Kim Dotcom

29. Februar 2012 14:47; Akt: 29.02.2012 17:24 Print

Er will 167 000 Franken pro Monat

Villa, Leibwächter, Butler und Kindermädchen: Der Megaupload-Gründer hat gewaltige «Fixkosten». Doch die Richterin gewährt ihm nicht die gewünschte Summe aus seinem beschlagnahmten Vermögen.

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Kim Dotcom alias Kim Schmitz (links) ist am 22. Februar auf Kaution entlassen worden. Jetzt verlangt er vom neuseeländischen Gericht Zugriff auf sein Geld. (Bild: EPA/David Rowland)

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Ein neuseeländischer Richter hat die Entlassung von Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom gegen Kaution aus der Untersuchungshaft bestätigt. Damit bleibt der Deutsche bis zu einer Anhörung über einen Auslieferungsantrag der USA im August auf freiem Fuss.

Den Antrag von Regierungsanwälten und US-Staatsanwälten, den 38-Jährigen wieder in Haft zu nehmen, weil Fluchtgefahr bestehe, wies der Richter zurück. Schmitz wurde im Januar in Neuseeland verhaftet. Er darf jetzt in seinem Haus nördlich von Auckland auf die Anhörung im Auslieferungsverfahren im August warten.

Zugleich gab das Gericht Schmitz und seiner Familie für die nächsten drei Wochen rund 30 000 neuseeländische Dollar aus dem mutmasslichen Millionenvermögen frei. Das sind umgerechnet rund 23 000 Franken.

Umschlagplatz im Internet

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Megaupload-Gründer eigentlich 220 000 Neuseeland-Dollar pro Monat haben (167 000 Franken), um die laufenden Kosten für sich und seine Familie zu decken; dazu gehören Kosten für Bodyguards, Kindermädchen und einen Butler. Ins Geld geht auch das luxuriöse Anwesen. Schmitz verlangte offenbar eine einmalige Zahlung von einer Million für die Miete seines luxuriösen Anwesens, beziehungsweise für die jährlichen Leasing-Gebühren. Die Frau des Megaupload-Gründers erwartet zudem Zwillinge und macht Bedarf an medizinischen Leistungen geltend.

Wie das neuseeländische Magazin stuff.co.nz berichtet, wird die wirtschaftliche Situation der Frau genau unter die Lupe genommen. Sie könnte in die geschäftlichen Beziehungen des untergegangenen Megaupload-Imperiums verwickelt sein.

Richter: Keine Fluchtgefahr

Die US-Behörden hatten Dotcom und seine Mitstreiter vor gut einem Monat in Neuseeland festnehmen lassen. Sie werfen ihnen vor, Megaupload zu einem der grössten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen im Internet gemacht zu haben. Den Rechteinhabern sei dadurch eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden. Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung.

Der 37-Jährige war vergangene Woche gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Dagegen ging die Staatsanwaltschaft in Berufung. Sie fürchtet, dass er sich mit seiner schwangeren Frau und drei kleinen Kindern nach Deutschland absetzen könnte. Als deutscher Staatsbürger könnte er dann nicht in die USA ausgeliefert werden. Eine Fluchtgefahr sah der Richter aber nicht. Laut US-Vorwürfen soll Dotcom aus dem illegalen Megaupload-Geschäft in den vergangenen Jahren 42 Millionen Dollar bekommen haben.

(dsc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus Koller am 29.02.2012 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Verbrennen

    Ihr werdet euch noch die Finger verbrennen an Schmitz. Er hat nichts illegales getan, wenn dann die Benutzer seiner Plattform (schon 1000 Mal dagewesen) viel spass euch Amis

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  • Noname am 29.02.2012 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welt Polizei statt Land Zensur

    Die einzigen Leute die man einsperren sollte wären die us Beamten die den internationalen Haftbefehl angeordnet haben. Erstens geht das die Amerikaner nichts an sie könnten ja auch die Benutzung für Us Bürger verbieten und zweitens kann man den Schaden der verursacht worden wäre nicht so ausrechnen da 90 % von den Filmen ... Die geschaut wurden ganz sicher nicht gekauft worden wär man hätte sie einfach nicht angeschaut. Last Dotcom frei und gebt ihm SEIN Geld back

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  • Buenzli am 29.02.2012 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Filme waren zu teuer

    Nur wegen Plattformen wie Megaupload sind die Preise für Filme auf ein vernünftiges Niveau gesunken. Davon haben auch die braven Bürger profitiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Denker am 02.03.2012 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    167'000 .- pro Monat

    Bevor irgend jemand was dazu sagt oder diesen Irrsinn mit noch grösserem Irrsinn zu rechtfertigen sucht (die wenigsten hier verdienen das pro Jahr!) .... lasst euch das mal auf der Zunge zergehen... 167'000 .- pro Monat.... das ist doch KRANK!!!!!

  • Toto am 02.03.2012 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go! Kim Go!

    Wenn überhaupt sollte Mark Zuckerberg hinter Gitter kommen, was der sich alles leistet. Datenspionage vom feinsten. Jawohl mit Statistischen Daten lässt sich ne Menge Geld machen. Laut Schweizer Datenschutgesetz würde der Lebenslänglich kriegen!

  • Dimitri Michos am 01.03.2012 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Lasst den Mann in Frieden!!!!! Wieso kommt Herr Zuckerberg denn nicht hinter Gitter? Mit seiner Platform Facebook können sich Extremisten finden und Pädophiele ihre Opfer ausspannen etc. ?!!! Klingt unsinnig? Ist auch so.

    • Lex am 01.03.2012 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn

      Hier gehts vorallem um geschützte Urheberrechte.....wo ist da der Zusammenhang mit Zuckerberg? Hallo?

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  • Lex am 01.03.2012 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Arme

    Sperrt den doch in ein 5 Sterne Hotel ein,damit er nicht so leiden muss.... Der kann doch ohne sein Personal und den ganzen Schnick Schnack Luxus nicht leben....und dabei ist er noch Unschuldig!Du meine Güte!

  • Kurt am 01.03.2012 01:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Server in hotel

    Und wenn er kein schlechtes gewissen gehabt hätte wären nicht 60 server in hotelzimmern gefunden worden