16. Juli 2007 14:23; Akt: 16.07.2007 16:23 Print

Firmensterben in Second LifeFirmensterben in Second Life

Verlassene Unternehmens-Inseln und leere Programmtafeln prägen das Bild: Immer mehr Firmen haben ihr zweites Leben bereits ausgehaucht.

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Der Computerhersteller Dell gab seine Insel auf, ebenso die Hotelkette Starwood. Bei Sun ist kein einziger Event angekündigt gewesen, und American Apparel hat seine virtuelle Niederlassung überhaupt geschlossen.
«Unternehmen, die ihre Präsenz geschlossen haben, müssen sich fragen, ob ihr Atem lang genug war und was sie bei ihrem Auftritt falsch gemacht haben könnten», verteidigt sich Christoph Ringwald, Sprecher des Internetdienstleisters Pixelpark gegenüber dem Web-Informationsdienst «Pressetext». Doch bei den Firmen hat längst der grosse Exodus eingesetzt.

Second Life hat innerhalb eines Jahres eine rasante Entwicklung durchgemacht. «Vom nahezu völlig Unbekannten erlebte SL vor wenigen Monaten noch einen Hype mit positiver Berichterstattung und folglich auch positiver Wahrnehmung. In jüngster Zeit überwiegt eine negative Wahrnehmung verbunden durch entsprechende Berichterstattung. Diese Phasen werden normalerweise in grösseren Zyklen durchlaufen», versucht Ringwald die Abwanderungen zu erklären.

Die Bevölkerung in SL schrumpft indes, während andere virtuelle Welten Zulauf erhalten. Im Juni sind die aktiven Nutzerzahlen in SL um 2,5 Prozent zurückgegangen. Von kommunizierten acht Millionen Registrierten sollen sich zu Spitzenzeiten 30'000 bis 40'000 Nutzern in SL aufhalten. Die Unternehmen folgen der virtuellen Völkerwanderung und kehren SL den Rücken.

Riesenhype und keine User

Einige Marktteilnehmer würden Second Life mittlerweile mit realistischerem Auge betrachten, als noch vor einiger Zeit, wo sich die Meldungen von neu eröffneten Büros etwa der Nachrichtenagentur Reuters oder Botschaften realer Länder regelrecht überschlugen.

Brian McGuinness von der Hotelkette Aloft meinte zur Zeitung, dass es keinen Grund gebe zu bleiben. Mit ein Problem ist, dass die realen Nutzerzahlen den kolportierten weit weniger entsprechen als gedacht.

Selbst zu Spitzenzeiten hätten sich gemäss Marktforscher Forrester Research nur 30.000 bis 40.000 aktive Nutzer in der virtuellen Welt herumgetrieben.

Ob der aktuelle Schwund wirklich einer Ernüchterung oder eher den aktuellen Temperaturen und der allgemeinen Urlaubszeit zuzuschreiben ist, wird der Herbst zeigen.

(mbu/pte)