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«TwitterBlackout»
27. Januar 2012 15:58; Akt: 27.01.2012 16:10 Print
Am Samstag wird Twitter boykottiert
Der populäre Kurznachrichtendienst führt länderspezifische Filter für illegale Meinungsäusserungen oder von Regierungen unerwünschte Nachrichten ein. Die User rufen zum Boykotttag auf.

Mit diesem Blog-Eintrag kündigte Twitter die Änderungen an. (Bild: Keystone)
Es riecht nach Zensur: Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter will künftig Inhalte in bestimmten Ländern mit entsprechenden Filtern blockieren und hat damit eine Debatte um «Zensur» losgetreten.
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Der neue Filter wird laut Twitter sicherstellen, dass Nachrichten nur in jenen Ländern gesperrt werden, in denen sie gegen Gesetze verstossen. Bisher war es nur möglich, einzelne Nachrichten global zu löschen. Bei jeder Entfernung eines Eintrags will Twitter nun ähnlich wie der Suchmaschinenbetreiber Google einen Hinweis posten.
Flut von Sperrungen befürchtet
Was Twitter als positive Entwicklung verkauft, könnte in Ländern mit rigiden Zensurbestimmungen zu einer Flut von Sperrungen führen. Beispielsweise kann Twitter nun Tweets in China auf Anweisung der Regierung blockieren, ohne dass der Rest der Welt davon betroffen ist. Regierungen können Inhalte für illegal erklären und so die Meinungsfreiheit gezielt in ihrem Land einschränken.
Twitter hingegen versucht zu beschwichtigen: «Wir versuchen, Inhalte zu bewahren, wann und wo immer es uns möglich ist», erklärte das Unternehmen. «Und wenn es uns nicht möglich ist, werden wir transparent mit den Nutzern sein. Die Tweets müssen weiterhin fliessen.»
Man wolle mit den neuen Filtern den gesetzlichen Regeln in den jeweiligen Ländern besser entsprechen können, heisst es in der Begründung. Als Beispiel führt Twitter etwa Deutschland und Frankreich an, wo anders als in vielen anderen Ländern «Pro-Nazi»-Inhalte verboten seien.
Twitter-User sind enttäuscht
In der Twitter-Gemeinde formiert sich Enttäuschung und Protest. Manche Nutzer sehen den Dienst als Instrument für Meinungsfreiheit akut in Gefahr. Was die Betreiber des Dienstes als Fortschritt werten, sehen viele Nutzer als Ende einer Ära. «Eine Twitter-Revolution wird es nicht mehr geben», schreibt Jannis Kucharz in einem Blogbeitrag auf netzfeuilleton.de. Auch die Leser von 20 Minuten Online haben eine klare Meinung zur neuen Twitter-Politik: «Und wieder geht ein Stück der Meinungsfreiheit den Bach runter», schreibt ein Leser stellvertretend für viele.
Vor allem bei den arabischen Demokratiebewegungen hatte Twitter eine bedeutende Rolle gespielt. Für viele Nutzer dort war der Kurznachrichtendienst teilweise die einzige Brücke nach draussen und konterkarierte vielfach die Vertuschungsversuche der Machthaber.
Zu Boykott aufgerufen
Manche Beobachter vermuten, es dürfte auch um Marktanteile in Ländern mit fehlender oder eingeschränkter Meinungsfreiheit gehen. Twitter könne sich mit den Filterwerkzeugen einen einfachen Zugang zum chinesischen Markt erschliessen, wo viele Dienste bereits wegen kritischer Meinungen abgeschaltet wurden.
Nahezu jedes Land halte die Meinungsfreiheit als schützenswertes Gut sehr hoch, argumentiert der Kurznachrichtendienst. Mit dem internationalen Wachstum sei Twitter inzwischen aber in Ländern verfügbar, die auch ganz unterschiedliche Vorstellungen von Meinungsfreiheit hätten.
Twitter hat nach eigenen Angaben rund hundert Millionen Nutzer weltweit. Unter dem Stichwort (Hashtag) «TwitterBlackout» riefen am Freitag einige Nutzer zum internationalen Boykott auf. Sie wollen am Samstag, 28. Januar, aus Protest einen Tag lang keine Kurznachrichten über Twitter senden.
(owi/sda)
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Alle 25 Kommentare





























zensur wo mann hinsieht
wer wohl hinter der zensur steht? wer hat interesse dass das Internet so zensiert wird?
Twitter ade
Wer nutzt schon Twitter. Das Teil ist in der Masse schon lange gestorben behaupte ich mal.
Lustig
Hmmm... ich boykottiere Twitter seit jeher. ;)