08. Oktober 2010 13:26; Akt: 08.10.2010 14:46 Print

Spotify kommt in die USA

Dem iTunes-Store könnte ihn Kürze ein rauer Wind entgegen wehen. Der Gratis-Musikstreaming-Dienst Spotify plant die USA zu erobern. Deshalb versucht Apple die Major-Labels auf seine Seite zu bringen.

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Ab dem 31. Dezember soll Spotify auch in den USA genutzt werden können.

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Der schwedische Musik-Streaming-Anbieter Spotify hat Expansionspläne. Noch Ende des Jahres soll der Sprung über den Atlantik vollzogen werden, berichtet das amerikanische Newsportal cnet.com. Die Lizenzvereinbarung mit den vier grössten US-Labels Universal Music Group, Sony Music Entertainment, Warner Music Group und EMI Music sollen laut dem Spotify-Management kurz vor dem Abschluss stehen. Schon mehrmals haben die Schweden probiert, in den USA Fuss zu fassen. Der Erfolg blieb ihnen aber in diesem Punkt bislang verwehrt.

Die User können damit kostenlos auf mehrere Millionen Songs zugreifen. Damit sich das Ganze auch für die Macher rechnet, wird alle 30 Minuten währen etwa 60 Sekunden Werbung eingespielt. Wer diese nicht hören möchte, hat die Möglichkeit, einen Premium-Account einzurichten. Dieser schlägt mit umgerechnet 18 Franken pro Monat zu Buche.

Um nicht in die Illegalität abzudriften, unterhält Spotify Lizenzabkommen mit Musikverlagen. Fragen des Urheberrechts müssen aber für jedes Land separat beantwortet werden. Daher ist der Streamingdienst bislang nur in einigen Teilen der Welt an den Start gegangen. Bis heute wird Spotify in Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Holland, Norwegen, Schweden und Spanien angeboten. In der Schweiz wartet man noch vergebens auf die Aufschaltung.

Dafür ist hierzulande seit Mitte August der Dienst des Kölner Start-ups Simfy nutzbar. Damit haben die User Zugriff auf über sechs Millionen Songs. Für den Premium-Zugang werden monatlich 14.50 Franken fällig. Im Gespräch mit 20 Minuten Online erklärte Simfy-Gründer Steffen Wicker, wie sie im Piratenparadies Schweiz Erfolg haben wollen.

Update 14:40 Uhr: Laut der New York Post hat Apple die grossen Musik-Labels vor einer Zusammenarbeit mit Spotify gewarnt. Das Geschäftsmodell sei für sie nicht attraktiv und die Gesamteinnahmen der Musikindustrie würden geschwächt. Zugleich soll Apple seit längerem mit den Major-Labels in Verhandlungen stehen, um selber den iTunes-Kunden ein Monats-Abo anbieten zu können.

(mbu)