Add-on

08. November 2010 11:35; Akt: 08.11.2010 12:51 Print

«Nach 1 Uhr passiert nichts Gutes»

von Henning Steier - Die Firefox-Erweiterung Social Media Sobriety Test soll Nutzer unter anderem vor peinlichen Beiträgen auf Facebook schützen. Sie hat allerdings ihre Tücken.

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Man sollte sich gut überlegen, was man auf Facebook schreibt. Symbolbild: Webroot-Video

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Status-Updates wie «Soeben das schlechteste Koks meines Lebens entdeckt» könnten einem Facebook-Mitglied Probleme einbringen, wenn es mit seinem Chef auf dem sozialen Netzwerk befreundet ist. Um dies zu vermeiden, stellt der Sicherheitsanbieter Webroot seit kurzem die Firefox-Erweiterung Social Media Sobriety Test gratis zum Download bereit. Angepriesen wird sie mit dem Slogan: «Nach 1 Uhr passiert nichts Gutes online».

Wie im offiziellen Video zu sehen ist, kann der Anwender Websites wie Facebook und Twitter samt kritischen Uhrzeiten festlegen. Will er sich dann innerhalb dieser einloggen, muss er einen von fünf Tests bestehen, wenn das Add-on aktiviert ist. So soll sichergestellt sein, dass er bei klarem Verstand ist und das Risiko verkleinert werden, dass jemand etwas im Netz veröffentlicht, das er am nächsten Tag bereut. Im Kurz-Test gelang es dem nüchternen Redaktor problemlos, den Cursor - wie verlangt - stets in einem Kreis zu halten.

Allerdings muss man dafür grossflächige Werbung für Produkte des Unternehmens in Kauf nehmen. Bereits auf der Download-Seite wird man von ihr begrüsst. Wer den Close-Button anklickt, kann sie nicht schliessen - sie wird stattdessen nur teilweise ausgeblendet. Ausserdem taucht immer wieder ein Pop-up-Fenster auf, welches darum bittet, auf der eigenen Pinnwand einen Werbebeitrag für das Add-on hinterlassen zu dürfen. Ausserdem wird beispielsweise für Facebook Zugriff auf Nutzerdaten wie Name, Profilbild, Geschlecht und weitere Informationen, die man für alle freigeben hat, verlangt.

Gmail soll Nutzer vor Peinlichkeiten bewahren

Webroots Add-on funktioniert auch für Gmail. Für diesen hat der Suchmaschinist aber bereits seit zwei Jahren Vergleichbares im Angebot: Mail Goggles. Klickt man auf Senden, muss man einige Rechenaufgaben lösen. Gelingt einem dies nicht, folgert Goggles, dass man in diesem Zustand lieber keine Nachrichten abschicken sollte. In den Einstellungen lässt sich festlegen, wann der Filter aktiviert werden soll.

Wer einen klaren Kopf hat und deswegen merkt, dass er eine Nachricht nicht hätte verschicken sollen, dem gab Gmail seit März 2009 fünf Sekunden Zeit, den Versand abzubrechen. Seit August kann sich der User für einen Sendezeitraum von zehn, 20 oder 30 Sekunden entscheiden. Die E-Mail wird schliesslich erst nach der ausgewählten Zeitspanne abgeschickt, bis dahin ist die Funktion Undo Send aktiv.