Mobile Computer

06. Januar 2011 17:04; Akt: 06.01.2011 17:35 Print

Im Visier der Hacker und Spammer

von Daniel Schurter - Mit der rasanten Verbreitung von Android-Handys, iPhones und Tablets steigt das Risiko von Angriffen aus dem Cyberspace.

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Mobile Betriebssysteme wie Android oder Apples iOS müssen vor Hackerattacken und anderen Angriffen geschützt werden.

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Natürlich ist es alles andere als uneigennützig, wenn globale Computer-Sicherheitsfirmen wie Symantec und McAfee vor neuen Gefahren aus dem Internet warnen. Schliesslich verdienen die Unternehmen Millionen, indem sie den Usern «Sicherheit» verkaufen.

Tatsächlich dürfte sich die Bedrohungslage in den kommenden Monaten und Jahren aber wandeln. Mit der wachsenden Popularität von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablet-Computern wenden sich auch immer mehr Kriminelle dem neuen Gebiet zu.

Was am stärksten verbreitet ist, zieht die grösste Aufmerksamkeit auf sich. Das zeigt sich jeher und aktuell wieder beim Marktführer für PC-Betriebssysteme, Microsoft Windows.

Apple-Produkte im Visier

In einem aktuellen Report geht die Sicherheitsfirma McAfee davon aus, dass insbesondere die Produkte aus dem Hause Apple wie iPad und iPhone zunehmend ins Visier von Hackern geraten werden. Dies berichtete unlängst CNet.com

Gefährdet sind aber auch die Nutzer des konkurrierenden Mobile-Betriebssystems Android von Google. Und spätestens seit der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas ist klar, dass 2011 zum Jahr der Tablet-Computer wird.

Die Smartphones sind auf ihrem Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Allerdings dürften in naher Zukunft neue Gefahren für die mobilen Kleingeräte auftauchen. Die Sicherheitsfirma Symantec hat Anfang Jahr einen Trojaner namens Android.Geinimi entdeckt. Der Schädling kann auf befallenen Geräten ein Hintertürchen (Back door) öffnen und über diese Lücke sensible Daten ins Internet senden – ohne dass der Nutzer etwas bemerkt.

Bis anhin gilt der offizielle Bezugsort für Applikationen (Apps), der Android Market, als sicher. Die zum Download angebotenen Apps sind mehrfach überprüft worden. Es gibt aber auch noch andere Bezugsquellen für mobile Software. So gelangen etwa raubkopierte Games über BitTorrent und dubiose Websites nach Europa und Nordamerika. Das Perfide daran: Hacker können den Trojaner in vermeintlich sauberen Software-Pakete verstecken.

Laut Fachleuten hat die neue Bedrohung ihren Ursprung in Asien. Zumindest gibt es Hinweise, dass der Schädling versucht, einschlägige Server in jenem Teil der Welt zu erreichen. Als Beispiel nennt Symantec das für Android entwickelte Game Monkey Jump 2 genannt. Das infizierte Software-Paket trägt übrigens den gleichen Namen wie das unbedenkliche Original.

Jagd auf Nutzerdaten

Anziehungspunkte für kriminelle Machenschaften sind aber auch die virtuellen sozialen Netzwerke wie Facebook, Myspace oder Twitter. Darin integriert sind die Geolocation Services – also die Dienste, die den genauen Standort der Nutzer erkennen.

«Mit einigen wenigen Klicks» könnten Cyberkriminelle in Echtzeit wertvolle Daten abhören, warnt Symantec. Neben persönlichen Informationen liesse sich auch Angaben zum Betriebssystem und den installierten Programmen herausfinden. Die Gesamtheit der ausspionierten Daten wiederum ermögliche konzentrierte Angriffe aus dem Internet.

Um auf interessante Webseiten zu verweisen, kommen immer häufiger sogenannte URL Shorteners zum Einsatz. Sie verkürzen endlos lange Webadressen – verbergen aber auch den Link, zu dem sie nach dem Klick führen. Hier öffnen sich Tür und Tor für Spam-Angriffe, zudem könnten Nutzer auf gefährliche Websites umgeleitet werden.

Sicherheitsmassnahmen?

Die Sicherheitsfirmen und unabhängige Fachleute rufen die allgemein geltenden Vorsichtsmassnahmen in Erinnerung. So sollten den Nutzern böse Überraschungen erspart bleiben.