Operation New Blood

02. Juni 2011 20:34; Akt: 02.06.2011 22:32 Print

«Anonymous braucht dich!»

Die Internet-Aktivisten suchen Nachwuchs in deutschsprachigen Ländern. Auf YouTube erklären sie, wie man mit Anonymous unerkannt in Verbindung tritt.

(Quelle: youtube.com/Stxong)
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Anonymous braucht frisches Blut. Unter der Bezeichnung «Operation NewBlood» suchen die Internet-Aktivisten neue Mitglieder. Im Internet sind Videos aufgetaucht, um Neugierige anzusprechen und Interessierte zu rekrutieren. «Anonymous Wants You! Anonymous braucht dich!», lautet der Titel. Der Aufruf ist bewusst auf Deutsch gehalten und richtet sich auch an Internet-Nutzer in der Schweiz und in Österreicht. «Wir verzeihen keine Zensur. Wir vergessen nicht, dass Informationen frei sind. Wir erwarten dich.»

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In erster Linie hat Anonymous aber unsere nördlichen Nachbarn im Fokus. Vermutlich schätze man die Bundesrepublik als vielversprechend ein, um Leute zu rekrutieren, sagen Fachleute der Sicherheitsfirma Imperva. Sie haben untersucht, in welchen Ländern in der Vergangenheit Angriff-Kits heruntergeladen wurden. Mit solchen Kits führt Anonymous jeweils seine berüchtigten Server-Überlastungangriffe (DDoS) durch. Die Sicherheitsfirma hat eine Rangliste erstellt mit den Ländern, in denen die Angriffs-Kits am häufigsten heruntergeladen wurden. An erster Stelle sind die USA, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Die Schweiz ist nicht unter den ersten Zehn zu finden.

«Keine bösen Hacker»

Im YouTube-Video geht Anonymous auf die Entstehungsgeschichte ein und erklärt die Ziele der Gruppierung. «Anonymous ist keine Organisation, keine Terroristenvereinigung, keine Partei, kein Verein und auch kein Club. Wir sind auch nicht die bösen Hacker, als die uns die Medien gerne darstellen.»

Die Machart der Videos kennt man von früheren Anonymous-Verlautbarungen. Es handelt sich um maschinell gesprochene Texte, unterlegt mit Animationen. Einige Stellen deuten auf eine Computer-Übersetzung hin. Fachleute vermuten deshalb, dass Anonymous - oder die Teilgruppe, die die Rekrutierungs-Aktion geplant habe - kein Mitglied zur Verfügung hatte, das Deutsch spricht.

«Anonyme Treffen im IRC»

Im Beschreibungstext zum YouTube-Video informiert Anonymous über die technischen Hilfsmittel, die es braucht, um mit der Gruppe in Kontakt zu treten. «Wir nutzen eine sehr einfache Weise des Chattens, die seit 1988 existiert.» Konkret geht es um das Internet-Protokoll IRC. Der sogenannte Internet Relay Chat kann praktisch von jedem Web-Browser aufgerufen werden. «Ihr tut nichts Unrechtes, wenn ihr mit uns chattet.»


(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 02.06.2011 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Trick

    Das mit der Übersetzung ist wohl weniger ein Problem der fehlenden Deutschkenntnisse als viel mehr eine super Methode seinen Schreibstil zu verfälschen.

  • Arno Nymous am 03.06.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man keine Ahnung hat...

    ...sollte man nicht dauernd selbsternannte "Fachleute" und "Sicherheitsfirmen" zum Interview bitten, sondern sich doch bei einem von hunderten Deutschen melden. Dieser Beitrag ist nichts weiter als eine Anhäufung von falschen Vermutungen ohne irgendeine Grundlage. Wären Journalismus noch etwas wert, hätte man sich die Sachlage auch in einem der Chaträume erklären lassen können. Schon seit Jahren ist der Anonymous-Gedanke bei deutschen Internetaktivisten wohlbekannt und es gibt mehrere Webseiten, die sich mit der Thematik befassen. Google hilft auch dem unbezahlten Praktikanten bei Recherche.

  • Annu Naki am 05.06.2011 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sapere Aude

    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein! Wagt zu wissen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Annu Naki am 05.06.2011 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sapere Aude

    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein! Wagt zu wissen...

  • Julian Astrange am 04.06.2011 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Metzger ist auch ein Hacker

    Und mein Bäcker hat 'ne Mehlbox. In den nächsten 2-3 Wochen müsste sich das Ganze als Ambush Marketing Aktion für "Vendetta II" oder Xbox rausstellen. Oder so. Eine Rekrutierungsaktion für Hacker übers Internet wäre ja wohl das Dümmste und würde ebensolchen Nachwuchs generieren. Wir verzeihen keine Zensur, tragen aber Masken. Wir bekämpfen Scientology, tun dabei aber sektiererischer als L. Ron Hubbard. Und packen das alles in etwa gleich schwülstige Grafik und Animation. Sorry, da krieg ich Anonymositäten.

    • Ork vom Mork am 06.06.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      unterschied zwischen schein und sein

      irgendwie hast du das mit den Masken noch nicht ganz verstanden oder? Anonymous = Anonym Masken = Anonym im RL bei Demos Scientology ist seinen gegnern nicht unbedingt freundlich gesonnen und daher ist es nicht verkehrt sich öffentlich zu schützen. Zudem kommt noch, dass gewisse aktionen als kriminelle Handlung gedeutet werden und du grinst bestimmt auch in keine Überwachungskamera, während du "Stoppt Kastor" an eine Wand sprühst, oder? Anon wird Kriminalisiert, wie auch andere Demonstranten. Es gibt nichts, was nicht öffentlich bekannt ist bis auf angaben zu personen.

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  • B. Dient am 03.06.2011 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hab mich gemeldet

    und nichts ist passiert. Hab mich natürlich anonym gemeldet.

  • B.Denklich am 03.06.2011 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn überhaupt möglich, ...

    sollte auf das eigene Gehirn zurückgegriffen werden. Richtig Anonym sein können nur wenige. Sobald eine Methode von der Masse aufgegriffen wird, ist's Vorbei mit der realtiven Sicherheit. Also: auf bequeme, allgemeine Rezepte verzichten (alles hat seinen Preis / Aufwand). Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihre IT und den Psychitater ;-)

  • Arno Nymous am 03.06.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man keine Ahnung hat...

    ...sollte man nicht dauernd selbsternannte "Fachleute" und "Sicherheitsfirmen" zum Interview bitten, sondern sich doch bei einem von hunderten Deutschen melden. Dieser Beitrag ist nichts weiter als eine Anhäufung von falschen Vermutungen ohne irgendeine Grundlage. Wären Journalismus noch etwas wert, hätte man sich die Sachlage auch in einem der Chaträume erklären lassen können. Schon seit Jahren ist der Anonymous-Gedanke bei deutschen Internetaktivisten wohlbekannt und es gibt mehrere Webseiten, die sich mit der Thematik befassen. Google hilft auch dem unbezahlten Praktikanten bei Recherche.