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E-Mail-Attacke
06. August 2008 12:31; Akt: 28.08.2008 10:25 Print
Spam-Jäger: «Ich warte auf die Morddrohung»
von Adrian Müller - Hinter dem E-Mail-Angriff auf den jungen Zürcher Informatiker steckt wohl der übelste Hinterhof des Internets: das «Russian Business Network.» Die berüchtigte Organisation schreckt vor nichts zurück - dies beunruhigt nicht nur den Spam-Jäger Hüssy.
Der gezielte Angriff auf seine Person mit der fingierten Selbstmorddrohung (20 Minuten Online berichtete) beunruhigt den Zürcher Informatiker Roman Hüssy weiter: «Ich fühle mich bedroht – ich weiss nicht, was die Russen noch alles über mich wissen.»
«Das Schlimmste vom Schlimmen»
Seine Unruhe ist berechtigt, denn hinter der E-Mail-Attacke steht höchstwahrscheinlich das «Russian Business Network», kurz RBN. Der in St. Petersburg ansässige Internetanbieter machte sich als Verbreiter von Kinderpornografie, Viren und Phishing-Malware einen Namen als das «Schlimmste vom Schlimmen» des Internets, sind sich Insider einig.
Nachdem Leute wie Hüssy die üblen Machenschaften der Internet-Ganoven aufdeckten, zersplitterte sich die RBN in ein grosses Netz von Tochterfirmen, mit Sitz in Panama, den Seychellen und China. Laut einer Studie verfügt das RBN insgesamt über 406 Server mit insgesamt 2090 Internet-Domänen. Davon soll fast die Hälfte für die Verbreitung von Kinderpornos benutzt werden.
Auch Schweizer Banken im Visier der Internet-Ganoven
Das Netzwerk ist auch der Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani der Eidgenossenschaft bekannt: «Wir beobachten die Organisation schon lange», sagt der Leiter des Lagezentrums, Marc Henauer. Gruppen im Dunstkreis des RBN hätten auch schon verschiedentlich Schweizer Banken angegriffen. Er teilt die Auffassung von Hüssy, dass die Spuren des Angriffs auf den Informatiker zu diesen RBN nahestehenden Banden führen.
Deckname «Flyman»
Doch bis anhin konnte niemand dem RBN das Handwerk legen: Trotz internationaler Bemühungen ist kaum etwas über die Hintermänner der Organisation bekannt. Dem RBN sind zahlreiche Firmen angeschlossen, die nur dazu dienen, die Befehlzentrale zu schützen und hinter legalen Providern zu verbergen. In Internet-Kreisen wird vermutet, dass der RBN-Führer mit dem Decknamen «Flyman» mit höchsten russischen Politikern verbandelt ist. Dieselben Kreise glauben auch, dass hinter dem Cyper-Terror-Angriff auf Estland im Mai 2007 das RBN steckte.
Drohung als Zeichen für gute Arbeit
Der 21-jährige Zürcher lässt sich jedoch nicht unterkriegen: Hüssy will seinen «Swiss Security Blog», wo er die üblen Machenschaften der Russen enttarnt, demnächst wieder aufschalten. Die hinterhältige Attacke beweise, dass seine Enthüllungen wahr sind und er gute Arbeit leiste, erklärt Hüssy gegenüber 20 Minuten Online. Doch er fürchtet sich vor weiteren Attacken: «Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich schon bald eine Morddrohung erhalte.»
























