Spam-SMS

09. Februar 2011 10:58; Akt: 09.02.2011 11:25 Print

Dicke Post aus Ghana

von Daniel Schurter - Schweizer Handybesitzer werden einmal mehr mit unerwünschten Kurznachrichten eingedeckt. Gegen die Spam-Attacken scheint kein Kraut gewachsen.

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Der Ländercode 233 weist auf Ghana als Ursprungsort der neuen Spam-Welle hin. (Bild: Keystone)

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«Your Mobile Numer has won 1.000.000.00 GBP in the Ongoing Blackberry UK Promo. For claims call +447035970919 and E-Mail CODE BB101 to blackberry@credit4u.com»: Zahlreiche Handybesitzer in der Schweiz haben sich in den letzten Wochen über diese Kurznachricht geärgert. Das offensichtlich unseriöse Angebot, das Interessenten ein neues Smartphone verspricht, stammt von einer international tätigen Bande. Sie lockt auch mit angeblichen Lotterie-Millionengewinnen.

Auf der Website WhoCallsMe.com tauschen sich zahlreiche betroffene Nutzer aus der Schweiz und anderen europäischen Staaten aus. Der Sachverhalt ist klar: Die Spammer machen sich immer stärker über die Mobilnetze breit. Gutgläubige Handybesitzer sollen zu einem Rückruf verleitet werden und sich auf ein teures Betrugsgeschäft einlassen. Wer die Nummer – in diesem Fall ist es eine britische Vorwahl – anruft, wird durch einen internationalen Forwarding Service weitergeleitet. Tatsächlich ist die besagte Nummer auf einer Schwarzen Liste im Internet zu finden, die vor sogenannten Nigeria-Betrügern warnt.

20 Minuten Online hat beim Mobilfunk-Provider Sunrise angefragt und eine eindeutige Stellungnahme erhalten. «Wir haben den Sachverhalt intern abgeklärt und festgestellt, dass es sich um einen Absender aus Ghana handelt.» Wie die Sunrise-Mediensprecherin erklärt, werden die Spam-SMS nach dem Zufallsprinzip an bekannte Telefonnummernbereiche versendet. Kurz gesagt: Es kann jeden treffen. Die Spammer nutzen Computer und Internet. «Der Versand geschieht rein zufällig und ist abhängig von der Auswahl dieser Spam-Anbieter.»

Reklamieren zwecklos

Weiter versichert die Mediensprecherin, dass Sunrise keinen Einfluss habe auf den Versand dieser Nachrichten. Es würden grundsätzlich keine Telefonnummern weitergegeben oder an Drittfirmen verkauft. Wie es scheint, ist hierzulande gegen die kostenlosen Lockangebote auf dem Handy kein Kraut gewachsen. Wer eine SMS erhält, soll sie umgehend löschen. «Wir raten betroffenen Kunden, keinesfalls auf solche Nachrichten zu antworten», heisst es bei Sunrise. Sobald darauf geantwortet werde, gelte das als Bestätigung einer aktiven Telefonnummer.

Ausserdem ist es ratsam, die eigene Handynummer so selten wie möglich online bekannt zu geben. Wer wiederholt Spam-SMS erhält, solle dies bei der Hotline seines Mobilfunkanbieters melden, heisst es auch beim Bundesamt für Kommunikation. Dabei gelte es den genauen Inhalt der SMS sowie Nummern oder Namen des Absenders anzugeben.

Unerwünschter Werbemüll verstopft zunehmend die mobilen elektronischen Postfächer. In den USA bieten die Provider AT&T sowie Verizon den Kunden die Möglichkeit, SMS aus dem Web zu blockieren. Das macht durchaus Sinn, weil der Grossteil der Spam-Nachrichten über entsprechende Webseiten verschickt wird. Andere Provider sperren einzelne Nummern oder Nummern aus berüchtigten Spam-Herkunftsländern in Westafrika.