Braunes Online-Dating

20. November 2008 15:51; Akt: 26.11.2008 12:22 Print

Nazi, ledig, sucht ...Nazi, ledig, sucht ...

Nazis gehen im Web auf Brautschau: Rechtsradikale Singles suchen auf eigens eingerichteten Dating-Plattformen die grosse - braun gesinnte - Liebe.

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Odin Kontaktanzeigen: Nazis auf Brautschau.

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«Ich bin ein Kerl, der für seine Rasse, sein Land und seine Überzeugung alles tun würde», beschreibt sich der 20-jährige Patrik auf «Odin Kontaktanzeigen» selbst. Der junge Nazi ist im Cyberspace auf der Suche nach der Herzensdame, die mit ihm sein braunes Gedankengut teilt. Er wünscht sich «ein Mädel mit Verstand, Witz und Charme». Patrik steht damit nicht alleine da. Auf der Dating-Plattform sind Hunderte von Anzeigen geschaltet, darunter auch viele von Frauen. So sucht die deutsche Sabrina einen Mann, «dem unser Vaterland nicht am Arsch vorbeigeht».

Dass auch viele Singledamen die braune Partnersuche nutzen, verwundert die Soziologin Michaela Köttig wenig, da ihnen eine zentrale Rolle zukommt: «Die Frauen sind Bindeglied und stabilisieren die Szene.» Im Gespräch mit «sueddeutsche.de» erklärt sie, dass die Rechtsradikalen-Szene schon lange keine Männerdomäne mehr sei und warnt zugleich, dass politische Aktivistinnen im Rechtsextremismus von Polizei und Justiz unterschätzt werden.

Tatsächlich sieht man auf den ersten Blick den wenigsten jungen Frauen, die auf der Online-Dating-Plattform einen Partner suchen, ihre braune Gesinnung an. Rasierte Schädel bei Mädchen scheinen in der Szene offensichtlich nicht mehr im Trend zu liegen.

Kampf gegen Rechts wird auch im Netz geführt

Im Internet formiert sich aber auch Widerstand gegen Rechtsradikale. Dabei werden zuweilen auch ganz unkonventionelle Mittel ergriffen. So setzen die Macher der Seite «www.nazis-auslachen.de» im Kampf gegen Rechts ganz auf Humor. User können monatlich mit einem kreativen Beitrag zum Thema Fremdenfeindlichkeit zwischen 250 und 750 Euro gewinnen. Wenn sich die Mehrheit der Jugendlichen auf dem Schulhof oder in der Freizeit täglich über Videos unterhält, werden sich labile, der rechten Szene zugeneigte Jugendliche eher selten den Rechtsextremisten zuwenden, weil sie die Verachtung ihrer Mitschüler fürchten, so die Idee dahinter.

Und so stellen sich die jungen Filmemacher Herzblatt für Rechtsradikale vor.

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(Quelle: www.nazis-auslachen.de)

(mbu)