dem Tod - über jeden Bürger anlegt und missbraucht; das wäre mal etwas für den Datenschützer Thür.

  • Weggeli am 09.04.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wehret den Anfängen

    Die CIA hat in den 60ern eine Katze verdrahtet und versucht hatten, sie als Spion einzusetzen. Die Aktion soll 30 Millionen gekostet haben und die Katze beim ersten Einsatz überfahren worden sein. Jetzt wissen wir ungefähr, was auf uns noch alles zukommt auch dank Google.