Digitale Liebe

24. August 2011 18:50; Akt: 25.08.2011 07:49 Print

«Der Mensch ist ein Beziehungskiller»«Der Mensch ist ein Beziehungskiller»

Sind Smartphones und soziale Netzwerke Beziehungskiller? Die Leserschaft von 20 Minuten Online ist gespalten. Manche vergleichen Facebook mit Heroin, andere sehen im Menschen das Problem.

Zu viel Social Media kann die Beziehung gefährden. (Quelle: YouTube/Break)
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Immer mehr Menschen sprechen öfter in ihr Handy als direkt mit dem Liebsten. Die gänzlich ungezügelten Social-Media-Nutzer posten gar mehr Privates auf Facebook oder Twitter, als sie ihrem Partner anvertrauen. Entsprechend kritisch beäugen die User von 20 Minuten Online die Verschiebung vom persönlichen zum virtuellen Gespräch. 62 Prozent der Leser sehen in Social Media einen potenziellen Beziehungskiller.

«Rasch ein Foto geschossen und ab aufs Profil»

Viele sahen sich wohl durch das obenstehende Video, dass die Social-Media-Junkies auf die Schippe nimmt, in ihrer Meinung bestätigt: «Dass Facebook zu vergleichen ist mit Heroin, ist wohl klar; man wird süchtig», schreibt User Stupsnäsli. Es sei bemitleidenswert, dass es sich die Leute sogar während der Partynacht in der Disco nicht verkneifen könnten, im Facebook zu stöbern. Daher sei es logisch, dass sich die Begleitung ärgere.

Die Meinung, dass soziale Netzwerke ein grosses Suchtpotenzial aufweisen, teilen die meisten Leser. «Bald werden es die Leute verlernt haben, sich normal zu unterhalten. Facebook und Co. haben ein Suchtpotential, das vor allem jungen Menschen die Fähigkeit nimmt, sich zwischenmenschlich zu entwickeln», befürchtet User Leto.

«Man wird regelrecht zugetextet»

Gemischte Erfahrung mit der Beziehungspflege der Generation Facebook hat User Dani gemacht: «Kaum hat man ein Date mit einem etwas Jüngeren, wird man regelrecht zugetextet. Besonders schlimm: Wenn man mal nicht eine Sekunde später antwortet, kommt schon ein :-(»

Einige Leser können mit dem Schwarz-Weiss-Denken nichts anfangen und plädieren für einen massvollen Umgang mit Facebook, Sykpe und Co. in der Beziehung. So schreibt James Hardt: «Ich (18) habe zurzeit eine Freundin. Wir haben beide Facebook, jedoch schreiben wir uns nicht jeden Tag an die Pinnwand, dass wir uns lieben. Solche Aussagen sollten privat sein. Aber wenn man sich das im Chat schreibt, wieso nicht.» Generell spricht sich die Mehrheit der Leser für einen gesunden Umgang mit Social Media aus, «wobei auch ich nicht immer sofort das Mass treffe», wie Leserin Sylvia selbstkritisch zugibt.

Nur wenige Stimmen sehen in Social Media keine Gefahr für Beziehungen. Stellvertretend für diese Position schreibt Miriam: «Ich kann zumindest nicht behaupten, dass meine dreijährige Aktivität auf Facebook irgendwie meine Kommunikationsfähigkeit mit echten Menschen beeinflusst hätte. Freaks gibt es immer, aber die grosse Masse ist garantiert nicht so.» Auch für Alex F. sind nicht Handys oder soziale Netzwerke das Problem: «Der Mensch selbst ist ein Beziehungskiller. Wenn Menschen feindselig oder abwertend gegenüber andersdenkenden Menschen sind, ist Social Media bloss ein Symptom, nicht die Ursache.»

(owi)

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  • Alex F. am 28.08.2011 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft euch ein echtes Leben

    In meinem Fall sind die Leute das Problem. Ich habe es ehrlich gesagt total satt, ständig ignoriert zu werden oder keine Antwort zu bekommen. Wenn ich mit jemanden rede, dann möchte ich auch einen Dialog führen. Aber das ist heutzutage leider nicht mehr möglich. Ich rede nicht mit Leuten, deren Sozialkompetenz für's reallife völlig abhanden gekommen ist.

  • Igor am 25.08.2011 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Freunde durch Facebook!

    Wenn Facebook ein Land wäre, dann wäre es das drittgrösste Land der Welt. Facebook ist schon seit langem nichts für junge Menschen! Wir haben eine falsche Vorstellung von Facebook. Wir meinen; mehr Freunde = grössere Beliebtheit. Falsch! Lasst mich erklären warum: "Man hat keine Chanze 200-700 Freunde zu pflegen. Das geht nicht auf Facebook und auch so nicht. Also verlassen uns einige Freunde, erwiesen ist; es verlassen uns nur gute Freunde die, die uns öffters sehen und weniger die andern. Weil die auch das Interesse haben Freunde zu sammeln. Anstelle Freunde zu gewinnen, verlieren wir sie!

  • MacPädu am 25.08.2011 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnisse sind Tagesordnung

    Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass so viel Missverstanden werden kann wenn man nicht direkt kommuniziert! Immer nur WhatsUp, Facebook SMS Email. Dies hatte ein wesentlicher Einfluss darauf, dass meine letzte Beziehung nicht funktionierte. Ich (40+) bin ein FB verweigerer und sie (40+) eine tägliche oder sogar ewige Besucherin. Mein Statement - direkt ist klar!